Sophie Koch verpasst olympischer Medaille nur knapp

Lisa Jahn (vorne) und Steuerfrau Sophie Koch haben ein perfektes Finale gefahren, leider reichte es nur knapp nicht zu Bronze
Lisa Jahn (vorne) und Steuerfrau Sophie Koch haben ein perfektes Finale gefahren, leider reichte es nur knapp nicht zu Bronze Foto: DKV/Philipp Reichenbach

Karlsruhe (MaT). Es sind die ersten olympischen Spiele mit der Kanu-Disziplin der Canadier Damen. Schon deshalb schreibt Sophie Koch von den Rheinbrüder Karlsruhe, alleine mit ihrer Teilnahme,  Olympia-Geschichte. Doch nicht nur damit. Am Abschlusstag der Kanuwettkämpfe präsentierte sie sich mit ihrer Zweierpartnerin, Lisa Jahn aus Berlin, in einer genialen Verfassung und fuhr nur äußerst knapp an einer verdienten Medaille vorbei.


Die beiden wurde vor zwei Monaten Vize-Europameisterinnen im Zweiercanadier über 500 Meter, hinter dem  ukrainischen Boot Luzan/Chetverikova. Es war klar, dass die Ukraine sowie die amtierende Weltmeisterinnen aus China und die mehrfachen Weltmeisterinnen aus Kanada bei den Olympischen Spielen kaum zu schlagende Gegnerinnen werden würden. Doch im Vorlauf besiegte das deutsche Duo Kanada und so wurde die Hoffnung genährt es doch am Ende auf das Podest zu schaffen.

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Auch im Finale hatten Sophie Koch und Lisa Jahn einen sehr guten Start und mischten die ersten 300 Meter auf dem Bronzerang, hinter China und der Ukraine, vorne mit. Die starken Kanadierinnen blieben jedoch immer am deutschen Boot dran und schoben sich nach 300 Metern langsam auf gleiche Höhe und danach einen Tick nach vorne. Das pinke Boote der Deutschen blieb aber immer mit der Spitze nah an der kanadischen Bootsspitze, doch zum Schluss hatten die Nordamerikanerinnen die bessere Endgeschwindigkeit und schoben sich vor Koch/Jahn über die Ziellinie. „Es ist natürlich schade, dass es so knapp war zu Bronze aber wir sind auch richtig glücklich, dass wir uns so gut präsentiert haben. Vierter Platz ist halt besonders undankbar. Aber wir sind trotzdem unglaublich stolz auf uns.“

In Karlsruhe herrscht Freude über das tolle Rennen und die Platzierung. “Ein vierter Platz ist immer erst einmal bitter aber Sophie und Lisa haben alles gegeben und sind ein klasse Rennen gefahren. Das ist nicht Bronze verloren, das ist ein starke vierter Platz nach Hause gebracht”, resümiert Bundesstützpunkt-Leiter Detlef Hofmann. Und auch im Team der Rennmannschaft herrscht eine einhellige Meinung. Canadier-Partnerin Lina Bielicke ist wie die anderen extra nachts aufgestanden und hat sich das Finale live angeschaut. „Es war so spannend und sie haben alles gegeben. Ich bin auf alle Fälle sehr stolz auf Sophie und auf Lisa natürlich auch.“ Ebenfalls voll des Lobes war der U23-Canadierfahrer Tim Bechtold: „Auch wenn die beiden leider knapp Vierte wurden, können sie wirklich richtig stolz auf sich sein. Einfach eine super, super Leistung.“ Katinka Hofmann hat es bei der U23 EM am eigenen Leib gespürt, was es heißt so knapp an der Medaille vorbeizupaddeln, sie kann die Gemütslage der beiden gerade total nachempfinden: „Ein vierter Platz ist immer ärgerlich, aber wenn man sieht wer da vor ihnen war und wen sie alles geschlagen haben, ist das richtig gut. Sie können stolz auf sich sein und wir sind es sowieso!“ Mit dem Ergebnis ist Sophie Koch nun auch die erfolgreichste Olympionikin der Kanu-Rennmannschaft der Rheinbrüder Karlsruhe. Bisher hatte diese Ehre Heiderose Höfle, geborene Wallbaum, inne. Sie wurde 1976 in Montreal im Zweierkajak über 500 Meter fünfte.

Die Rheinbrüder freuen sich auf die Rückkehr der Olympionikinnen Sophie Koch und Sarah Brüßler. Am Montag fliegt das Olympia-Team zurück nach Deutschland, ab Freitag steht Sophie Koch dann schon wieder für den Verein bei den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport an der Startlinie in Hamburg.