KSC-Coach ärgert sich über Inkonstanz

Karlsruhe (mia). Bitterer hätte die Niederlage des Karlsruher SC gegen Erzgebirge Aue nicht sein können. Nicht nur, dass der Elfmeter gegen den KSC, wenn auch nahezu unmöglich für den Schiedsrichter zu sehen, keiner war. Die Karlsruher waren in Durchgang zwei das spielbestimmende Team und hatten Aue unter Druck gesetzt, machten sich aber zu schwach und zu ungenau nach vorne, die Chancen selbst kaputt.

Nach dem guten Spiel des KSC gegen Hannover sei das sehr „frustrierend“, erklärt KSC-Coach Mirko Slomka. Den Unterschied zuhause und auswärts müsse man unbedingt abstellen, erklärt der KSC-Coach.

Booking.com

„Es ist total frustrierend diese Inkonstanz, auch für die Spieler.“ Die Mannschaft sei nicht robust und konstant genug, so der KSC-Coach. „Die Schwankungen sind für mich nicht erklärbar.“

Gegen Aue hatte er eine „gute zweite Halbzeit gesehen, aber eine schläfrige erste Halbzeit“. Torchancen hatte es nicht gegeben. „Aber wir haben Aue 45 Minuten lang total dominiert – ohne uns Torchancen zu erarbeiten.“ Die Mannschaft habe alles gegeben und versucht, es war dem KSC aber nicht gelungen.

Besonders ärgerte sich der KSC-Trainer darüber, dass „der Ansatz von uns mit Kurzpässen in den Sechzehner zu spielen wie der FC Barcelona“ grundsätzlich falsch sei. „Vor allem dann, wenn ich das Zeichen mit einem kopfballstarken Zawada gebe, dass jetzt die Bälle reinfliegen müssen ins Zentrum und wir außer der Reihe Standards kurz ausführen – die wir niemals so angesagt haben. Dann kann ich mich nur wundern.“

Aufgrund der Dominanz und der Einsatzbereitschaft im zweiten Durchgang könne er den KSC-Profis keinen Vorwurf machen. Dass er eine andere Mannschaft ins Rennen hatte schicken müssen – Kempe war mit Schüttelfrost kurzfristig ausgefallen – habe ihm dagegen „sehr weh getan“.

„Ich war von ihr überzeugt. Ich hätte sie immer wieder spielen lassen.“  Ein Grund, dass die veränderte Mannschaft nicht so funktionierte: „Auch haben wir egoistische Spieler. Die hatten wir gegen Hannover nicht. Da musste sich ein Diamantakos unterordnen, weil alle anderen gearbeitet haben und zu ihm sagten: Du auch, Du musst auch arbeiten, sonst funktioniert das System nicht!“

„Wir spielen nicht gut“

Lamentieren nutze jedoch nichts. Er müsse es immer und immer wieder erklären. „Spieler wie Kom, Prömel, Meffert sollten durchstarten in die Box, durchlaufen. Aber das sind nicht die Typen.“ Aber das könne er schließlich nicht in die Köpfe „reinprügeln“ „Das ist Fußballsachverstand. Wir müssen es ihnen sagen, immer und immer wieder alles vorgeben.“

Die Lage sei ernst. Es gebe nichts schön zu reden, so der KSC-Trainer. „Wir spielen nicht gut. Wir bringen keinen einzigen Ball vors Tor. Wir spielen nur darum herum.“  Nun stehe man auf dem Abstiegsplatz. „Wenn wir gegen Aue verlieren, 60 verlieren, St. Pauli verlieren, dann stehen wir mit voller Berechtigung genau da wo wir sind.“ Man habe innerhalb der Mannschaft Tacheles geredet und werde ihnen aber auch das Vertrauen geben und die richtige Lösung für das nächste Spiel an die Hand geben. Er sei zuversichtlich, dass man es noch schaffe, aber es müsse der Mannschaft gelingen.