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KSC-Supporters fordern nach „Dammbruch in Karlsruhe“: Hände weg vom Fanprojekt!“

Karlsruhe (pm). Nachdem sich vor dem Hintergrund der Pyro-Aktion von KSC-Fans beim Spiel des Karlsruher SC gegen den FC St. Pauli am Mittwoch das Fanprojekt zu Wort gemeldet hat, äußern sich nun auch die Supporters Karlsruhe zu der Vorladung aller Mitarbeiter durch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe.

„Der Supporters Karlsruhe 1986 e.V. und dessen Abteilung Fanhilfe Karlsruhe verurteilen diese Handlung der Staatsanwaltschaft aufs Schärfste und sehen darin eine Gefahr für die sozialpädagogische Arbeit mit Fußballfans – mehr noch: eine Gefahr für Sozialarbeit im Allgemeinen“, so die Supporters.

Seit mehr als 30 Jahren leistet das Fanprojekt Karlsruhe unter der Trägerschaft des Stadtjugendausschuss e.V. „hervorragende Arbeit mit Fußballfans und gilt auch für uns als unverzichtbarer Netzwerkpartner“ in Karlsruhe und über die Stadtgrenzen hinaus. „In der Vorladung durch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe für alle drei Mitarbeiter des Fanprojekts sehen wir eine deutliche Grenzüberschreitung“, so die Meldung der Supporters.

Schutzraum Fanprojekt

Die Räumlichkeiten des Fanprojekts gelten – wie andere sozialpädagogische Einrichtungen auch – als Schutzraum, in dem jahrelange vertrauensvolle Beziehungen aufgebaut werden. Etliche Beratungs- und Konfliktlösungsgespräche werden und wurden geführt. Deren Rahmen sei stets vertraulich und alle Sozialpädagogen unterliegen gegenüber Dritten der Schweigepflicht. „Diese grundlegende und wichtige Arbeit wird nun durch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe massiv untergraben“, so die Supportes Karlsruhe.

„Trotz deutlicher Forderungen der gesamten Sozialarbeit in Deutschland verfügen Sozialpädagogen nicht über ein Zeugnisverweigerungsrecht. Genau das wird nun von der Staatsanwaltschaft ausgenutzt. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe schädigt wissentlich oder zumindest grob fahrlässig eine Institution, die in den letzten Jahren mitunter dafür gesorgt hat, das Verhältnis zwischen Fans und Polizei zu befrieden und die Eskalationsspirale nicht weiter drehen zu lassen. Das Vertrauen der gesamten Karlsruher Fanszene in die Mitarbeiter des Fanprojekts ist sehr groß. Ob dies in Zukunft noch so sein wird, muss offenbleiben, wenn Sozialarbeiter von der Staatsanwaltschaft als Zeugen vorgeladen werden. Mühselige, jahrelange Präventivarbeit wird wissentlich mit Füßen getreten und bleibt nachhaltig beschädigt. Wir fordern die Staatsanwaltschaft Karlsruhe daher klar und deutlich auf: HÄNDE WEG VOM FANPROJEKT!  Sozialpädagogische Arbeit mit und ohne Fußballfans muss weiterhin ohne staatliche Repression möglich sein! Weiter unterstützen wir die Forderung nach einem Zeugnisverweigerungsrecht für Sozialpädagogen“, so die Meldung im Wortlaut.