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Stadt Karlsruhe gibt grünes Licht – PSK LIONS ab Spätsommer 2024 wieder in der Europahalle

Die Europahalle

Karlsruhe (psk). Seit 2017 gehören die PS Karlsruhe LIONS der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA an und haben sich dort in den vergangenen über sechs Jahren erfolgreich etabliert. Das Zuschauerinteresse ist entsprechend groß und die 1.500 Plätze bietende Lina-Radke-Halle, wo die Profis derzeit ihre Gegner aus dem gesamten Bundesgebiet empfangen, fast durchgängig ausverkauft. Vor wenigen Tagen schließlich erreichte die LIONS-Verantwortlichen eine Nachricht von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup persönlich: Die Sanierungsarbeiten in der Europahalle werden im Sommer abgeschlossen sein und das ProA-Team spielt in der Saison 2024/2025 wieder dort, wo schon mehrfach Basketball-Geschichte geschrieben wurde. Unter anderem fanden hier mehrere Spiele der Europameisterschaften 1985 und 1993 statt. Auch Erstliga-Basketball gab es in der Europahalle bereits zu sehen, als Anfang der 2000er-Jahre die BG Karlsruhe den Sprung in die BBL schaffte.

Die ersten Heimspiele nach dem Aufstieg im Herbst 2017 mussten die LIONS mit einer Sondergenehmigung in der nur 800 Zuschauer fassenden Halle der Friedrich-List-Schule austragen, bevor man in die eilig für den Ligabetrieb ertüchtigte Europahalle umziehen konnte. Doch diese war sanierungsbedürftig. So musste ein neuer „Löwenkäfig“ gefunden werden. Am 25. September 2021 war es so weit: Während in der Europahalle die Bauarbeiten unter Hochdruck anliefen, weihten die LIONS nur wenige hundert Meter entfernt die neu errichtete Lina-Radke-Halle mit einem Heimsieg gegen die VfL Kirchheim Knights ein – damals noch Corona-bedingt vor wenigen hundert Zuschauern. Als dann die letzten Beschränkungen gefallen waren, zeigte sich, über was für ein Zuschauerpotenzial die Karlsruher Korbjäger inzwischen verfügten. Seitdem ist die kompakt gebaute Lina-Radke-Halle meist bis auf den letzten Platz ausverkauft und wartet mit einer dichten sowie mitreißenden Atmosphäre auf.

Im Hintergrund arbeiteten die LIONS-Verantwortlichen beständig an der Rückkehr in die Europahalle. Denn nur die ist in der Lage, die Lizenzanforderungen der Basketball Bundesliga GmbH an die spieltechnische Einrichtung für Begegnungen in der easyCredit BBL zu erfüllen. Die Gründe für den erneuten Umzug liegen demnach auf der Hand. Paul Alshut, kaufmännischer Leiter bei Karlsruhes Basketball-Aushängeschild, bringt es auf den Punkt: „Die Potenziale der Lina-Radke-Halle sind ausgereizt. Für die weitere Entwicklung ist eine umfangreichere Infrastruktur zwingend erforderlich. Die Europahalle bietet nicht nur über 3.500 Steh- und Sitzplätze, sondern auch einen größeren Hospitality-Bereich, der erweiterte Möglichkeiten in der Vermarktung schafft.“

Bereits mehrfach konnten sich die LIONS für die Playoffs der ProA qualifizieren. In der abgelaufenen Spielzeit schafften sie es gar bis ins Halbfinale. „Sollte uns tatsächlich einmal der Sprung ins Finale gelingen, wäre das gleichbedeutend mit der sportlichen Qualifikation für die BBL. Langfristig arbeiten wir auf dieses Ziel hin. Daher sind wir der Stadt Karlsruhe sowie Herrn Dr. Mentrup sehr dankbar für die positive Nachricht, die es uns ermöglicht, frühzeitig und seriös für die kommende Saison zu planen“, fasst Alshut die derzeitige Situation zusammen.

Der Blick der LIONS geht demnach weit voraus. Um den eingeschlagenen Wachstumskurs fortschreiben zu können, sollen der Profi-Bereich sowie die auf nationaler Ebene aktiven Jugendmannschaften der U16 bzw. U19 in absehbarer Zeit als GmbH aus dem Stammverein Post Südstadt Karlsruhe (PSK) ausgegliedert werden. Ziel ist die Transformation in ein modernes, zukunftsfähiges Unternehmen mit selbstständiger Organisation. Einblicke hierzu gewährt ein Business-Plan, der im vergangenen Sommer erstellt wurde. Er beinhaltet als einen der zentralen Punkte die Vermarktung und damit die Erwirtschaftung eines Budgets, das die langfristige Konkurrenzfähigkeit – auch mit Blick auf die BBL – sicherstellt.

Der Business-Plan hebt die zunehmende Bedeutung des Sponsorings hervor. Vor diesem Hintergrund sieht Alshut mit der Europahalle als Spielstätte ein großes Entwicklungspotenzial für die Zukunft und konkretisiert: „Karlsruhe ist ein starker Wirtschaftsstandort. Mit den LIONS als sportliches Aushängeschild eröffnen sich für hiesige Unternehmen vielfältige Möglichkeiten in Bezug auf Sichtbarkeit und Imagepflege. Unsere bestehenden langjährigen Partnerschaften zeigen, dass wir bereits als starke Marke wahrgenommen werden. Von der langfristig angestrebten Erstliga-Zugehörigkeit könnte die gesamte Fächerstadt noch mehr profitieren – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich.“