Lizenzdrama: Ex-KSC-Keeper schreibt offenen Brief an DFB

Uerdingen/Frankfurt (mia). Die Dritte Liga, in der der Karlsruher SC noch einmal antreten wird, ist noch nicht komplett, denn der KFC Uerdingen zittert gerade darum, die Lizenz zu erhalten.

Laut Meldung des DFB werde geprüft, ob der KFC die Unterlagen zu spät eingereicht habe. „Die mit der Bedingung geforderte Liquiditätsreserve des KFC Uerdingen ging nach derzeitigem Stand am Dienstag möglicherweise erst nach Ablauf der Ausschlussfrist ein“, so der DFB.

Sehr viel Unverständnis und heftige Diskussionen in der gesamten Fußballwelt rief diese Meldung hervor.

Ex-KSCler Rene Vollath, Keeper beim KFC richtet sich nun mit einem öffentlichen, emotionalen Brief an den DFB und zeigt die Emotionen der Mannschaft, die trotz des sportlichen Erfolgs – Sieg in der Relegation gegen Waldhof Mannheim – bangen muss, in welcher Liga man antreten darf.

 

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Der Brief von KFC-Keeper Vollath im Wortlaut:

„Lieber DFB,

die Welt dreht sich weiter, unsere steht gerade still. Seit der Kurzmitteilung bezüglich der möglichen Nicht-Erteilung der Lizenz haben wir kaum gegessen, geschlafen, haben kaum an etwas anderes gedacht. Mit „Wir“ meine ich unsere Mannschaft, unsere Betreuer, unsere Fans, die ganze Stadt Krefeld und ebenso unsere Familien. Unsere Telefone stehen nicht still, wir schreiben miteinander und teilen unsere Emotionen, die größtenteils von Angst und Unbehagen erfüllt sind. Wir haben gemeinsam ein ganzes Jahr für unseren Traum gekämpft, haben sportlich und mental mit einer Serie von 12 gewonnenen Spielen in Folge unglaubliches geleistet und bis gestern in schier nicht endender Freude miteinander gefeiert, doch im Augenblick zählt das alles Nichts. Leider wissen wir nicht genau wo der Fehler liegt, was wir jedoch wissen ist, dass es irgendetwas mit dem Geldeingang, der Teil des Liquiditätsnachweises ist, zu tun hat. Laut unseren Informationen hat unser Verein alle Punkte in vollem Umfang erfüllt. Über etwas zu urteilen oder daraus Schlüsse zu ziehen steht mir nicht zu, da ich nicht involviert bin. Was mir jedoch wichtig, ein geradezu drängender Wunsch ist, ist ein Verständnis und einen Einblick für und in „Unsere“ Gefühlswelt zu geben, die momentan und auch die nächsten Tage und Nächte von Angst und Ungewissheit geprägt ist. Es geht um Menschen, die einen gemeinsamen Traum gelebt haben und hart für die Erfüllung dieses Traums gearbeitet haben, es geht um Menschen, die mit ihren Kindern zuhause sitzen und ihnen irgendwie erklären müssen was gerade passiert, es geht um Menschen die eine schwangere Frau an ihrer Seite haben und nun bis Montag in der Ungewissheit warten müssen, ob sie dann noch einen gültigen Vertrag haben und Wohnung und Unterhalt für ihre zukünftige Familie aufbringen können. Es geht nicht um große Millionenbeträge oder Luxussituationen, sondern um Existenzen und Zukunftsaussichten.
Fußball lebt von Emotionen, Fußball steht für Leben und Lebensfreude, im Fußball geht es darum für harte Arbeit vom „Fußballgott“ mit dem gewissen Spielglück und dem verdienten Erfolg belohnt zu werden. Wir hoffen, dass Ihr als Vertreter des Fußballs am Montag zu dieser Entscheidung kommt, die nicht das Leben vieler Familien in tiefe Trauer stürzen wird, sondern uns ermöglicht unseren Traum, für den wir so hart gekämpft haben, weiter zu leben.
Diese Zeilen habe ich nicht als Fußballer, Vereinsmitglied oder Person des öffentlichen Lebens verfasst, diese Zeilen kommen aus dem Herzen, jenem Teil in uns, der oft als Symbol für die Liebe zu unserem großartigen Sport verwendet wird und von dem wir hoffen, dass es eine ebenso große Rolle für die am Montag anstehende Entscheidung spielen wird.

Rene Vollath“