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Spektakulärer Basketball-Krimi – LIONS behalten gegen Münster die Nerven

Symbolbild Basketball Bild von Pexels auf Pixabay

Karlsruhe (psk). Wer am 27. Januar im Vorfeld der Begegnung zwischen den PS Karlsruhe LIONS und den Uni Baskets Münster davon ausgegangen war, die Partie würde so einseitig sein wie das Hinspiel drei Wochen zuvor in Westfalen, sollte in der Karlsruher Lina-Radke-Halle schnell eines Besseren belehrt werden. Am 19. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ließen die Gäste von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich angemessen für die klare Hinrunden-Niederlage revanchieren wollten. Dies gelang dem Tabellennachbarn der LIONS eindrucksvoll, obwohl die Siegpunkte nach 40 hochintensiven Minuten schließlich doch in der Fächerstadt blieben. Unterstützt von einem frenetischen Publikum behielt das Karlsrudel mit 77:72 die Oberhand, so die Meldung des PS Karlsruhe.

Die Uni Baskets machten schnell klar, dass dies ein anderes Duell wie im Hinspiel am 6. Januar werden würde. Nach zwei schnellen Dreiern und einem Korbleger stand es nach gerade einmal zwei Minuten 0:8. Es dauerte quälend lange bis zum ersten Korberfolg der Hausherren, die sich in der vierten Minute bereits mit einem 2:8-Rückstand konfrontiert sahen. Mit der Zeit fanden aber auch die LIONS besser ins Spiel und schalteten dann zur Mitte des ersten Viertels einen Gang hoch, was sich in einem Neun-Punkte-Run zum Führungswechsel ausdrückte. Mit einem 23:19-Vorsprung für die Gastgeber ging es dann auch vor den Augen von Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in die erste Pause. Der Rathauschef hatte sich ein gutes Datum für seinen Besuch im „Löwenkäfig“ ausgesucht. Denn beide Teams lieferten sich einen meist temporeichen, aber stets hochintensiven Schlagabtausch. Die 1.500 Zuschauer in der ausverkauften Lina-Radke-Halle schienen zu spüren, dass die Entscheidung in einem engen Rennen fallen würde, und stärkten ihrem Team über die gesamte Spielzeit hinweg lautstark den Rücken. Besonders großer Jubel kam auf als nach 13 Minuten Kapitän Julian Albus nach langer Verletzungspause erstmals wieder das Spielfeld betrat. In dieser Phase lief es gut für die Badener, die sich in der 15. Minute beim 33:23 mit zehn Punkten den größten Vorsprung des Abends erarbeitet hatten. Headcoach Aleksandar Scepanovics Team verteidigte gut und machte es den Gästen nicht einfach, aussichtsreiche Würfe zu kreieren. Doch unter dem gegnerischen Korb machten sich die LIONS nun ein ums andere Mal selbst das Leben schwer. Die Dreierquote war nicht gut, was sich auch im weiteren Verlauf nicht ändern sollte. Doch in dieser Phase kamen auch noch schwache Versuche von der Freiwurflinie hinzu. Somit wäre vor den eigenen Fans zur Halbzeit mehr drin gewesen als eine knappe 37:43-Führung.

Nach der Rückkehr aus den Kabinen änderte sich zunächst wenig an der Dynamik auf dem Court. Beide Mannschaften investierten viel Energie, während die LIONS leichte Vorteile aus ihren Aktionen ziehen konnten. Der Spielstand von 53:46 in Minute 25 ließ schon vermuten, dass sich Karlsruhe wie im Spielabschnitt zuvor erneut etwas absetzen würde. Dann aber riss der Faden und eine kämpferische Gästemannschaft setzte an, die Begegnung komplett zu drehen. Denn bei den Hausherren häuften sich in dieser Phase die Turnover. Manche Beobachter fühlten sich schon an das vergangene Wochenende erinnert, als Karlsruhe bei den Eisbären Bremerhaven mit einem sehr schwachen dritten Viertel sämtliche Siegchancen verspielt hatte. Auch diesmal sah es nicht gut aus. Mit einem 15:2-Run rissen die Uni Baskets die Begegnung an sich und zur letzten Pause stand es 55:61. Auch die ersten Punkte im vierten Viertel gingen an Münster. Kurz darauf schickte aber Albus einen Dreier durch die Reuse der Gäste. Es waren seine ersten Punkte an diesem Abend. Die wirkten scheinbar als Energizer und brachten das Team dazu, wieder an sich selbst zu glauben. Auch wenn weiterhin längst nicht alle Würfe ihr Ziel fanden – die LIONS waren wieder voll im Spiel, glichen zum 63:63 aus und eröffneten damit gefühlt bereits die Crunchtime, obwohl noch fast acht Minuten auf der Uhr waren. Die folgenden Sequenzen brachten die Uni Baskets wieder in Front, bevor in Minute 35 ein feiner Korbleger von Victor Bailey zum 65:67 den Startschuss für eine vom Karlsruher Publikum begeistert gefeierte Schlussphase markierte. Spektakuläre Steals, Blocks und schnelle Gegenstöße brachten die LIONS auf 75:68 nach vorn. Doch es waren immer noch zweieihalb Minuten zu spielen und Münsters Topscorer Hilmar Petursson sorgte durch seinen Dreier zum 75:72 26 Sekunden vor dem Ende ein letztes Mal für Spannung. Eine Auszeit und zwei Freiwürfe später waren es aber die Karlsruher Spieler, die verdient jubelten.

LIONS-Topscorer war Bakary Dibba mit 17 Punkten. Der dänische Nationalspieler überzeugte zudem mit neun Rebounds und drei wertvollen Blocks. O´Showen Williams scorte 13-fach, genauso wie Victor Bailey, der vor eineinhalb Wochen nach Karlsruhe gekommen war und seine Heimpremiere im Löwentrikot feierte. Williams gelang darüber hinaus mit ganzen sieben Steals ein extrem guter Wert. Stark auch Geburtstagskind Jesse Ani: Der nun 22-Jährige holte neun Punkte und acht Rebounds.

Mit elf Erfolgen haben die LIONS nun genauso viele wie die Uni Baskets. Durch den Sieg im direkten Vergleich liegt Karlsruhe jetzt aber vor Münster auf Tabellenrang sechs. Die nächste Aufgabe für die Badener wartet am 4. Februar bei den Dresden Titans, die nach drei Niederlagen in Folge Zehnter sind.