Rheinbrüder wollen auch im Junioren-Bereich international vertreten sein

Gesine Ragwitz möchte sich für die Junioren Weltmeisterschaft qualifizieren ©GES Sportfoto/Rheinbrüder
Gesine Ragwitz möchte sich für die Junioren Weltmeisterschaft qualifizieren ©GES Sportfoto/Rheinbrüder

Karlsruhe ( MaT). Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf – bei den Rheinbrüdern steht schon eine Woche nach den Europameisterschaften in Posen und den Finals in Duisburg, mit der Junioren-WM Qualifikation das nächste Highlight an. Gerade jagt also im Kanurennsport eine wichtige Veranstaltung die nächste. Während am Sonntag Sophie Koch noch vor einem Millionen-Publikum an den Fernsehgeräten das Rennen um die Deutsche Meisterschaft im Parallelsprint gewonnen hat, bereiteten sich die Junioren aus dem Karlsruher Rheinhafen bereits intensiv auf ihren Qualifikationswettkampf vor.

Zur nationalen Qualifikationsregatta vom 11. bis 12. Juni  werden mit Jette Brucker, Gabriela Jost, Gesine Ragwitz, Pia Zocher, Paul Grosser, Nicola Höninger, Christoph Kramer, Bennet Haselhorst und Vince Varallyai gleich neun Athleten der Rheinbrüder nach Duisburg an die Wedau fahren.


Gute Chancen sich für die Junioren Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren hat derzeit Gesine Ragwitz. Die 18-jährige Schülerin des Otto-Hahn Gymnasiums war bereits 2019 noch als Jugendfahrerin in der EM-Auswahl und liegt momentan mit Rang Drei in der Gesamtwertung auf einem aussichtsreichen Platz für das Nationalteam. Ein Einsatz in selbigem wird jedoch kein Selbstläufer für die fünffache deutsche Jugendmeisterin von 2019, die 2020 krankheitsbedingt keinen Wettkampf bestreiten konnte. Ragwitz konnte aber bereits bei der ersten Qualifikation vor acht Wochen, sowie bei internen Wettkämpfen weitere Rennpraxis sammeln.

Dicht hinter Ragwitz befindet sich die erst 15-jährige Jugendfahrerin Jette Brucker. Sie schloss die erste Rangliste auf dem fünften Platz ab, der im Endresultat ebenfalls für internationale Einsätze berechtigen würde. Eigentlich sollte die Sprintspezialisten in diesem Jahr nur erste Erfahrungen bei einer nationalen Sichtung sammeln, überzeugte aber mit starker Leistung und könnte sich nun sogar für ihren ersten Nationalmannschaftseinsatz qualifizieren. Mit Pia Zocher und Gabi Jost haben die Rheinbrüder zwei weitere Kandidatinnen, die bei persönlicher Bestleistung und einem Ausrutscher der Konkurrenz für die ein oder andere Überraschung gut sein könnten.

Bei den Kajak-Herren Junioren reist Paul Grosser mit ordentlichen Aussichten nach Duisburg. Er rangiert derzeit auf dem siebten Platz, der ihm das Ticket für die Junioren Europameisterschaften in Posen/Polen bescheren könnte. Insbesondere mit der 1.000 Meter Strecke, die am Freitag auf dem Programm steht, kommt er zudem deutlich besser klar als z.B. mit den 200 Metern die im April gefahren wurden. Unterstützung bekommt Grosser zudem von seinen Vereinskameraden Nicola Höninger und Christoph Kramer, die sich ebenfalls noch in Schlagdistanz zu den begehrten EM- und WM-Tickets befinden. „Die Trainer haben ihre Sportler/innen trotz Corona-Zeit gut auf diese Qualifikation vorbereiten können, jetzt zählt es die erarbeitete Leistung auch auf den Punkt abzurufen, damit wir auch im Junioren-Bereich den ein oder die anderen in der Nationalmannschaft 2021 haben“, beschreibt Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann die Ausgangslage.

Nach dem Motto: „Jedes Rennen zählt“, nehmen die Rheinbrüder zudem die noch jungen Canadierfahrer Bennet Haselhorst und Vince Varallyai aus der Truppe von Trainer David Reeck mit nach Duisburg. Die beiden werden zwar keine Rolle bei der Vergabe der Nationalmannschaftsplätze spielen, aber sie sollen Erfahrungen für die Zukunft sammeln. Denn bei den Qualifikationen steht immer das stärkste deutsche Feld an der Startlinie und Rennen auf diesem Niveau sind gerade in der Pandemie-Zeit Mangelware.

Optimistisch zogen die Kajak-Nachwuchstrainer Maren Knebel und Yannik Hofmann nach dem abschließenden Vorbereitungstrainingslager eine erste Kurzbilanz. „Die Stimmung ist gut und die Vorbereitung war ebenfalls bei allen ganz ordentlich“, meinte Yannik Hofmann im Hinblick auf das Team. Maren Knebel die selbst die Qualifikationssituation aus ihrer Aktiven-Zeit bestens kennt, ergänzte zufrieden: „Bei den Vorbelastungen sind fast alle positive Zeiten gefahren und für die meisten Athletinnen und Athleten kommen nun auch eher ihre Lieblingsstrecken.“ Scheint als stehen die Zeichen gut, dass nicht nur die etablierten Kräfte bei den Rheinbrüdern international vertreten sein werden, sondern es auch im Junioren-Bereich noch internationale Teilnehmer/innen geben kann.

Termine:

24.-27. Juni Junioren / U23 Europameisterschaften Posen/Polen

03.-06. September Juniren / U23 Europameisterschaften Montemor-O-Velho