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Basketball

Irres Oster-Spektakel in der Europahalle – LIONS schlagen den Spitzenreiter

Karlsruhe (psk). Der 30. Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA brachte für die PS Karlsruhe LIONS die erste Overtime der Saison, in der das Team von Headcoach Demond Greene am Ende die Oberhand über Tabellenführer Phoenix Hagen behielt.

Über 2.400 Zuschauer in der Karlsruher Europahalle wurden am 4. April Zeuge eines epischen Duells zweier Mannschaften, die ein wahres Offensiv-Feuerwerk abbrannten und beste Werbung für ihren Sport betrieben. Geboten wurden 45 Minuten Hochspannung, im Verlauf derer wirklich alle auf ihre Kosten kamen. Nach atemlosen vier Vierteln verbuchten beide Kontrahenten jeweils 99 Punkte. Nach Ablauf der Overtime zeigte das Scoreboard 116:109 an.

Greene hatte gegen den so gefährlichen Gegner nur eine körperlich klein gewachsene Rotation zur Verfügung. Die Big Men Maurice Pluskota und Jason George mussten leider passen. Erstaunlicherweise fiel dies nicht sehr stark ins Gewicht, wenngleich die LIONS in der Defense lange Zeit Schwierigkeiten mit den gnadenlos effektiven „Feuervögeln“ hatten. Dafür hagelte es von Beginn an auch für die Hausherren Dreier. Vergessen waren die zuletzt viel zu schwachen Trefferquoten. Nach knapp 2 ½ Minuten hatten bereits vier Karlsruher Distanzwürfe ihr Ziel gefunden und es stand 12:11. Doch auch Hagen war stark in der Vorwärtsbewegung und deutete mit Energie sowie guten Spielzügen an, warum der Tabellenführer bis zu diesem Tag auf lediglich vier Niederlagen in der bisherigen Saison zurückblickte. Nach fünf Minuten kam es erstmals zum Führungswechsel, in dessen Folge es jedoch weiterhin eng blieb. Am Ende eines rasanten ersten Viertels stand es 27:29. Kurz nach Beginn des folgenden Abschnitts schien es, als würde sich der Ruhrgebietsklub langsam absetzen können. Denn Hagen traf weiterhin exzellent, während bei den LIONS die Hände zwischenzeitlich merklich abkühlten – bevor die Badener erneut heiß liefen, über 20 Punkte in den letzten 4 ½ Minuten vor der Halbzeit erzielten und sich mit einem 58:54 in die Kabine verabschiedeten. Zurück auf dem Parkett drückten beide Teams sofort wieder aufs Gas. Doch während die Gäste weiterhin zuverlässig scorten, war es ihnen in der Zwischenzeit auch gelungen, ihre Defense besser zu ordnen, was wiederum die LIONS-Offense in Schwierigkeiten brachte. Das Karlsrudel machte es weiterhin gut, die Feuervögel machten es noch besser. Bei 77:82 zu Beginn des vermeintlichen Schlussabschnitts schien es, als würden sich die Kräfteverhältnisse Stück für Stück zugunsten des Favoriten verschieben. Sechs Minuten vor Ablauf der Spieluhr – Hagen führte mit neun Punkten – schickte David Cohn einen Dreier mit Signalwirkung durch die gegnerische Reuse und in der Europahalle, in der bereits die ganze Zeit über beste Stimmung geherrscht hatte, stieg nochmals das Thermometer. In der Reaktion nahmen die Gäste erstmals etwas Tempo heraus und versuchten, das Spiel zu beruhigen, während eine beinharte Crunchtime in der Luft lag. Punkt für Punkt beziehungsweise Dreier für Dreier schob sich Karlsruhe heran, bis beim 99:99 nach der regulären Spielzeit klar war, dass der Abend in die Verlängerung gehen würde. Die fünfminütige Overtime hatte schließlich nochmals alles zu bieten was das Herz eines Basketball-Fans begehrte. 29 Sekunden vor der Schlusssirene stand es 110:109, als LIONS-Kapitän Julian Albus mit einem Distanztreffer ins Glück den entscheidenden Vorsprung herstellte, den er gemeinsam mit seinen Kollegen in der noch verbliebenen Zeit absicherte.

Mit Fug und Recht konnte man von einem Dreier-Festival sprechen, zu dem beide Teams ihren Beitrag leisteten. Die Distanztrefferquote der Gäste betrug 49%. 18 ihrer 37 Versuche waren erfolgreich. Die LIONS kamen „nur“ auf 44%. Da Greenes Schützlinge aber ganze 54-mal von der Dreierlinie aus abdrückten, landeten am Ende 24 Treffer auf dem Karlsruher Konto. Kilian Binapfl war Topscorer mit 23 Punkten, gefolgt von Isaiah Hart und David Cohn mit je 22 Zählern. David Ejah scorte 21-fach. Die LIONS haben mit dem Erfolg gegen den Spitzenreiter einen Big Point gelandet. Denn im Parallelspiel mussten die VfL SparkassenStars Bochum die dritte Niederlage in Folge hinnehmen und liegen punktgleich nur noch aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs vor Karlsruhe auf Rang acht. Das bedeutet aber auch, dass die LIONS nachlegen müssen, wenn sie sich doch noch einen Platz in den Playoffs sichern wollen – möglichst bereits am 18. April bei den RheinStars Köln.