Eng bis in die Schlussphase – LIONS verpassen Überraschung in Bremerhaven nur knapp

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Karlsruhe (Psk).Die angesichts der harten Wetterverhältnisse beschwerliche Fahrt der PS Karlsruhe LIONS am 10. Januar zu den Eisbären ins 650 Kilometer entfernte Bremerhaven und der dortige beherzte Auftritt wurden nicht mit Siegpunkten belohnt. Beim in der bisherigen Saison überaus heimstarken Tabellenvierten konnten die dezimierten Badener am 17. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA bis in die Crunchtime mithalten und haben sich nichts vorzuwerfen – außer, dass an der Nordseeküste mit etwas mehr Coolness und Präzision sogar mehr drin gewesen wäre. Endstand in Bremerhaven: 89:80.
Beide Teams taten sich anfangs schwer im Abschluss. Als erster brachte Wesley Oba in Minute zwei den Ball für die LIONS im gegnerischen Korb unter. Nach Ablauf von vier Minuten stand es 6:6, bevor das Geschehen aus Karlsruher Sicht etwas ansehnlicher wurde und die Mannschaft von Headcoach Demond Greene mit sechs Punkten in Führung ging. Die Eisbären stellten zwar schnell wieder Anschluss her, blieben aber zunächst von der Dreierlinie aus komplett kalt und bescherten damit dem Karlsrudel, das auswärts erst ein Duell für sich entscheiden konnte, zur ersten Pause einen kleinen Vorsprung. Mit 16:20 ging es in den darauffolgenden Durchgang, der sich zunächst ebenfalls zäh gestaltete, nun aber mit leichten Vorteilen für die Gastgeber, die in der zwölften Minute zum Ausgleich kamen. Greenes Team ging zwar erneut in Front, aber die unsaubere Führung des Spielgeräts durch seine Schützlinge konnte dem Trainer nicht gefallen. Nach einfachen Fastbreak-Punkten der Hausherren hatte er Gesprächsbedarf und bestellte seine Spieler in die Auszeit – gleich zweimal innerhalb von 60 Sekunden. Denn die LIONS hatten nach 14 Minuten bereits zehn Turnover gesammelt und ließen jede Effektivität vermissen. Die Worte des Coachs fanden Gehör, denn nun machte es Karlsruhe besser, stabilisierte die Defense und eroberte die Führung zurück. Zur Spielmitte lagen allerdings wieder die Hausherren vorn, die zwar auf die schlechteren Trefferquoten blickten, aber insgesamt deutlich mehr Würfe genommen hatten als die Gäste. So wurden beim Stand von 35:32 die Seiten gewechselt. Die zweite Hälfte begann mit einem trocken verwandelten Dreier von David Ejah, Isaiah Hart legte noch vor Ablauf der 21. Minute mit einem Zweipunkt-Jumper nach und sorgte für die erneute LIONS-Führung. Die favorisierten Eisbären hatten sich aber offenbar auch etwas vorgenommen, brachten nun mehr Tempo ins Spiel und setzten sich gegen Mitte des dritten Viertels mit einem 11:2-Run auf 51:42 ab. Timeout LIONS, zum richtigen Zeitpunkt. Denn mit einem kleinen 6-Punkte-Lauf schob sich Karlsruhe zügig wieder heran und nur vier Sekunden vor der letzten Pause stellte Tyrese Williams per Distanztreffer auf 57:57. So wie das dritte Viertel zu Ende gegangen war, ging es im Schlussabschnitt weiter, nämlich eng. Inzwischen hatte sich ein offener Schlagabtausch entwickelt, die Führung wechselte hin und her, bis in die 37. Minute. Dann konnten sich die Hausherren dank stark verbesserter Dreierquoten etwas absetzen und nutzten ihren Vorteil nun geschickt, mussten aber bis zur letzten Minute gegen couragierte LIONS alles geben. Der Endstand spiegelte den lange ausgeglichenen Spielverlauf nur unzureichend wider.
Greene konnte in Bremerhaven nur auf eine kleine Rotation zurückgreifen – wortwörtlich. Denn „Big Man“ Maurice Pluskota war wegen einer Erkrankung zuhause geblieben. Kilian Binapfl fällt längere Zeit verletzt aus und Julian Albus befindet sich noch im Aufbau. Mikal Dawson war nach langer Verletzung wieder mit von der Partie, blieb aber in fünf Minuten Einsatzzeit unauffällig. So waren mangels Wechseloptionen gleich mehrere Spieler überdurchschnittlich lange auf dem Feld gefordert. Herausragender LIONS-Akteur war David Ejah mit 23 Punkten und bemerkenswerten 15 Rebounds. Wesley Oba erzielte mit 15 Zählern einen persönlichen Bestwert im Löwentrikot, Tyrese Williams scorte zehnfach. Die Hinrunde der ProA ist nun beendet. Mit sieben Erfolgen aus 17 Begegnungen hält Karlsruhe weiterhin Anschluss an das Tabellenmittelfeld und hat am kommenden Freitag gute Chancen auf die nächsten Siegpunkte. In der heimischen Europahalle, wo man in der laufenden Saison erst zweimal das Nachsehen hatte, geht es gegen die EPG Baskets Koblenz.
