Verletzungsschock stört Rhythmus – LIONS verlieren bei den Tigers
Karlsruhe (psk). Das Auswärtsspiel der PS Karlsruher LIONS bei den Tigers Tübingen am 6. Februar wurde zu einem bitteren Abend für die Badener.
Einerseits, da die Schwaben sich mit 99:79 vor heimischer Kulisse für das 92:82 in der Fächerstadt am 5. Dezember revanchierten und damit bei Punktgleichheit aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs in der Tabelle an Karlsruhe vorbeizogen. Andererseits – und das dürfte noch schwerer wiegen – verletzten sich an diesem 21. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit Maurice Pluskota und Wesley Oba bei den LIONS gleich zwei Big Men so schwer, dass an ein Weitermachen der beiden Schlüsselspieler auf den deutschen Positionen nicht zu denken war. Diagnosen stehen noch aus. Die Ereignisse wirbelten die Karlsruher Rotation derart durcheinander, dass die Mannschaft von Headcoach Demond Greene in der Folge einen äußerst schweren Stand hatte und gegen Ende chancenlos war.
Die Partie am Neckar begann mit einem Schützenfest von der Dreierlinie. In der flotten Anfangsphase fielen hüben wie drüben reichlich Distanztreffer. Nach knapp drei Minuten stand es 10:9, bevor die Hausherren die ersten waren, die ihre Defense geordnet hatten und mit schnellem Umschaltspiel sowie einer besseren Wurfauswahl davonzogen. Bei einem Rückstand von bereits 17 Punkten in Minute acht schien sich ein Desaster für die LIONS anzudeuten, die aber bis zur ersten Pause noch fünf Punkte von der Differenz abknabbern konnten. Mit 32:20 ging es in den zweiten Abschnitt, in dem die Gäste von Beginn an viel besser im Spiel waren, mehr Druck aufbauten und auch unter den Körben die Hoheit an sich rissen. Keine drei Minuten nach Wiederbeginn stand es 36:33 und Karlsruhe schickte sich an, die Kontrolle über die Begegnung zu übernehmen. Nicht einmal das verletzungsbedingte Ende für Pluskota konnte daran etwas ändern. Vier Sekunden vor der Halbzeitpause war es soweit und Tyrese Williams stellte mit einem Dreier den verdienten 49:49-Ausgleich her. Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte David Ejah für die Gästeführung, an der sich die Badener aber nur kurz erfreuen konnten. Das Aus für Wesley Oba in Minute 33 bedeutete eine empfindliche Schwächung des Karlsrudels, das zwar nochmals einen Rückstand aufholte und knapp vier Minuten vor der letzten Pause zum 59:59 ausglich. Nun aber bedingte die zwangsweise kleine Rotation, die Greene auf den Court schicken musste, immer wieder Mismatches, so dass die Tigers die Lufthoheit übernahmen und zehn Minuten vor dem Ende auf 72:61 davongezogen waren. Im Schussviertel war es ein ungleiches Duell. Die zwischenzeitlich spannende und attraktive Begegnung trudelte mit einem klaren Ergebnis aus.
Mit Abstand effektivster Akteur auf dem Feld war Tyrese Williams, der für die LIONS acht seiner zwölf Versuche von der Dreierlinie verwandelte und auf insgesamt 30 Punkte kam. Isaiah Hart kam auf 15 Zähler, David Ejah mit 13 Punkten und zehn Rebounds auf ein Double Double. Während die meisten ProA-Teams am Sonntag erneut im Einsatz sind, hat Karlsruhe spielfrei, was angesichts der dünnen Personaldecke zur richtigen Zeit kommt. Weiter geht es für Greenes Löwen am 15. Februar im Sonntagsspiel bei den Artland Dragons.
