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Basketball-Wahnsinn in Karlsruhe – LIONS drehen verloren geglaubtes Spiel

Foto: Lastriasi Lastriasi auf Pixabay

Karlsruhe (psk). Die Zuschauer der Begegnung PS Karlsruhe LIONS gegen BBC Bayreuth benötigten am 16. Dezember einen langen Atem. Denn die Partie im Rahmen des zwölften Spieltags der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA war erst um 21:54 Uhr, 144 Minuten nach Spielbeginn, beendet.

Was war passiert? Karlsruhe war in der heimischen Lina-Radke-Halle nach insgesamt ausgeglichenen 40 Minuten vier Sekunden vor dem Ende mit fünf Punkten in Rückstand geraten. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Mit einem blitzschnellen Vorstoß, gefolgt von einem weiten Dreier verkürzte O´Showen Williams für die LIONS, bevor sein Kollege Melvin Jostmann nach einem Steal von Lachlan Dent per Korbleger auf 72:72 stellte und die Overtime erzwang. Diese begann jedoch aufgrund eines Defekts an der Anzeigetafel mit einigen Minuten Verspätung und brachte nochmals Hochspannung. Am Ende stand ein 82:81 und die Hausherren waren die strahlenden Sieger.

Die ersten Punkte im Spiel gingen an das Karlsrudel. Doch von Beginn an hatten die Badener Schwierigkeiten, den Ball zu kontrollieren und gute Abschlüsse zu kreieren. Bayreuth benötigte zwar über drei Minuten bis zum ersten Korb. Ab diesem Zeitpunkt waren die Franken aber klar im Vorteil, wirkten frischer und agierten druckvoller. Erst gegen Ende des ersten Viertels fanden sich die LIONS besser in der Partie zurecht und Lachlan „Lucky“ Dent brachte sein Team mit einem Buzzerbeater aus der Distanz auf 16:19 heran. Im folgenden Spielabschnitt konnten die Gastgeber zwar im Hinblick auf die Punkte mithalten, machten es dem BBC in dessen Angriffsbemühungen jedoch oft zu einfach. Erst allmählich setzte Headcoach Aleksandar Scepanovics Mannschaft die Gegenspieler früher unter Druck, verpasste es allerdings durch eigene Fehler, sich für die Bemühungen zu belohnen. So war das Duell eng und meist ausgeglichen. Mit 32:35 ging es in die Halbzeitpause. Zurück auf dem Court machten es die LIONS besser als zuvor, sicherten sich nun mehr Rebounds und ließen in den ersten fünf Minuten des dritten Viertels lediglich vier gegnerische Punkte zu. Nach einigen Minuten wendete sich das Blatt aber wieder zugunsten der Gäste, die mittels eines 11:2-Runs die Führung zurückeroberten und erfolgreich verteidigten. Der vermeintliche Schlussabschnitt begann bei einem Spielstand von 49:55. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Run brachte die LIONS binnen 75 Sekunden auf 55:55 heran und es deutete nun einiges auf eine spannende Schlussphase hin. Bei den Bayreuthern dauerte es zwar über drei Minuten, bis sie den Ball wieder durch die Karlsruher Reuse schickten. Doch dann zeigte sich der BBL-Absteiger wieder so durchsetzungsstark wie in der Anfangsphase der Begegnung. Williams, der aus allen Lagen abdrückte, hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Anschluss für Karlsruhe nicht verloren ging und die Führung sogar nochmals kurzzeitig wechselte. Doch dann kam es zu der eingangs beschriebenen Situation, die in die erste Overtime der Saison für die Hausherren mündete. Die restlos ausverkaufte Lina-Radke-Halle stand Kopf und probte während der Technik-bedingten längeren Unterbrechung schon einmal La Ola. Als es auf dem Parkett weitergehen konnte, war die Atmosphäre entsprechend aufgeladen. Die Zuschauer wurden für ihren Einsatz mit weiteren fünf packenden Minuten belohnt, in denen es erneut extrem eng zuging – mal mit Vorteilen für das eine, mal für das andere Team. Nun zeigten die LIONS die besseren Nerven. Nachdem die Freiwurfquote bis dahin vergleichsweise schlecht gewesen war, verwandelten die Spieler nun durchweg sicher und machten auf diese Weise aus einem 78:78 ein 82:78, während es dem BBC trotz teils dramatischer Bemühungen nicht gelang, den Ball aus dem Spiel heraus im Karlsruher Korb unterzubringen. Erst in der letzten Sekunde vor Ablauf der Uhr verwandelten die Gäste einen äußerst weiten Dreier zum engstmöglichen Endstand, der den dramatischen Verlauf der Begegnung gut widerspiegelte.

LIONS-Topscorer war Point Guard O´Showen Williams mit 21 Punkten, gefolgt von Lachlan Dent auf derselben Position mit 17 Zählern. Jesse Ani kam auf 13, Melvin Jostmann auf zwölf Punkte, darunter wohl seine bisher wichtigsten im Trikot der Badener. Durch den Erfolg rückt Karlsruhe auf den siebten Tabellenrang vor und hat die Chance, am kommenden Wochenende weiter nach oben zu klettern. Dann geht es für die LIONS zu den Bozic Estriche Knights Kirchheim. Einen weiteren Sieg vorausgesetzt könnten sie mit den derzeit fünftplatzierten Schwaben gleichziehen. Tipoff im Baden-Württemberg-Derby am 23. Dezember ist um 19:00 Uhr.