KSC-Coach im Interview Teil II: Korsettspieler Orlishausen und Identifikation

Karlsruhe (mia). Drei Spiele ist Marc-Patrick Meister bereits Cheftrainer des Karlsruher SC. Seine Bilanz mit den Zweitliga-Profis des KSC: Keine Tore, keine Punkte, aber sieben Gegentore. Im zweiten Teil des vom KSC autorisierten Wortlautinterviews spricht der KSC-Trainer über Korsettspieler und Identifikation.

Ihre drei Spiele bei den Profis waren erfolglos. Wo liegt der Grund?

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Meister: „Die letzten drei Spiele bin ich komplett so angegangen, die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu bringen, die den Anspruch hat, das Spiel zu gewinnen. Gegen Heidenheim ist es uns andeutungsweise geglückt, gestern nur in 1/6 des Spiels. Wenn die bestmögliche Mannschaft gestern auf dem Platz stand, dann waren es einfach zu viele Fußballer und vielleicht zu wenig Arbeiter. Vielleicht waren es zu wenig Ankerspieler. Aber ich muss auch ehrlich sagen: 30 Spieltage, vier Siege, 21 Nüsse gemacht, wie geht es eben diesem Ankerspieler damit. Es ist ein menschlicher Zug, darüber nachdenken zu müssen: Was machen denn die zehn Monate mit einem Spieler, der wirklich „durchgenudelt“ ist. Dirk Orlishausen ist ein absoluter Führungsspieler, ein absoluter Korsettspieler, ist einer der Männer in der Mannschaft. Dem passiert gestern so ein Fehler,…und jetzt? Es sind andere Typen, und ich habe mich dafür entschieden, so viele Fußballer wie möglich auf den Platz zu bekommen, um eine Chance zu haben, torgefährlich zu sein.“

Wehrt sich das Team überhaupt?

Meister: „Fußball ist ein Kampfsport. Die Kaderplanung ist die wichtigste Phase der Saison.

Warum haben sich einige Spieler verschlechtert, wenn sie zum KSC kommen?

Meister: „Ich kann nur sagen, was es bedarf, wenn ein Spieler neu im Verein ist: Alle haben im Verein den Auftrag, neue Spieler gut zu integrieren, außerhalb des Sports und in der Mannschaft eine Rolle zu geben. Seine Stärken einzusetzen ist die Traineraufgabe, gepaart damit, dass er in einem guten körperlich Zustand ist und dass er sich gut fühlt. Aber das ist keine Einbahnstraße, da gehören zwei Seiten dazu. Wenn ich einen neuen Arbeitsplatz, setze mich dann an den Schreibtisch und mache meinen Job und wundere mich warum ich keinen Spaß habe, weil ich aber auch mit niemandem spreche oder zugehe, mich einbringe? Das ist ein Prozess. Alle sind dafür verantwortlich, dass es funktioniert, das ist bei einem Spieler aus St. Leon-Rot genauso wichtig wie bei einem ausländischen Spieler, der die deutsche Sprache nicht spricht.“


Fehlt also bei manchem die Identifikation?

Meister: „Ich habe das Gefühl, dass ich alles dafür tun will, dass ich dafür kratzen will, dass genau das für die neue Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit sichergestellt sein wird. Jetzt ist es für die kommenden Wochen meine Aufgabe, drei Ohren in der Kabine zu haben, die Jungs nach wie vor auf Haut und Haar zu prüfen, ob sie sich dem KSC verschreiben, ob sie den Weg, der sich abzeichnet, mitgehen und zwar ehrlich und nicht vorgehaltener Weise; und zu schauen, wer von außen mithelfen kann und wer in die Mannschaft gehört und passt.“