Sollen Bürger für das KSC-Stadion bezahlen?

Dunkle Wolken über dem KSC-Stadionneubau?

Karlsruhe (ps). Das bisherige Konzept für das neue KSC-Stadion muss erneuert werden. Die Finanzierung droht, den Karlsruher SC zu überfordern, warnt die AfD in einer aktuellen Pressemitteilung.

„Die AfD fordert Transparenz und Direkte Demokratie und somit einen Bürgerentscheid über den Neubau auf der Basis eines realistischen Finanzierungskonzeptes, ggf. unter Beteiligung der Stadt“, so die AfD.
„Da das Geld, das für das Stadion ausgegeben wird, am Ende für andere wichtige Dinge fehlen wird, fordern wir nach wie vor einen Bürgerentscheid zum Bau eines neuen Stadions. Zukünftig soll der KSC am Anfang jährlich 2,6 Millionen Euro zur Finanzierung des Stadions beitragen. Und die nächsten 30 Jahre soll das dann auf 5,7 Millionen Euro pro Jahr anwachsen…“darauf hatte Marc Bernhard, Bundestagsabgeordneter und Stadtrat für die AfD, bereits im Oktober 2016 in seiner Haushaltsrede hingewiesen.

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„Wir glauben einfach, dass wir den KSC mit diesem Konzept überfordern. Was hier passiert ist eine ganz klare Risikoverlagerung des Vereinserfolgs auf die Stadt. Und das ist völlig inakzeptabel. Das ist es kein gutes Konzept für die Stadt und schon gar kein gutes Konzept für den Verein“, so Marc Bernhard damals weiter.

Alle Risiken berücksichtigt?

Dr. Paul Schmidt (AfD-Stadtrat) erklärt dazu heute: „Jetzt bewahrheiten sich unsere Aussagen aus dem Jahr 2016 und davor. Das damalige Versprechen der Stadtverwaltung, dass der bis ins Detail geplante Stadionkörper 75 Mio. und das Gesamtprojekt 113 Mio. Euro kosten wird, ist nicht länger zu halten. Die bisher bekannten Risiken werden von den potentiellen Auftragnehmern höher bewertet als von der Stadtverwaltung erwartet, sodass der Preis nun deutlich über dem Budget liegt. Damit funktioniert das bisherige Konzept nicht mehr, und ein neues muss her.
Damit dabei nun aber wirklich alle Risiken berücksichtigt werden, auch die, die mit dem Rückbau des bestehenden Baukörpers verbunden sind, haben wir uns mit einer Gemeinderatsanfrage an die Stadtverwaltung gewandt.“
„Mit dem neuen Konzept wird jetzt entweder der Rotstift angesetzt werden oder die Stadt greift in die Trickkiste und verlagert Kosten des Projektes dahin, wo sie dann die Karlsruher Bürger zu zahlen haben, oder beides“ prophezeit Stadtrat Marc Bernhard.
„Dem Verein muss ein wirtschaftlicher Betrieb ermöglicht werden“, so OB Mentrup, SPD. Doch wie soll das bei der geplanten Re-Finanzierung des Stadionneubaus gehen, erst recht, wenn jetzt noch weitere Kosten absehbar sind?

Transparenz gefordert

Die Planer haben die Hoffnung, dass allein durch den Neubau eines Stadions die Leistungsfähigkeit und dadurch der Erfolg des KSC in den Bundesligen steigen wird, damit der Fußballclub das 10-Fache der jetzigen Pachtkosten tragen kann. Wie realistisch ist das?

Die AfD glaubt, dass die Stadt den KSC auch mit dem neuen Konzept überfordert. Der aktuell in der 3. Liga spielende Verein wird nicht in der Lage sein, seinen vorgesehenen Beitrag zu bezahlen. Es erfolgt eine Risikoverlagerung vom KSC auf die Stadt und somit auf die Bürger. Dies wird mit der Auslagerung des Projekts in eine weitere städtische Gesellschaft nur kaschiert.

„Wir fordern Transparenz, d.h. alle Kosten müssen auf den Tisch. Und wir fordern ein realistisches Finanzierungskonzept, mit dem der KSC leben kann, ggf. unter Beteiligung der Stadt. Denn was nutzt uns ein neues Stadion, wenn der KSC pleite geht?“ wiederholt Marc Bernhard die Forderungen der AfD aus 2016 und davor. „Mit dem neuen Konzept für Bau und Bauablauf müssen jetzt, da man es besser weiß, alle Kosten auf den Tisch. Damit wird auch ein funktionierendes Finanzierungskonzept möglich, mit klar ausgewiesener Beteiligung der Stadt. Auf dieser Basis sollen dann die Bürger entscheiden.“, resümiert Marc Bernhard, Bundestagsabgeordneter und Stadtrat in Karlsruhe.