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DFB und TWO CIRCLES veröffentlichen Studie “Neue Perspektiven – Wirtschaftliche Zukunft der Frauen-Bundesliga“

Frankfurt (dfb). Neue Perspektiven für die Frauen-Bundesliga: Im Schulterschluss mit Two Circles, einer internationalen Sportsmarketing-Agentur, veröffentlicht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Studie “Neue Perspektiven – Wirtschaftliche Zukunft der Frauen-Bundesliga.” Die Resultate der Studie veranschaulichen den aktuellen Stellenwert des Frauenfußballs mit Fokus auf der FLYERALARM Frauen-Bundesliga.

Die Studie, die von der DFL Deutsche Fußball Liga und Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga unterstützt wurde, soll relevanten Stakeholdern, wie teilnehmenden Vereinen der FLYERALARM Frauen-Bundesliga sowie weiteren Entscheidungsträger*innen im Sportbusiness, eine fundierte Entscheidungsgrundlage geben einen Beitrag dafür zu leisten, die Zukunft des Frauenfußballs in Deutschland zielgerichtet und nachhaltig zu gestalten.

Der Frauenfußball ist in Deutschland nach der UEFA Women’s EURO im Sommer 2022 mit einem begeisternden Auftritt der Vize-Europameisterinnen weit in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Ziel ist es nun, das große Interesse und den Enthusiasmus zu nutzen, damit der Frauenfußball von dieser Entwicklung auch nachhaltig profitieren kann. Die Studie basiert auf qualitativer Forschung in Form von Stakeholder-Interviews mit Clubvertreter*innen als auch Interviews mit Expert*innen aus der Medien- sowie Sponsoringbranche. Mittels einer bevölkerungsrepräsentativen Marktforschung wurden die Einstellung und das Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung in Bezug auf den Fußball und im speziellen auf den Frauenfußball untersucht. Das Studiendesign ermöglicht dadurch ein ganzheitliches Bild der Thematik aufgrund des Einbezuges aller relevanten Stakeholdergruppen im Frauenfußball.

Die Studie zeigt in ihren Ergebnissen Potenziale für Wachstumsstrategien der teilnehmenden Clubs sowie der Liga insgesamt auf. Mit Hilfe der datengestützten Ergebnisse, werden folglich diverse Möglichkeiten zur Ausgestaltung eines strategischen Investments für relevante Stakeholder-Gruppen im Zukunftssegment Frauen im Fußball abgeleitet.

Key Stats/ Hauptergebnisse der Studie:

  • ZIELGRUPPENPOTENTIAL (auf Grundlage der MaFo): Fast die Hälfte der Fußballinteressierten in Deutschland gibt an, sowohl Männer- als auch Frauenfußball zu verfolgen. Dahinter verbergen sich 19 Millionen Fans, die ein besonders hohes Interesse und Bewusstsein für den Frauenfußball aufweisen.
  • WACHSTUMSMARKT (auf Grundlage der Modellierung): Der kommerzielle Wert der Frauen-Bundesliga zusammengesetzt aus Sponsoring, Medienrechten, Spieltagen und sonstigen Erlösen kann nach Schätzungen für den optimistischen High Case (Szenario mit 16 Clubs) in der Saison 31/32 bei 130 Mio.€ liegen.
  • ZUSCHAUER*INNENPOTENTIAL (auf Grundlage der Modellierung): Die Frauen-Bundesliga kann im „High Case“-Szenario im Jahr 2031/32 einen Zuschauer*innenschnitt von 7.500 pro Spiel erreichen.
  • TV-REICHWEITE (auf Grundlage der Modellierung): Bis zur Saison 2031/32 kann im „High Case“ mit einer Verfünffachung der durchschnittlichen Live-Reichweite der Frauen-Bundesliga ausgegangen werden (2021/22: 150k vs 2031/32: 750k)
  • INVESTMENTS DER CLUBS: (auf Grundlage der Interviews): 33% der Clubs schätzen ihr Investment in 5 Jahren als hoch ein, aktuell wären das 18%. Die Steigerung der Sichtbarkeit für das Frauenteam wird dabei als absolute Priorität angegeben.

“Durch die Europameisterschaft haben wir in diesem Jahr eine herausragende Sichtbarkeit im Frauenfußball erreicht, dennoch gilt es nun, diese erzielte Leistung nachhaltig zu entwickeln und auszubauen, um daraus die Voraussetzungen für kontinuierlichen Erfolg im Frauenfußball zu schaffen” sagt Dr. Holger Blask, Geschäftsführer Marketing, Vertrieb und Events der DFB GmbH&Co.KG. “Die Studie liefert nun im Nachgang der Erfolge in 2022, eine fundierte Grundlage für Entscheidungsträger*innen, in das vielfältige Zukunftssegment ‘Frauenfußball’ zu investieren, und das mit einem voll engagierten Partner, wie dem DFB an ihrer Seite. Wir freuen uns, gemeinsam mit den Vereinen und allen weiteren Akteur*innen, die Zukunft des Frauenfußballs entscheidend voranzubringen.”

Die Studie gilt als eine der konkreten Maßnahmen, welche in die Umsetzung der Ziele in der vom DFB erarbeiteten Strategie „Frauen im Fußball FF27>>” einzahlt. Übergeordnete Ziele der Strategie sind u.a., die Sichtbarkeit signifikant zu erhöhen, sportliche Erfolge zu erzielen und mehr Frauen und Mädchen für eine Laufbahn im Fußball zu begeistern.

Doris Fitschen, Gesamtkoordinatorin Frauen im Fußball und verantwortlich für die Strategie FF 27 sagt: „Die Professionalisierung der Frauen-Bundesligen ist eines der Fokusthemen im Rahmen der Strategie FF27 und spielt bei der Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland eine herausragende Rolle. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Studie sind für uns eine wertvolle Grundlage, um auf Basis dessen gemeinsam insbesondere mit den Clubs weitere Maßnahmen zu initiieren. Dabei spielt das Invest in den Fußball der Frauen von Lizenzvereinen eine wichtige Rolle: Die Studie zeigt: Diese Investitionen lohnen sich nicht nur um gesellschaftspolitisch ein Statement zu setzen, sondern weil mittelfristig die wirtschaftlichen Potenziale absolut vorhanden sind.“

Christina Pohlers-Saß, Administrative Leiterin Bereich Frauenfußball beim VfL Wolfsburg, ergänzt: „Wir dürfen uns besonders glücklich schätzen, dass unsere Club-Partner dem Frauenteam einen hohen Stellenwert zuschreiben und in die Rechteaktivierung bei den Frauen investieren.“

“Die diesjährige UEFA Women‘s EURO hat dem Sport einen neuen Bekanntheitsgrad verschafft. Es gibt klare Marktsignale dafür, dass die großen europäischen Frauenfußballligen und die UEFA Women‘s Champions League durch besser dotierte Medien- und Sponsorenverträge, sowie steigende Ticketing-Einnahmen ein starkes Erlöswachstum verzeichnen werden.” sagt Bettina Baer, Lead Cosultant und Expertin für den europäischen Frauenfußball bei Two Circles. “Um das gesteigerte Zuschauer*inneninteresse in ein kommerzielles Wachstum der Frauen-Bundesliga umzuwandeln, sind nun gezielte und langfristig gedachte Maßnahmen erforderlich, die wir nur gemeinsam erreichen können.