Sarah Brüßler ist Vize-Weltmeisterin im Zweierkajak

Szeged (MaT). Für Sarah Brüßler, die 25-Jährige Kajak-Fahrerin der Rheinbrüder Karlsruhe, gehen ihre zweiten Weltmeisterschaften bereits heute zu Ende. Gestern erpaddelte sie im Zweierkajak über 1.000 Meter die Silbermedaille, heute musste sie sich im Einer über die gleiche Distanz nur hauchdünn mit dem vierten Platz zufrieden geben.

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Im vergangenen Jahr feierte Brüßler mit WM-Bronze im Zweierkajak über 1.000 Meter einen gelungen Einstand bei ihrem Debüt in der A-Nationalmannschaft. 2019 wurde sie erneut vom Deutschen Kanu-Verband für den Zweierkajak über den Kilometer nominiert. Gemeinsam ging sie mit der gebürtigen Lampertheimerin Tabea Medert im Finale an den Start. Die Konkurrenz war schwer einzuschätzen, da viele der Boote in diesen Besetzungen zu vor noch nie bei einem World Cup vertreten waren.
Doch die Taktik des deutschen Duos war es sowieso das eigene Rennen zu fahren und nicht nach den anderen zu schauen.

„Wir haben das geübt, wir wollten unseren Rennplan durchziehen.“, so Brüßler nach dem Rennen, die als Schlagfrau das mexikanische Boot im Rennverlauf aber im Blick hatte. „Die Mexikanerinnen habe ich schon gesehen, aber als wir dann bei 500 Meter nochmals die Frequenz erhöhten, habe ich schon gemerkt, okay wir können noch und die bleiben eher stehen.“
Gegen die vom heimischen Publikum frenetisch angefeuerten Ungarinnen Erika Medveczky und Reka Hagymasi hatte das deutsche Boot am Ende keine Chance, aber den Vize-Weltmeistertitel konnte ihnen niemand mehr streitig machen. So war Sarah Brüßler nach der Siegerehrung auch immer noch völlig euphorisch: „Hier ist so eine krasse Kulisse vor allem wenn man gegen Ungarn fährt ist es extrem laut. Wir wollten den Abstand nach vorne so gering wie möglich halten und die Ungarinnen so unter Druck setzen. Ich denke das haben wir auch ganz gut hinbekommen. Wir freuen uns riesig, dass wir die Medaille gewonnen und dem Druck hier stand gehalten haben.“

Im Einzelrennen war der Druck für die „Rheinschwester“ nicht weniger. Im Einerkajak hatte sie sich mit der sechstbeste Zeit für das Finale qualifiziert. Dort schien von Rang zwei bis sechs alles möglich zu sein. Als der Startschuss für den Endlauf fiel, war die spätere ungarische Weltmeisterin Tamara Csipes schnell dem Feld enteilt. Dahinter entspann sich jedoch ein Dreikampf um die Medaillen. Die Karlsruherin lag lange Zeit mit der Polin Justyna Iskrzycka und der Britin Lizzie Broughton auf gleicher Höhe und alle 100 Meter führte eine andere Bootsspitze in diesem Dreikampf. Am Ende hatte die Karlsruherin mit 14 Hundertstelsekunden auf den Bronzerang das Nachsehen.

„Nach dem Rennen war ich eine Stunde ziemlich fertig, es war einfach so knapp. Aber ich bin eines meiner besten 1.000 Meterrennen gefahren von daher muss man einfach sagen, dass die anderen heute einfach schneller waren und dann ist es auch okay für mich.“ Mit einem schmunzeln fügte sie hinzu: „Ich habe ja meine Medaille gestern schon gemacht.“
Viel Lob kam aus der Heimat. Detlef Hofmann, Bundesstützpunktleiter in Karlsruhe, zollte Sarah großen Respekt: „ Wir sind alle sehr stolz auf Sarah. Sie hat sich mal wieder selbst belohnen können. Vizeweltmeisterin im Zweierkajak und ein bärenstarkes Rennen im 1000 Meter-Einer sind eine großartige Leistung.“