Neue KSC-Haupttribüne wird „das Unikat mit dem Alleinerkennungsmerkmal internationaler Klasse“

Seit 1993 steht die Haupttribüne mit den roten Spitzen, vor der die Fußballer des Karlsruher SC ihre Spiele austragen. Lange können KSC-Fans das letzte Überbleibsel des alten Wildparkstadions allerdings nicht mehr bewundern. Denn aktuell laufen die Abrissarbeiten der Haupttribüne, um im Anschluss die neue Tribüne zu errichten.

Ähnlich wie auch schon die Gegengerade wird auch die Haupttribüne Stück für Stück abgetragen. Seit November ist das Dach als erstes an der Reihe. Im Anschluss erfolgt der Rückbau des Kerngebäudes. An beiden Seiten der Haupttribüne wurden bereits die ersten Teilstücke der Dachkonstruktion abmontiert.

Wehmut ist dabei

„Der Abbruch der alten Haupttribüne begleitet mich mit einem Stück Wehmut, schon deshalb, weil man nachfühlen kann, welche sportlichen Erinnerungen damit verbunden sind“, beschreibt Bauleiter Frank Nenninger von der KASIG, der für den Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark die Bauaufsicht führt. „Aus dem Blickwinkel eines Bauingenieurs preise ich die filigrane Stahlkonstruktion des Tribünendaches nach wie vor als etwas „Besonderes“.“

Veraltet und nicht mehr Zeit gemäß sei das „Innenleben“ des Stadions insbesondere die VIP-Bereiche und die Logen gewesen, erklärt Nenninger weiter. Hier dürfen sich die Stadionbesucher auf etwas Neues und Besseres freuen. „Vom Design wird die neue Haupttribüne das Unikat mit dem Alleinerkennungsmerkmal internationaler Klasse.“

Bis der Neubau beginnen kann, muss aber zunächst der Rückbau erledigt sein. Bis Februar soll der Haupttribünen-Rückbau schon deutlich fortgeschritten sein. Auch weil sich die Bauarbeiten in einem „ökologischen Zeitfenster“ bewegen, heißt es vom Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark. Da sich im Dachbereich in den Sommermonaten Fledermäuse einnisten können, dürfen die Abrissarbeiten beim KSC-Stadiondach lediglich in den Wintermonaten stattfinden.

Überraschendes

Immerhin erwartet man kein „überraschendes“ Material mehr beim Abriss der Haupttribüne. Da diese als Funktionsgebäude nicht wie die anderen Tribünen auf einem Wall steht, sondern Vollgeschosse bis zum Erdgeschoss hat. In den Wällen der anderen Stadionabschnitte befand sich hauptsächlich Kriegsschutt aus der Karlsruher Innenstadt. So wurden Steine, die dem Hausbau dienten, aber auch ein „Highlight“ gefunden: Eine zwölf Zentimeter hohe Flasche aus gebranntem Steinzeug, die vermutlich der Schnapsaufbewahrung gedient hatte und Jahrzehnte unter der Tribüne des KSC lag.