abseits-ka

Sport aus Karlsruhe und der Umgebung

Basketball

Viel Einsatz, wenig Ertrag – LIONS verlieren beim Geburtstagskind in Crailsheim

Karlsruhe (psk). Der 20. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA begann in der Arena Hohenlohe mit Luftschlangen und großem Jubel. Denn als im badisch-schwäbischen Duell zwischen den PS Karlsruhe LIONS und den HAKRO Merlins Crailsheim beide Teams startklar auf dem Court standen, ließen es sich die Gastgeber im äußersten Osten von Baden-Württemberg nicht nehmen, zusammen mit der vollbesetzten Halle ihrer Vereinsgründung zu gedenken, die sich an diesem 31. Januar auf den Tag genau zum 40. Mal jährte.

Und auch 40 intensive Basketball-Minuten später waren es die Jubilare, die lachen konnten. Die Badener um Headcoach Demond Greene hatten sich zwar bis zuletzt beherzt gegen die Niederlage gestemmt, waren aber über das gesamte Spiel hinweg einem Rückstand hinterhergelaufen und sehr viel Energie auf dem Feld gelassen. Crailsheim hatte mit einer souveränen ersten Hälfte den Grundstein zum Sieg gelegt und auch nach dem Seitenwechsel nie die Kontrolle verloren, wenngleich der Tabellendritte sich zu keinem Zeitpunkt zurücklehnen konnte. Das Aufeinandertreffen zweier physisch starker Teams endete mit 87:77 und damit derselben Punktdifferenz wie das Hinspiel am 8. Dezember des vergangenen Jahres in Karlsruhe, als die LIONS mit 95:85 triumphiert hatten.

Es entwickelte sich schnell der erwartet intensive Schlagabtausch, zunächst auch auf Augenhöhe. Nach drei Minuten ohne Abtasten stand es 7:7, bevor die Merlins mit verbesserter Treffsicherheit und einem Neun-Punkte-Run etwas davonzogen. Karlsruhe konnte zwar zwischenzeitlich den Anschluss herstellen. Starke LIONS-Phasen waren aber auch im späteren Spielverlauf zwar gegeben, jedoch selten von langer Dauer. So lagen die Hausherren nach dem ersten Viertel verdient mit 26:18 vorn. Der nächste Abschnitt begann mit einem Distanztreffer für Karlsruhe durch David Cohn, dem allerdings unmittelbar darauf zwei Merlins-Dreier folgten. So stand es gerade einmal 64 Sekunden nach Wiederbeginn 32:21, was Greene dazu bewog, unmittelbar eine Auszeit zu nehmen, in deren Folge sich seine Schützlinge in der Defense stabiler und auch diszipliniert zeigten, aber weiterhin zu häufig das Nachsehen hatten gegen aggressive Hausherren, die voll im Rhythmus waren. Beim Stand von 49:36 wurden die Seiten gewechselt und die zweite Halbzeit begann mit offenem Visier bei beiden Teams. Es überwog jedoch das Gefühl, dass die LIONS in jeden Punkt mehr investieren und für jeden Ball härter arbeiten mussten als die Gastgeber, deren Aktionen häufig wie aus einem Guss erschienen. Nach knapp 24 Minuten war der Merlins-Vorsprung auf bedrohliche 19 Zähler angewachsen. Aber nun machte sich das in der gesamten zweiten Hälfte verbesserte Teamplay des Karlsrudels bemerkbar. Vorherige Einzelaktionen wichen zunehmend aufeinander abgestimmten Spielzügen. Die Frage, die sich nach dem dritten Viertel stellte, war, ob Crailsheim angesichts eines 71:56 bei noch verbliebenen zehn Minuten bereits zu weit enteilt war. Der Schlussabschnitt brachte nochmals viel Dynamik. Die LIONS, die nun mehr ins Risiko gehen mussten, waren damit zunächst erfolgreich. In der 33. Minute stand es 74:64 und es schien plötzlich wieder alles möglich. Aber der Tabellendritte verfiel nicht in Panik, reagierte routiniert, beruhigte das Spiel und nutzte die offenen Räume, die sich ergaben zur 20-Punkte-Führung bei noch fünf Minuten auf der Spieluhr – gleichbedeutend mit der Vorentscheidung. Weil sich Greenes Mannschaft aber zu keinem Zeitpunkt aufgab und im letzten Viertel auch spielerisch den Gastgebern in nichts nachstand, blieb es bei der klaren, aber nicht überdeutlichen Karlsruher Niederlage.

LIONS-Topscorer war Isaiah Hart mit 22 Punkten. Maurice Pluskota kam auf 17 Zähler und 10 Rebounds, Wesley Oba auf 14 Punkte und ebenfalls 10 gesicherte Abpraller. Während Pluskota schon viele Male die für ein Double Double nötige Marke geknackt hat, war es Obas erster Statistikeintrag dieser Art im Löwentrikot. David Ejah scorte mit 11 Zählern ebenfalls zweistellig.

Auch die nächste Karlsruher Begegnung am 6. Februar hat es in sich. Wieder geht es in die Fremde, wieder ist man im Schwäbischen gefordert. Diesmal bei den krisengeschüttelten Tigers Tübingen, die schon seit sieben Partien nicht mehr siegreich waren, aber stets ein unangenehmer Gegner sind.