TVK entscheidet Handballkrimi für sich

Sven Walther (Foto: Andreas Arndt)

Karlsruhe (tvk). Buchstäblich in letzter Sekunde wurde das Duell zwischen dem TV Knielingen und dem TSV Viernheim entscheiden. Mit dem letzten Wurf gewannen die Gastgeber aus der Fächerstadt mit 30:29 (14:12).

Seine „Start-Sieben“ musste TVK-Spielertrainer im Vergleich zu den letzten Wochen umbauen. „Unter der Woche standen nicht alle Spieler zum Training zur Verfügung. Durch Krankheit und berufliche Verpflichtungen war die Spielvorbereitung der Mannschaft nicht optimal. Angesichts von zuletzt zwei schwachen Spielen mit Niederlagen wollten wir aber unbedingt in die Erfolgsspur zurück.“ Auch wenn nun mehrfach Spieler auf der Platte standen, die in den vorangegangenen Spielen nicht immer zu großen Spielanteilen kamen, nahmen sie den Auftrag an und konnten sich vor allem im Angriff immer wieder mit guten Entscheidungen präsentieren.

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Schon früh zeichnete sich ab, dass beide Sturmreihen auf Torejagd gehen würden. Das lag zum einen an den Gästen, die mit einem sehr dynamischen Angriffsfeuerwerk die Knielinger Abwehr vor große Herausforderungen stellte. Dabei zeigten sich die Südhessen nach vier Siegen in Serie sehr selbstbewusst. In der achten Spielminute waren die Knielinger mit zwei Toren in Rückstand (2:4). Diesem liefen sie dann einige Zeit hinterher, ohne dass sich Viernheim entscheidend absetzen konnte. Jeder Fehler im Defensivspiel wurde auf beiden Offensivreihen ausgenutzt. So kamen die Zuschauer auf jeden Fall auf ihre Kosten. Bereits nach 20 Minuten waren 20 Tore gefallen (9:11). Tore im Minutentakt sollten die Zuschauer auch in der Folge erleben. Mit dem 11:11 gelang es Phillip Ast den Ausgleich für die Männer in den gelben Trikots herzustellen. Bis zur Pause waren die Knielinger gar mit 14:12 in Front.

Nach der Pause erarbeiteten sich die Männer um TVK-Spielertrainer Jochen Werling in einer weiterhin heftig umkämpften Partie einen positiven Lauf. Knapp fünf Minuten nach dem Anwurf zur zweiten Spielhälfte war der Vorsprung auf 18:13 angewachsen. Danach waren es wieder die Viernheimer, die sich heranarbeiteten. Die 45. Spielminute hatte gerade begonnen als die Gäste zum 21:21 ausgleichen konnten. Mehrere Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen, ließen die Südhessen aber liegen. Meist war der TVK mit ein bis zwei Treffern vorn. Ein kleiner Knielinger Durchhänger sorgte dafür, dass man noch einmal in Rückstand geriet (25:26). Dann glich Knielingen erneut aus und legte selbst wieder vor (27:26). Noch 30 Sekunden waren noch zu spielen und es roch verdächtig nach einem Unentschieden (29:29). Knielingen war aber noch einmal in Ballbesitz, wobei Viernheim aber keinen Knielinger Wurf zu ließ. Drei Sekunden vor Ende des Handballkimis gab es eine Spielunterbrechung mit Zeitstopp. Rechtsaußen Pascal Montag warf dann zu Dennis Estedt auf Halbrechts und der passte den Ball genau auf den einfliegenden Sven Walther in die Sechsmeterraummitte. Dieser verwandelte sicher aus kurzer Distanz. Der Jubel der Knielinger kannte dann kaum noch Grenzen.

TVK-Spielertrainer Jochen Werling, der in der Schlussminute bewusst auf einen siebten Feldspieler verzichtete, meinte nach dem Spiel: „Nach den zwei schlechten Spielen wäre ich heute mit einem Punkt zufrieden gewesen. Dass es jetzt zwei sind, darüber freuen wir uns natürlich. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, die immer wieder zurück gekommen ist. Alle haben gezeigt, dass wir das Heimspiel unbedingt gewinnen wollten. Sonst bekommen wir zwar nicht so viele Gegentore. Das lag aber an einem starken Gegner, der uns alles abverlangt hat. Viernheim ist für mich eine Topmannschaft in der Badenliga. Heute hat sich erneut ausgezahlt, dass unser Kader breit aufgestellt ist. Den Schwung wollen wir jetzt bis Weihnachten mitnehmen.“

Aufstellung TV Knielingen:
Pascal Fuchs (Tor), Pascal Montag (6), Felix Wald (1), Jochen Werling, Phillip Ast (5), Dennis Estedt (3/2), Tim Kusterer, Robin Hildenbrand (1), Kornej Tjart (1), Sven Walther (8/5), Lukas Metzger (1), Yann Majunke (1), Yann Hippert (3).