INIT INDOOR MEETING Karlsruhe 2026: Vier Stunden Spitzensport begeistern ausverkaufte Europahalle undLeichtathletik-Fans auf der ganzen Welt
Foto: Andreas Arndt
Karlsruhe (kme). Beim INIT INDOOR MEETING Karlsruhe 2026 erlebten 3.750 begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauern am Sonntagabend in der ausverkauften Karlsruher Europahalle spannende
Wettkämpfe auf höchstem Niveau. In 12 Disziplinen zeigten sich die internationalen Top-Athletinnen und -Athleten bei der fünften Station der World Indoor Tour Gold in bester Form und sorgten mit Spitzenleistungen für eine begeisterte Atmosphäre und jubelndes Publikum von Beginn an und bis nach Wettkampfende.
Die erste Entscheidung des Abends fiel über die 3.000 Meter der Männer. In einem bis zur letzten Sekunde knappen und spannenden Rennen hatte am Ende Vorjahressieger Stefan Nillessen aus den Niederlanden in 7:38.48 Minuten die Nase vorn und sicherte sich die ersten 10 Tour-Punkte in Karlsruhe. Platz zwei und drei gingen an den Kenianer Jacob Krop (7:38.64 Minuten) und Valentin Soca aus Uruguay (7:38.90 Minuten).
„I’m really happy“, kommentierte Stefan Nillessen seinen ersten Lauf in dieser Saison, und hatte für die Atmosphäre in Karlsruhe nur Lob übrig: „It feels great. I really love the atmosphere here. The stadium is relatively small, but that actually makes it special because the spectators are so close. You can really hear the crowd, feel the energy, and I enjoy that a lot“. Eine Premiere gab es bei den 400 Metern der Frauen: Erstmals durfte die Führende im dreigeteilten Finale auf dem „Hot Seat“ Platz nehmen. Am Ende saß dort die Ägypterin Bassant Hemida, die in 51,97 Sekunden den Sieg einstrich. Den zweiten Platz sicherte sich die Finnin Mette Baas (52,43 Sekunden) und nur eine Hundertstelsekunde dahinter sprintete Lada Vondrová (52,44 Sekunden) aus Tschechien auf Platz drei. Zwar nicht auf dem Treppchen, aber mit einem neuen nationalen Rekord konnte Gabby Scott den Karlsruher Abend beschließen: Die Puerto-Ricanerin lief in 52,53 Sekunden so schnell die zwei Hallenrunden wie noch keine Landsfrau zuvor.
„I am very happy because this is the second time I broke the 52-second-barrier indoors“, zeigte sich die Siegerin Hemida am Abend in Karlsruhe überglücklich. „Last year, I came here and finished in fifth place in 52 seconds, and this year I did so much better! I am looking forward to the World Championships in Poland, I would like to break 51 seconds there“, sagte sie mit Blick auf die kommenden Weltmeisterschaften im März.
Mit Weltjahresbestleistung gewann die Britin Georgia Hunter-Bell die 1.500 Meter der Frauen in 4:00,04 Minuten, vor Birke Haylom aus Äthiopien (4:00,88 Minuten) und Agathe Guillemot aus Frankreich, die mit 4:02,12 einen neuen nationalen Rekord aufstellte. Die erste Entscheidung in den technischen Disziplinen fiel im Hochsprung, die am Ende zwei Ukrainerinnen unter sich ausmachten. Mit 2,01 Metern siegte die aktuelle Weltrekordhalterin Yaroslava Mahuchikh, die zuletzt beim INIT INDOOR MEETING 2020 im Alter von 18 Jahren mit übersprungenen 2,02 Metern das Karlsruher Publikum begeisterte. Ihre Landsfrau Yuliia Levchenko landete mit übersprungenen 1,96 Meter auf dem zweiten Platz. Platz drei ging an die Französin
Solène Gicquel, die im zweiten Versuch die 1,88 Meter übersprang. Ebenso hoch kam Christina Honsel, die Athletin vom TV Wattenscheid benötigte jedoch drei Versuche und kam damit auf den vierten Platz. „I am happy I jumped over two meters again“, freute sich Yaroslava Mahuchikh am Abend in Karlsruhe.
„Each of my jumps is for the people at home in Ukraine. I do my best to make them happy“, so Mahuchikh, die ihre Saisonvorbereitung daheim in der Ukraine absolvierte, weiter. Bei den 800 Metern der Männer hieß der Sieger Alexander Stepanov: Der Athlet vom VfL Sindelfingen ginge nach vier Runden mit einer persönlichen Bestleistung von 1:46.17 Minuten als erster ins Ziel, gefolgt von den beiden Kenianern Wyclife Kinyamal (1:47.47 Minuten) und Nicholas Kiplangat Kebenei (1:47.57 Minuten). „Ich glaube, es war einer der besten Wettkämpfe, die ich je gemacht habe – auch wegen der stärksten Konkurrenz, die ich bisher hatte“, bilanzierte Stepanov seine heutige Leistung nach dem Rennen, über dessen Sieg er sich gerade auch aufgrund der starken Konkurrenz besonders freute: „Es ist ein Gold-Meeting, das aktuell stärkste Hallenmeeting überhaupt, darüber freue ich mich sehr“.
Über die 3.000 Meter-Distanz bei den Frauen setzte sich in der finalen Runde die Kanadierin Gabriela Debues-Stafford von ihren Konkurrentinnen ab und ging nach 8:35.94 Minuten als erste durchs Ziel.
Ihr folgten die US-Amerikanerin Elise Cranny (8:37.06 Minuten) und Yenawa Nbret (8:38.90 Minuten)
aus Äthiopien. Den Weitsprung-Wettbewerb konnte die Italienerin Larissa Iapichino für sich entscheiden: Mit einem Satz über 6,84 Meter schaffte sie die größte Weite des Abends und landete vor Hilary Kpatcha aus
Frankreich (6,73 Meter) und der Serbin Milica Gardasevic. Nicht ganz für einen Platz unter den ersten Drei reichte es dieses Mal für Deutschlands Top-Weitspringerin Malaika Mihambo, die im vergangenen Jahr noch den Meeting-Rekord von 7,07 Meter knackte: Einen Zentimeter hinter Gardasevic landete die Mannheimerin mit 6,45 Meter auf Platz 4.
Den Sprint der Männer gewann Emmanuel Eseme: In einem sehr schnellen Rennen siegte der Kameruner über die 60 Meter in 6,53 Sekunden vor Ali Al Baluchi aus Oman (6,54 Sekunden) und Owen Ansah vom Hamburger SV. Ansah, der als erster Deutscher die 100 Meter unter 10 Sekunden gelaufen ist, stellte in 6,55 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit über die Sprintdistanz in der Halle auf.
Beim letzten Wettbewerb auf der Rundbahn gingen die Männer am Abend auf die 1.500 Meter- Distanz. Nach siebeneinhalb Runden siegte der Franzose Azeddine Habz (3:33.36 Minuten) knapp vor dem Italiener Federico Riva, der in 3:33.94 neuen nationalen Rekord lief, und dem Belgier Jochem Vermeulen, der nach 3:35.48 ins Ziel kam und eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. Dem Hallendach am nächsten kam am Abend Sondre Mogens Guttormsen. Der Norweger schraubte sich im Stabhochsprung der Männer über 5,84 Meter und landete damit vor dem US-Amerikaner Cole Walsh, für den bei 5,78 Meter Schluss war, und Ernest John Obiena von den Philippinen, der gestern noch Asian Indoor Meister in China wurde und in Karlsruhe die 5,70 Meter übersprang.
Ebenfalls 5,70 Meter erreichten, jedoch mit einem Fehlversuch, Menno Vloon (Niederlande) und Simen Guttormsen (Norwegen). Zum Finale eines großartigen Sportabends in der Karlsruher Europahalle wurde es noch einmal sehr schnell: Den Hürdensprint der Frauen über die 60 Meter Hürden entschied Grace Stark (USA) in 7,86 Sekunden für sich, gefolgt von den beiden Französinnen Laeticia Bapté (7,95 Sekunden) und Sacha Alessandrini (7,95 Sekunden, persönliche Bestleistung). Als beste der vier deutschen Final-
Läuferinnen kam Rosina Schneider als Fünfte ins Ziel und schaffte in 8,02 Sekunden die Hallen-WM-
Norm.
„Wir hatten trotz der starken Konkurrenz mit dem zeitgleichen Indoor Meeting in Dortmund und dem Meeting in Metz ein wirklich hochwertiges Starterfeld mit vielen Olympia-Teilnehmerinnen, Medaillen-Gewinnern und einer Weltrekordhalterin. Und die Leistungen, die die Athletinnen und Athleten heute auf die Bahn gebracht haben, waren wirklich klasse“, sagte Sportdirektor Alain Blondel, der für die Verpflichtung der antretenden Sportlerinnen und Sportler verantwortlich ist. Umrahmt wurden die Disziplinen der World Indoor Tour Gold traditionell von den Regionalläufen.
Neben den Finals der Schüler- und Jugendmeisterschaften sorgten die regionalen Athletinnen und Athleten über 200, 400, 800 und 1.500 Meter bereits ab 16 Uhr mit guten Leistungen für Stimmung und Atmosphäre in der Halle. Den Auftakt in der Sandgrube machte am späten Nachmittag das Finale im Dreisprung der Männer: Nach sechs Sprüngen siegte der Algerier Yasser Mohammed Triki, der mit 16,67 Meter einen ganzen Meter weiter sprang als der Zweitplatzierte, Milan Klosowski vom TV Wattenscheid (15,67 Meter) und Maximilian Starke von der LAC Erdgas Chemnitz, der mit 15,61 Meter und einer persönlichen Bestleistung auf Rang 3 landete.
„Wir durften heute Abend eine unglaubliche Atmosphäre in der Europahalle mit einem fantastischen Publikum erleben“, freut sich Meeting-Direktor Martin Wacker. „Von Beginn an, als die Schüler und Jugendlichen auf die Bahn gingen, war die Halle voll und das Publikum voll mit dabei – die Nachwuchsathletinnen und -athleten wurden genauso beherzt angefeuert wie später die Profis! Stimmung und Atmosphäre waren absolut auf Top-Niveau – wie unser Meeting selbst mit über 120 Athletinnen und Athleten aus rund 40 Ländern und Live-Übertragung in 150 Länder. Die Sportstadt Karlsruhe spielt auf internationalem Level“, so Wacker am Abend.
Weiter geht die Reise der World Indoor Tour Gold bereits am Mittwoch, 11. Februar 2026, ins serbische Belgrad zum Belgrade Indoor Meeting und am 19. Februar ins nordfranzösische Liévin zum Meeting Hauts-de-France Pas-de-Calais Trophée EDF. Am 22. Februar 2026 absolvieren die Athletinnen und Athleten dann beim Copernicus Cup im polnischen Torun die finale Station der World Indoor Tour Gold, wo einen Monat später vom 20. bis 22. März 2026 auch die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2026 stattfinden.
