Urgestein Juretzko: Ein Leben für den Ringsport

Adam Juretzko Quelle: Germania Weingarten
Adam Juretzko
Quelle: Germania Weingarten

Weingarten (ps). Bundesliga-Ringen ohne Adam Juretzko? Undenkbar! 27 Jahre ist es mittlerweile her, dass der „Commander“ sein Debüt im deutschen Oberhaus feierte. Der Großteil seiner aktuellen Teamkollegen beim SV Germania Weingarten war da noch nicht einmal geboren! Im Interview blickt Adam zurück auf seine erfolgreiche Karriere und gibt zwei ambitionierte Ziele aus, die der Altmeister noch erreichen möchte.

„Ich weiß es noch, als ob es gestern gewesen wäre“, erinnert sich Juretzko an seinen ersten Bundesliga-Kampf im Jahr 1989 gegen den zweimaligen Weltmeister Rifat Yildiz: „Ich war damals 17 und musste kurzfristig einspringen. Anfangs hat er mich noch unterschätzt, doch am Ende hat er mich mit einer Kopfklammer auf die Schultern gelegt.“ Damals trug der in Polen geborene und im westfälischen Werdohl beheimatete Juretzko noch das Trikot des KSV Witten, in dessen Halle er sich auch heute noch fit hält.

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Mit dem VfK Schifferstadt erlebte der Griechisch-römisch-Spezialist Anfang der 2000er die ganz großen Zeiten, der damalige Köllerbacher Konstantin Schneider war über mehr als ein Jahrzehnt sein schärfster Rivale im 74 bzw. heutigen 75-kg-Limit.
2009 wollte Juretzko seine Laufbahn dann schon beenden, ehe er sich doch noch für einen Wechsel nach Weingarten entschied. „Das war die beste Entscheidung meiner Karriere!“, sagt der mehrfache Deutsche Meister und zweimalige EM-Bronzemedaillengewinner heute: „Ich liebe
diesen Klub, diese Atmosphäre, diese Leute hier. Sie treiben mich weiter an.“ 120 Kämpfe hat Juretzko für den SVG inzwischen schon bestritten, 73 davon gewonnen. Und noch soll nicht Schluss sein.

„Ich will mit Weingarten nochmal den Titel holen“, sagt er voller Überzeugung: „Und auf den Deutschen Einzelmeisterschaften würde ich mich auch gerne mit Gold verabschieden.“

Ambitionierte Ziele für einen, der im September 45 Jahre alt wird. Doch Juretzko ist ein Ausnahmefall, treibt seinen durchtrainierten Body noch immer regelmäßig zu Höchstleistungen und trainiert – abgesehen vom heiligen Sonntag – jeden Tag! „Nach jeder Saison denke ich kurz, ich sollte vielleicht aufhören. Aber dann packt mich die Lust doch wieder“, sagt Juretzko – und klingt, als könnte das durchaus noch ein paar Jahre so weitergehen…