Bretten entführt beide Punkte durch Tor in der Schlusssekunde

Karlsruhe-Knielingen (ps). Die Serie des TV Knielingen in der Handball-Badenliga Männer ist gerissen. Mit 19:20 (8:8) unterlag die Job-Sieben in heimischer Halle erstmalig in der laufenden Saison. Der Siegtreffer der Gäste fiel dabei erst in der Schlusssekunde des Spiels.

Beide Teams, ansonsten verliebt ins Torwerfen, geizten mit Treffern in der ersten Halbzeit. Nur jeweils acht gelangen beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit. Das lag zum einen an der kompromisslosen Abwehrarbeit, zum anderen an bestens aufgelegte Torhüter. Für den TVK zeichnete sich Florin Panazan aus und auf Bretter Seite war Florian Eitel kaum zu überwinden. Vor vollen Rängen in der Reinhold-Crocoll-Halle entwickelte sich vom Start weg ein kämpferisch geführtes Derby. Die taktischen Maßgaben der Trainer mit einer offensiveren Abwehrvariante stellte vor allem die Rückraumspieler vor große Herausforderungen. So sahen die Zuschauer viele Eins-gegen-Eins-Aktionen, die nicht immer erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Melanchthon-Städter führten fast über die gesamte Spielzeit mit einem oder zwei Toren. Doch den Knielingern gelang es immer wieder auszugleichen. Nur zweimal lagen die Gastgeber in Front (1:0 und 8:7).

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Auch nach der Pause blieb das Spiel spannend, denn keine Seite konnte sich entscheidende Vorteile verschaffen. Folge des kämpferischen Einsatzes beider Teams waren eine rapide ansteigende Anzahl von Zeitstrafen (15). Auf der Anzeigetafel stand in der 51. Spielminute einmal mehr das Remis (15:15). Die letzten Minuten der Begegnung verliefen dann sehr dramatisch und die Fans auf der Tribüne gingen begeistert mit. Es waren noch fast vier Minuten zu spielen als Bretten mit zwei Toren vorn lag (16:18). Trainer Tobias Job nahm die Auszeit und stellte den Kompass seiner Mannschaft neu ein. Hannes Abt und Felix Kracht, nach einem Brettener Ballverlust, machten den Rückstand wett (18:18). Die Gäste hielten aber dagegen und erarbeiteten sich erneut den Führungstreffer. Keine zehn Sekunden waren noch zu spielen als sich Benny Borrmann – bei Knielinger Unterzahl durch eine Zeitstrafe in den letzten 30 Sekunden gehandicapt – durchtankte und dynamisch das 19:19 markierte. Alles rechnete schon mit einer leistungsgerechten Punkteteilung, doch die Männer von TVB-Coach Sandro Catak führten den Anwurf schnell aus und nutzten eine Unaufmerksamkeit der Knielinger Defensive zum Siegtreffer in der Schlusssekunde. Nicht wenige Knielinger Anhänger sahen den Ball erst nach Ablauf der regulären Spielzeit im Netz, doch die beiden Unparteiischen entschieden, dass das Tor regelgerecht erzielt wurde. Enttäuschung auf Knielinger Seite, großer Jubel auf der anderen Seite war die natürliche Folge.

Gästetrainer Catak sah das Spiel als Werbung für den Handballsport, bei dem seine Mannschaft letztlich die Glücklichere war. TVK-Trainer Tobias Job widersprach dieser Einschätzung nicht: „Beide hätten sicher einen Punkt verdient gehabt. Das Glück stand uns in den letzten zwei Spielen das zur Seite, heute nicht. Die letzte Aktion war symptomatisch für das ganze Spiel. Wir machen den Ausgleich und schaffen es nicht die letzten fünf Sekunden ohne Gegentor zu überstehen. Heute waren meine Spieler im Kopf nicht präsent genug, um im Heimspiel gegen einen starken Gegner zu bestehen. Als wir dann dran waren das Spiel zu kippen, kam Wurfpech hinzu. Ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel lernen. Denn am kommenden Sonntag erwartet uns die nächste schwere Aufgabe in Oftersheim.“.

TV Knielingen: Florin Panazan (Tor), Sascha Helfenbein (Tor), Gerrit Kirsch (1), Lennart Kann (2), Benny Borrmann (6/1), Jonas Metz (1), Hannes Abt (2), Jochen Werling (3), Felix Kiefer, Daniel Schunk (2), Felix Kracht (2), Frederik Spoden, Fabian Meinzer.