Rheinbrüder mit großem Aufgebot bei der Junioren- und U23-WM in Halifax
Undine Horakh – Dieses Jahr im K4 500m und K1 1000 Meter in Halifax am Start (©Rheinbrüder Karlsruhe)
Halifax/Karlsruhe (pm). Kanada wird vom 1. bis 5. Juli zum Treffpunkt der besten Nachwuchs-Kanutinnen und -Kanuten der Welt. Bei den Junioren- und U23-Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport geht es auf dem traditionsreichen Lake Banook in Dartmouth um internationale Medaillen, Finalplätze und wertvolle Erfahrungen auf höchstem Kanu-Niveau. Die Strecke in Nova Scotia ist im internationalen Kanusport keine Unbekannte: Immer wieder war Halifax Gastgeber großer Rennen: Zuletzt rückte der Lake Banook 2022 bei den Weltmeisterschaften der Leistungsklasse in den Mittelpunkt – nun gehört die Bühne der nächsten Generation.
Mit dabei ist auch ein starkes Aufgebot der Rheinbrüder. Gleich mehrere Athletinnen und Athleten des Karlsruher Traditionsvereins haben den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft geschafft und vertreten die Bundesfarben beim Saisonhöhepunkt. Für die Kanuten aus dem Rheinhafen ist diese Nominierungsbreite ein weiterer Beleg für die jahrzehntelange erfolgreiche Nachwuchsarbeit am Bundesstützpunkt.
Die zentrale Rolle im Karlsruher Aufgebot nimmt Hanno Wortmann ein. Der aus dem Saarland stammende Kajakspezialist bestreitet inzwischen seine zweite Saison im Trikot der Rheinbrüder und hat sich in Karlsruhe sportlich großartig weiterentwickelt. Nach seiner Silbermedaille im Zweierkajak bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr will Wortmann auch in dieser Saison wieder international angreifen. In Halifax ist er im K1 über 1000 Meter sowie in der Mix-Relay über 5000 Meter vorgesehen. Gerade im Einer über die 1000 Meter wird Wortmann neben Kraft und Ausdauer auch ein hohes Maß an Taktik und Durchsetzungsvermögen benötigen, um sich gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. Nach seiner starken Vorstellung bei den nationalen Qualifikationen hat sich der 23.-Jährige eine vordere Platzierung im A-Finale als Ziel gesetzt. In der Mix-Staffel muss der KIT-Student zusätzlich noch mehrere Laufportagen bewältigen, um sich gut platzieren zu können.
Ebenfalls im Kajakbereich startet Shootingstar und Mannschaftbootspezialist Moritz Hörner aus der Trainingsgruppe von Heimtrainer Yannik Hofmann. Seine Nominierung kommt in diesem Jahr absolut überraschend, denn für ihn ist es der erste Einsatz in einer deutschen Auswahlmannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Hörner konnte sich im Zweierkajak zusammen mit seinem Berliner Partner Niklas Hilbrich gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen und bekommt damit die Chance, sich direkt auf der anspruchsvollen olympischen 500 Meter Distanz mit der internationalen Konkurrenz zu messen.
Als echte Dauerbrennerin im Nationaltrikot geht Jette Brucker an den Start. Für sie ist es bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem sie einer deutschen Auswahlmannschaft angehört. Diese Konstanz unterstreicht ihren Stellenwert im Nachwuchsbereich. In Halifax sitzt Brucker im Kajak-Vierer über 500 Meter. Zusammen mit Estella Damm/Dresden, Hannah Spielhagen/Potsdam und Ricka Kuinke/Berlin will die Studentin der Chemischen Biologie im K4 um die Medaillen kämpfen.
Die Erfahrung aus den vergangenen internationalen Einsätzen dürfte dabei ein wichtiger Faktor sein. Wie schon in ihrem letzten Jahr bei den Juniorinnen wird die Daxlanderin auch im K1 über die 200m an den Start gehen und auf eine Finalplatzierung hoffen.
Für Undine Horakh ist es die zweite Juniorenweltmeisterschaft im deutschen Nachwuchsteam. Nach ihrem Einsatz in der Mixed-Staffel im vergangenen Jahr hat sich Horakh für diese Weltmeisterschaft größere Ziele und Aufgaben vorgenommen. In Halifax wird sie unter Betreuung der Karlsruher Auswahltrainern Maren Knebel sowohl im K4 über 500 Meter zusammen mit Lena Gieschke/Berlin, Femke Rupf/Magdeburg und Greta Tonscheidt/Leipzig als auch im K1 über 1000 Meter antreten.
Für eine große Überraschung sorgt Marie Freisinger. Die junge Rheinschwester startet eigentlich noch der Jugendklasse bei Trainer Cedric Maas, konnte sich jedoch bereits in diesem Jahr für die Nationalmannschaft qualifizieren. In Halifax startet die Schülerin des Otto Hahn Gymnasiums im K2 über 500 Meter gemeinsam mit Levke Uhlmann aus Bochum. Für Freisinger ist der WM-Einsatz damit nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, früh internationale Erfahrung auf höchstem Nachwuchsniveau zu sammeln.
Stark vertreten sind die Rheinbrüder zudem im Canadierbereich. Marie-Sophie Syskowski und Cheyenne Heidl waren bereits im vergangenen Jahr international dabei und wollen nun gemeinsam mit Emelie Göttert den nächsten Schritt gehen. Das Karlsruher Trio kniet zusammen mit der Leipzigerin Johanna Larsow im fast „reinen Karlsruher C4“. Das Ziel ist klar: Im Mannschaftsboot wollen die drei Rheinschwestern soweit wie möglich vorn mitfahren und um eine Medaille kämpfen. Dafür braucht es auf der 500-Meter-Strecke ein perfektes Zusammenspiel bis zur Ziellinie. Zusätzlich gehen die beiden Rheinschwestern Syskowski & Heidl vom Karlsruher Trainer David Reeck, im C2 über 200 Meter an den Start.
Für die Junioren- und U23-Athletinnen und Athleten ist die anstehende Weltmeisterschaft in Kanada der sportliche Höhepunkt des Sommers. “Acht Nominierungen zeigen, wie breit der Verein im Nachwuchs aufgestellt ist. Finalteilnahmen und vordere Platzierungen bleiben das Ziel. Gleichzeitig ist jeder Erfolg bereits ein starkes Zeichen für die tägliche Arbeit im Training und für die Entwicklung unserer jungen Sportlerinnen und Sportler“, fasst Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann zusammen.
