Drei Medaillen bei Junioren und U23 Weltmeisterschaften für die Rheinbrüder

Vize-Weltmeistertitel K4 U23 500m
Quelle: AMR

Karlsruhe (ps). Die Junioren und U23 Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport wurden in diesem Jahr im rumänischen Pitesti ausgetragen. Das 37 Athleten umfassende deutsche Nationalteam, mit fünf Athletinnen der Rheinbrüder Karlsruhe, kam in der Nationenwertung hinter den wieder einmal führenden Ungarn auf den zweiten Platz. „Business as usual“ könnte man meinen, aber der erste Schein trügt. Die Weltmeistertitel gingen in diesem Jahr in 18 verschiedene Länder. Das unterstreicht einmal mehr, dass die Weltmeistertitel nicht mehr nur unter Ungarn und Deutschland ausgemacht werden und zeichnet die sieben TopTen Platzierungen, darunter drei Medaillen, der „Rheinschwestern“ aus.

Sarah Brüßler erkämpfte sich gemeinsam mit ihren U23-Nationalmannschaftskolleginnen Carolin Arft (Essen), Jasmin Fritz und Nina Krankemann (Magdeburg) die Vize-Weltmeisterschaft im Viererkajak über 500 Meter. Siegreich in diesem Rennen war der ungarische Viererkajak der beim World Cup in Szeged den deutschen A-Mannschaftsviererkajak mit großem Abstand schlug. „Insofern war heute, hier absolut nicht mehr drin und sich dieser Weltklasse-Crew knapp geschlagen geben zu müssen das ist, auch wenn es vielleicht komisch klingt, ein Erfolg“, so Ralf Straub verantwortlicher Bundes- und Karlsruher Stützpunkttrainer. Sarah Brüßler kam zudem bei ihrem zweiten Einsatz über die 500 Meter im Zweierkajak mit Nina Krankemann als Siebtplatzierte über die Ziellinie.

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Im Einerkajak über die 1.000 Meter musste sich Carola Schmidt bei den U23-Damen bewähren. Die 20-Jährige fiel ihrem Trainer im Vorfeld nicht um den Hals als sie hörte, dass sie für den Einerkajak vorgesehen war. Doch sie nahm die Herausforderung an und machte das Beste aus der Situation. „Als ich sah, dass ich dritter oder vierter bin, dachte ich, fahr um dein Leben und dann hat es irgendwie geklappt“, kommentierte die Bundespolizei-Anwärterin überglücklich ihren Finallauf, welchen sie als Vize-Weltmeisterin abschloss.

 

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Ebenfalls mit einer Medaille dekoriert durfte Sophie Speck die Heimreise antreten. Die Juniorin sicherte sich im Zweier-Canadier über 200 Meter gemeinsam mit Celina Sandau (Leipzig) die Bronzemedaille. „Es war eigentlich absolut nicht unser Rennen. Den Start verhauen, über die Strecke waren wir auch nicht zufrieden aber am Ende war es die Medaille. Das kann ich noch kaum glauben und ging nun alles so schnell vorbei“, meinte die frisch gebackene Abiturientin nach der Siegerehrung, die außerdem mit einem neunten Platz im Zweier-Canadier über 500 Meter und einem 16. Rang im Einer-Canadier über 200 Meter die WM erfolgreich beendete.

Bei den Kajak-Damen-Junioren muss sich Katinka Hofmann, nach dem Vize-Weltmeistertitel im letzten Jahr, 2017 mit dem undankbaren vierten Platz im Viererkajak über 500 Meter zufrieden geben. Trotz deutlich geringerem Abstand zum siegreichen ungarischen Boot, im Gegensatz zum Vorjahr, schoben sich die Viererkajaks von Spanien und Weißrussland mit acht hundertstel Sekunden bei Gegenwind bis zu sieben Meter pro Sekunde an der deutschen Crew vorbei. Der sechste Rang leuchtete nach dem Zweierkajak-Finale mit Jule Hake (Lünen) über 500
Meter für die Karlsruherin an der Anzeigetafel nach einem couragiertem Rennen auf.

Sophie Koch die als einzige Canadierfahrerin in der U23-Klasse für Deutschland an den Start ging, bekam zu spüren, dass das „Nachhilfeprogramm“ des Internationalen Kanuverbands (ICF) im Bereich Canadier-Damen langsam aber sicher Früchte trägt. Aus 26 Nationen wurden die Weltmeisterinnen im Canadier-Einer über 200 und 500 Meter ermittelt. Für Koch standen am Ende mit dem Sieg im B-Finale, der zehnte Platz über 500 Meter und der 15. über die Sprintdistanz zu Buche.

Detlef Hofmann, Chef-Bundestrainer Nachwuchs und Rheinbrüder-Urgestein , zog nach der WM ein positives Fazit: „Platz zwei in der Nationenwertung und über 80% der Sportler*innen im A-Finale platziert, das ist schon einen Hausnummer. Für die fünf Karlsruher Sportlerinnen gab es drei Medaillen und die schlechtes Platzierung war ein Sieg im B-Finale, dies spricht für sich und spiegelt die gute Arbeit im Rheinhafen wieder.“