Wackliger Beginn, stabiles Finish – Karlsruhe verteidigt den „Löwenkäfig“
Karlsruhe (psk). Zeitweise war es keine Partie für Basketball-Feinschmecker, doch nach 40 Minuten mit Aufs und Abs hatten die PS Karlsruhe LIONS am 20. Februar ihren Gegner, die SBB Baskets, niedergerungen. Dabei hatte die Nachholbegegnung des 22. Spieltags der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA in der heimischen Europahalle für die Badener alles andere als gut begonnen.
Die Gäste aus dem wenige Kilometer nördlich von Magdeburg gelegenen Wolmirstedt rangieren zwar im Tabellenkeller, hinterließen am Oberrhein zunächst aber nicht den Eindruck eines Abstiegskandidaten. Erst im zeitweise schleppenden Spielverlauf kam Karlsruhe mehr und mehr in Schwung, übernahm ganz allmählich die Kontrolle und siegte am Ende verdient mit 91:79.
Wolmirstedt startete mutig und trug sich als erstes Team auf dem Scoreboard ein. Nach etwas mehr als einer Minute waren bereits zwei Dreier auf dem Konto der Gäste. Aber auch Karlsruhe punktete. Nach zwei Minuten stand es 8:8, jedoch Mitte der vierten Minute 9:18. LIONS-Headcoach Demond Greene reagierte mit einer Auszeit. Auch danach fand seine Mannschaft – in deren Aufstellung sich wieder die zuletzt verletzten Kilian Binapfl, Maurice Pluskota, Wesley Oba und David Cohn befanden – nicht in ihren Rhythmus. Ganz anders der Tabellensechzehnte, der in der Defense diszipliniert agierte und mit starken Trefferquoten überzeugen konnte. Erst gegen Ende des ersten Viertels konnten sich die 1991 Fans in der Europahalle über mehr gelungene Aktionen ihrer Mannschaft freuen. Nach zehn Minuten stand es 23:29. Auch im zweiten Durchgang war das Team aus Sachsen-Anhalt zunächst effektiver und baute seine Führung auf neun Punkte aus. Wieder benötigten die LIONS eine ganze Weile, um ihre Linie zu finden, setzten sich dann aber immer öfter durch. Das Spieltempo war nicht übermäßig hoch. Dennoch sah die Europahalle ein intensives Duell, in dem die Gastgeber in Minute 16 erstmals zum Ausgleich kamen. Von nun an war es eng, das Niveau hingegen auf beiden Seiten überschaubar, so dass es leistungsgerecht mit 40:40 in die Halbzeitpause ging. Direkt nach dem Seitenwechsel setzte Tyrese Williams sich schön durch und markierte die erste LIONS-Führung des Abends. Danach wurde es zwar erneut zäh, so dass David Cohns erster und einziger Dreier zum 47:45 in Minute 25 auf den Rängen bereits als echtes Highlight gefeiert wurde. Indes war der Treffer wichtig, denn Kilian Binapfl legte mit einem And One zur Fünf-Punkte-Führung nach. Absetzen konnte Karlsruhe sich zwar nicht, hinterließ aber in dem zunehmend hitzigen Geschehen den überlegteren Eindruck und führte auch zur letzten Pause mit fünf Zählern. Zwischenstand vor dem Schlussabschnitt: 63:58. Es schien nun alles auf eine schnelle Entscheidung hinauszulaufen. Doch kurz nachdem sich Karlsruhe einen zweistelligen Vorsprung erspielt hatte, konterten die SBB Baskets mit einem Acht-Punkte-Run. Die besseren Aktionen lagen in den letzten Minuten jedoch klar aufseiten der LIONS, die auch in der Crunchtime einen kühlen Kopf behielten und dank einer verbesserten zweiten Halbzeit mit gewonnenem Selbstbewusstsein den Court verlassen konnten.
Topscorer für die LIONS war Isaiah Hart mit 16 Zählern, gefolgt von David Ejah (12) und Tyrese Williams (11). Dahinter verteilten sich die Punkte recht gleichmäßig über fast die gesamte Karlsruher Rotation.
Es war der zweite Sieg in Folge nach zuvor drei Niederlagen für die Badener, die nun bei insgesamt zehn Erfolgen aus 23 Begegnungen stehen. Acht Mal durfte man bisher zuhause jubeln und die Basketball-Fans im Südwesten würden dies gerne am kommenden Sonntag erneut tun. Denn keine 48 Stunden nach dem Arbeitssieg gegen Wolmirstedt empfangen die LIONS die VfL SparkassenStars Bochum. Der Ruhrgebietsklub hat eine starke Hinrunde gespielt, in der er auch Karlsruhe mit 96:77 gut im Griff hatte. Die Schlagzahl konnte zuletzt nicht ganz gehalten werden. Trotzdem steht Bochum auf Platz acht und ist nach wie vor ein unangenehmer Gegner, der zwar nicht die besten Trefferquoten vorweisen kann, aber dafür sehr viele Würfe nimmt und sich überdies wenige Turnover leistet. Gegen die SparkassenStars braucht Greenes Team daher mehr als eine starke Hälfte, um auch in der zweiten Begegnung des Doppelspieltags die Siegpunkte im Karlsruher Löwenkäfig festzuhalten. Los geht es am 22. Februar um 17:30 Uhr.
