KSC-Kapitän appelliert: Ego-Dinge abstellen, sonst geht es schief

Karlsruhe (mia). Die KSC-Pleite in Hamburg hallte am Mittwoch noch nach. Die Profis des Karlsruher SC waren einen Abend zuvor von Coach Mirko Slomka und Sportdirektor Oliver Kreuzer in den Wildpark gebeten worden, um alle Fehler im Video-Studium noch einmal genau zu analysieren.

Die Gründe für das Komplettversagen des KSC am Millerntor? KSC-Kapitän Dirk Orlishausen weiß: „Fakt ist wir haben zu keiner Sekunde das gemacht, was uns der Trainer vorgegeben hat.“ Was folgte war ein Spiel, das „unterirdisch“ war.

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„Es war die schlechteste Leistung, die ich je von einer Mannschaft hier beim KSC gesehen habe“, ärgerte sich der KSC-Schlussmann, der am Millerntor noch als einziger Akteur der abstiegsbedrohten Karlsruher gelten konnte, der Zweitiganiveau an den Tag legte.

Dass viele Fans den Spielern vorwerfen, dass die den Abstiegskampf nicht begriffen hätten? „Da ist die Kritik berechtigt. Wenn man so auftritt, kann man nicht alles verstanden haben, sonst würde man so nicht auftreten. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern kurz vor knapp.“

Hier nimmt Orlishausen alle die KSC-Akteure in die Pflicht, von ihren Erfahrungen von Abstiegsszenarien oder -Rettungen zu berichten. Damit auch jeder andere Spieler versteht, um was es gehe und wie die Lage sei. „Wir können nur appellieren was zu tun ist, wir können es ja nicht rein prügeln. Aber wir müssen das verstehen und annehmen und das machen was das Trainerteam mitgibt.“

Ego-Dinge gehen nicht mehr

Dann sei der KSC gut gerüstet. „Ansonsten, wenn wir weiter solche Spiele abliefern, dann ist es sehr, sehr, sehr schwierig. Ich will nicht sagen Schluss aber sehr, sehr, sehr schwierig.“

Dennis Kempe, Gaetan Krebs und er selbst, Spieler, die in Karlsruher abgestiegen sind „predigen was hier los ist, was im Abstiegskampf dazu gehört, aber es muss halt angenommen werden“. So komme man da unten raus. Man müsse das aber auch annehmen, fordert er. „Ansonsten wenn jeder sein Ego-Ding durchziehen will, geht es definitiv schief. Das muss sich jeder bewusst sein.“

Das Spiel in Hamburg sei „ein Schlag in die Fresse“ gewesen, der eventuell „gerade noch zur rechten Zeit kam“. Aber, so Orlishausen, bereits das Testspiel gegen Pforzheim „war schon ein Schuss vor den Bug – die erste Halbzeit“. „Da haben wir auch schon gesagt: Männer so nicht. So funktioniert es nicht.  Jetzt war es ein richtiges Brett, das haben wir richtig gefressen das Ding.“

Schlüsse daraus ziehen

Man habe durch zahlreiche eigene Fehler St. Pauli zu Toren eingeladen. „Das war nix.“ Aber nun gelte es alles abzuschütteln und gegen Hannover am Samstag ein ganz anderes Gesicht zu zeigen.

„Wir brauchen für das Hannover-Spiel eine Reaktion. Das ist das einzige was von uns verlangt wird, dass alle sehen, dass wir es kapiert habe. Der Weg wurde aufgezeigt, was geht und was nicht geht. Da müssen wir uns dran halten und zusammenstehen. Der Weg, der es nicht ist, wurde gnadenlos aufgezeigt und ich hoffe, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“