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Basketball

Big Point für Karlsruhe – LIONS drehen Spiel gegen den Tabellennachbarn

Karlsruhe (psk). Nach einer lange Zeit durchwachsenen Leistung, in der sie häufig keinen Zugriff auf das Spiel hatten, setzten die PS Karlsruhe LIONS am 25. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit einem furiosen Endspurt gegen die bis dato punktgleichen Nürnberg Falcons BC durch. Der Sieg am 6. März tut den Badenern in doppelter Hinsicht gut. Nicht nur, dass die Mannschaft von Headcoach Demond Greene damit ihre Serie auf vier Siege ausgebaut hat. Auch die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde, für die mindestens der achte Tabellenrang erforderlich ist, scheint plötzlich wieder in Reichweite. Doch am Freitag überwog erst einmal der Jubel über das hart erkämpfte 75:69.

Das Duell um den Anschluss an die Playoff-Ränge begann erwartet temporeich und spannend. Die Hausherren eröffneten in Person von David Ejah die Korbjagd, doch die Gäste zeigten sich vom Start weg voll auf der Höhe und kamen immer wieder zu Fastbreak-Punkten. Nach vier Minuten stand es 8:13. Auch Karlsruhe kam nun offensiv besser ins Spiel und zur Mitte eines unterhaltsamen ersten Abschnitts hieß es 13:15. Aber nicht nur im Spiel nach vorn, sondern auch in der Defense waren die Falcons das überzeugendere Team, während die Begegnung einen zunehmend zerfahrenen Verlauf nahm.

Für ein kleines Highlight aus Karlsruher Sicht sorgte Kapitän Julian Albus mit einem Dreier-Buzzerbeater zum 20:25 mit Ablauf der ersten zehn Minuten. Auch im zweiten Abschnitt lagen die Vorteile bei Nürnberg. Die Franken verteidigten weiterhin aggressiv, was zu einer schlechten Karlsruher Wurfauswahl und dementsprechend schlechten Trefferquoten der Gastgeber führte – und in Minute 13 zur zweistelligen Falcons-Führung. Greene reagierte angesichts des 22:33 mit einer Auszeit, in deren Folge er einen Acht-Punkte-Run seines Teams sah. Dies täuschte aber nicht darüber hinweg, dass die Rebound-Statistik deutlich zugunsten der Gäste ausfiel. Fehler unterliefen beiden Teams und Karlsruhe konnte sich über den 34:42 Halbzeit-Rückstand kaum beschweren. Denn Nürnberg war bis dahin das souveränere Team, spielte smarter, verpasste allenfalls den einen oder anderen präzisen Abschluss. Dieses Bild zeigte sich auch nach der Rückkehr aus den Kabinen. Die LIONS starteten zwar mit einer entschlossenen Körpersprache, die optische Überlegenheit lag weiterhin aufseiten der Gäste, die zwar einiges liegenließen, aber nach 24 Minuten erneut zweistellig vorn lagen. Währenddessen gerieten die Badener mehr und mehr in Foul-Trouble, da sie meist einen Tick langsamer als der Gegner waren. Erst zu Beginn der 27. Minute, als Mikal Dawson die Fans in der Europahalle mit einem Dreier zum 48:56 von den Sitzen riss, nahmen die Falcons ihre erste Auszeit des Spiels. Diese war klug gewählt, denn inzwischen brachten die LIONS mehr und mehr Energie auf den Court, was sich auch aufs Publikum übertrug. Auch die kurze Atempause änderte daran nichts.

Dem Unterhaltungswert des Duells tat dies gut, wenn auch die Punktedifferenz nach dem dritten Viertel dieselbe war wie zehn Minuten zuvor. Mit 52:60 ging es in den Schlussabschnitt, in dem sich auf dem Scoreboard zunächst wenig tat. Doch nach schwachem Start schoben sich die Hausherren, lautstark unterstützt von den Rängen Punkt um Punkt heran. Nürnberg wirkte plötzlich stehend k.o. Nach 34 Minuten war es soweit und der 62:62-Ausgleich hergestellt. Kurze Zeit später sorgte Isaiah Hart, zuvor lange Zeit glücklos, für die erste LIONS-Führung seit Minute drei. Der Schlussabschnitt bot Basketball-Wahnsinn pur und entschädigte vor allem das Karlsruher Publikum für die eine oder andere zwischenzeitliche Durststrecke, trotz eines weiterhin tendenziellen Lowscoring-Games. Für die Vorentscheidung sorgte Tyrese Williams mit einem Distanztreffer zum 74:67 bei noch 41 verbliebenen Sekunden.

Die Falcons zogen sich ein letztes Mal in die Auszeit zurück, verwandelten 34 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe und provozierten damit Greene, selbst nochmals eine Timeout zu nehmen. Am Ende blieb es beim knappen, aber mit viel Herzblut erkämpften Erfolg für die Fächerstädter, die damit die erste Herausforderung des Doppelspieltags gemeistert haben, denn bereits am Sonntag sind die LIONS im Baden-Württemberg-Duell bei den Bozic Estriche Kirchheim Knights gefordert.

Topscorer für Karlsruhe war gegen die Falcons mit 17 Punkten Isaiah Hart, der insbesondere im Schlussabschnitt Verantwortung übernahm. David Ejah kam auf 13 Zähler und hatte in den Anfangsminuten entscheidenden Anteil daran, dass Karlsruhe überhaupt den Anschluss halten konnte. Tyrese Williams scorte zwölffach. Die weiteren Punkte verteilten sich mehr oder weniger gleichmäßig auf sämtliche sieben weiteren eingesetzten Spieler.