19:9! Germanen mit Gala und Gänsehaut ins Finale

Weingarten (ps). Der SV Germania steht zum zweiten Mal in Folge im DRL-Finale! Nach dem deutlichen 21:8-Erfolg im Halbfinal-Hinkampf gewannen die Weingartener am Samstag auch den Rückkampf gegen den ASV Nendingen klar mit 19:9. An einem Abend voller Emotionen feierte „Commander“ Adam Juretzko seinen Abschied im SVG-Trikot.

Die Zuschauer in der Mineralix-Arena erhoben sich von ihren Plätzen. Die letzte Minute war angebrochen und Adam Juretzko wehrte sich noch einmal mit allem, was er hat. Mit 0:1 unterlag er schließlich dem zweimaligen U-23-Weltmeister Daniel Cataraga. Doch diese Niederlage störte niemanden mehr. Nicht einmal Juretzko selbst. Nach zehn Jahren und insgesamt 141 Kämpfen ging die Ära des Ringer-Urgesteins in Weingarten zu Ende. Und der Rahmen dafür hätte nicht würdiger sein können. Mit stehenden Ovationen war der Altmeister zu Beginn des Abends bereits empfangen worden, genauso wurde er später verabschiedet. Beim einen oder anderen flossen sogar ein paar Tränchen. Es war DER Gänsehaut-Auftritt schlechthin. Und der Rest? Eine einzige Germanen-Gala!

Schon im ersten Kampf des Abends erstickten sie das kleine Fünkchen Hoffnung aufs Weiterkommen, das die Nendinger noch mitgebracht hatten, im Keim. Das kubanische Freistil-Ass Reineri Andreu besiegte seinen Landsmann, den ehemaligen Weltmeister Yowlys Bonne Rodriguez, überraschend mit 8:4 und ebnete so frühzeitig den Weg ins Finale. Auch Vize-Weltmeister Oscar Pino präsentierte sich im Schwergewichts-Duell mit dem dreimaligen Olympiasieger Mijain Nunez Lopez anschließend deutlich stärker als noch Ende November und gab nur einen Mannschaftspunkt ab. Luis Orta machte bei seinem technischen Überlegenheitssieg gegen Serghei Baumann kurzen Prozess, Eigengewächs Etienne Wyrich zeigte gegen Tarzan Maizuradze großes Kämpferherz, musste letztlich aber trotzdem einen Vierer abgeben. Eine grandiose Leistung zeigte im letzten Duell vor der Pause Alejandro Valdes, der Andrej Perpelita von Anfang an unter Druck setzte und in nicht einmal zwei Minuten mit 16:0 von der Matte fegte.

Auch in der zweiten Hälfte flutschte es bei den Germanen. Routinier Jan Fischer überzeugte gegen den überraschend schwachen Oleksandr Shyshman im Stand UND am Boden und fuhr einen sicheren 6:0-Erfolg ein, Europameister Adam Kurak deklassierte Benjamin Raiser erwartungsgemäß mit 15:0. Während Khalil Aminov einen ungefährdeten 11:0-Sieg über Sarmat Tsarakhov erringen konnte, kippte das spektakuläre Gefecht zwischen dem kurzfristig nachnominierten Mateusz Kampik und Roman Dermenji mehrfach hin und her. Als Kampik im zweiten Kampfabschnitt konditionell etwas abbaute, zog sein Nendinger Rivale auf 21:12 Zähler davon. Trüben konnte das die Stimmung in der Mineralix-Arena aber nicht mehr. Genauso wenig wie die bereits erwähnte Niederlage von Oldie Juretzko gegen Kraftpaket Cataraga. Im Gegenteil. Dieser Abend zeigte einmal mehr, was die Germanen gemeinsam mit ihren treuen Anhängern zu leisten im Stande sind. Beflügelt von einer Atmosphäre, die ihresgleichen sucht, flogen sie förmlich ins Finale.

In dem wartet am 18. und 25. Januar der nordbadische Rivale KSV Ispringen. Nachdem sie ihn in der vergangenen Saison dem VfK Schifferstadt überlassen mussten, wollen die Weingartener den Titel diesmal unbedingt an den Walzbach holen. Was es dafür braucht? Mindestens nochmal so eine Gala und nochmal so viel Gänsehaut wie am Samstag gegen Nendingen!

Ticketvorverkauf für den Finalkampf in Weingarten
Der Vorverkauf für den alles entscheidenden Finalrückkampf gegen den KSV Ispringen in der Mineralix-Arena findet am 17., 21. und 23. Januar in der SVG-Geschäftsstelle jeweils von 20 bis 21:30 Uhr statt. Über das Ticketportal können bereits ab Montag, den 13. Januar rund um die Uhr online Eintrittskarten erworben werden. Inhaber von Dauerkarten haben bis Dienstag, 21. Januar ein Vorkaufsrecht auf ihren angestammten Sitzplatz.

Die Einzelergebnisse im Überblick
60F: Reineri Andreu – Rodriguez Yowlys Bone 8:4 (2:0)
130G: Oscar Pino – Mijan Lopez 0:2 (0:1)
63G: Luis Orta – Serghei Baumann 18:0 (4:0, TÜ)
97F: Etienne Wyrich – Tarzan Maisuradze 0:15 (0:4, TÜ)
67F: Alejandro Valdes Tobier – Andrej Perpelita 16:0 (4:0, TÜ)
87G: Jan Fischer – Oleksandr Shyshman 6:0 (2:0)
72G: Adam Kurak – Benjamin Raiser 15:0 (4:0, TÜ)
87F: Khalil Aminov – Sarmat Tsarakhov 11:0 (3:0)
77F: Mateusz Kampik – Roman Dermenji 12:21 (0:3)
77G: Adam Juretzko – Daniel Cataraga 0:1 (0:1)
Endergebnis: 19:9