Déja-Vu: 80:81-Heimniederlage der BG

Karlsruhe (ps). Michael Stockton, Dr. Ivan Vojtko, Uli Himstedt, Drazan Salavarda und noch einige andere, die die sportlichen Geschicke der BG Karlsruhe aktiv mitgestaltet haben, hatten sich unter die 680 Zuschauer am Samstagabend in der Friedrich-List-Halle gemischt und bekamen ein mit 22 Mal wechselnder Führung ausgeglichenes und unterhaltsames Spiel geboten. Am Ende gab es aus Karlsruher Sicht ein Déjà-Vu, weil Savo Milovic seinen letzten Wurf von Außen versenkte, während die BG in den verbleibenden fünf Sekunden des Spiels keine passende Antwort mehr fand. Im Publikum war man sich weitestgehend einig, dass die 80:81-(18:20,22:19,17:25,23:17) Niederlage das Lehrgeld war, das eine junge Mannschaft manchmal zahlen muss, wenn sie wachsen soll. Dass die Gemütslage des Teams und auf den Rängen nach einer solchen Niederlage leidet, liegt auf der Hand. Am nächsten Spieltag kann man in Saarlouis zeigen, ob man die Lektion des Samstagabend verstanden und verarbeitet hat.

„Wir haben in der letzten Auszeit bei drei Teamfouls explizit aufgefordert, mit Fouls einen kontrollierten Wurf der Rhöndorfer zu unterbinden.“, äußerte sich Ralf Rehberger nach der Partie. „Alle Spieler wussten, was zu tun ist, dann kommt es bei einem zum Blackout, das Foul bleibt aus und der Gegner trifft. Das ist schon bitter. Mit dem Rebounding kann man noch nicht zufrieden sein, wobei die Niederlage an der Summe individueller Fehler festzumachen ist, die dafür sorgen, dass man am Ende des Abends mit einem Punkt weniger nach Hause geht. Wir haben weniger Turnover als jedes andere Team der Liga, werden bei Ballverlusten aber härter bestraft.“

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Das war an diesem Samstagabend umso bedauerlicher, hatte Rouven Roessler seine „heiße Hand“ und traf sieben von neun Dreierversuchen. Auch zwei andere Statistiken hätten üblicherweise zu seinem Sieg gegen Rhöndorf gereicht: Jimmy Dorsey verteilte acht Assists und das Team markierte mehr Punkte gegen Rhöndorf als jeder andere Gegner, obwohl die Gäste-Verteidigung intensiv und konzentriert war. Ein weiterer erfreulicher Aspekt war die gegenüber Speyer deutlich verbesserte Freiwurfquote bei der gleich fünf Karlsruher mit 100% in die Statistiken eingingen. Auf der anderen Seite kam es immer wieder zu den von Ralf Rehberger angesprochenen individuellen Aussetzern. Zu häufig durften die Rhöndorfer nach Fehlversuchen mit Offensivrebounds eine zweite bzw. sogar dritte Chance nutzen, manchmal foulte ein BG-Spieler mit schlechtem Timing, was den Gästen zu den Punkten noch den „and one“ bescherte und ein kollektives Aufstöhnen war zu hören, als ein BG-Spieler sich in der Vorwärtsbewegung den Ball von Fabian Thülig abnehmen ließ, der dann einsam auf den BG-Korb zusteuerte und die Punkte sicher machte.

Vielleicht wäre auch die Wurfauswahl diskutabel, da die BG es nicht verstand, die Rhöndorfer, die recht früh mit vier Team-Fouls belastet waren mit Ziehen zum Korb unter Druck zu setzen, zu viele Versuche von Außen nicht erfolgreich waren und der Ballbesitz aufgrund mangelnden Reboundverhaltens zu den Gästen wechselte. Doch wie man es dreht und wendet: Am Ende reduzierte sich das Spiel auf zwei drei Schlüsselszenen, die den Ausschlag zugunsten der Rhöndorfer gaben. Als Jimmy Dorsey die Verantwortung nahm und den letzten Wurf auf den Ring setzte, gleich darauf die Sirene ertönte, sprang die gesamte Gästebank jubelnd auf und feierte gemeinsam auf dem Parkett, während auf Karlsruher Seite noch lange diskutiert wurde, welche einzelnen Aspekte das Déjà-Vu einer erneuten knappen Niederlage gegen die für Karlsruhe scheinbar unbezwingbaren Dragons beschert hatten.

Punkte BG Karlsruhe: Roessler 21/7, Dorsey 19/1, Brotherson 15/1, Fluellen 9/1, Lind 8, Schmitz 5, Gilchrist 2, Thomany 1, Schmid ohne Punkte