ASV Durlach gewinnt torreiches Spiel mit turbulenter Schlussphase
(Foto: ASV Durlach)
Durlach (asv). Für neutrale Zuschauer war es ein begeisterndes Fußballspiel, für die Muschelbacher Gastgeber eine große Enttäuschung und für den ASV Durlach ein weiterer „big point“. Nachdem 4:3 (1:0)-Auswärtssieg beim ATSV Mutschelbach haben die Durlacher nunmehr ein 10-Punkte-Polster zwischen sich und dem Abstiegsrelegationsplatz gelegt.
Der Spielverlauf ließ zum keinem Zeitpunkt erahnen, dass hier Mannschaften aus der unteren Tabellenregion aufeinandertreffen. Die Gastgeber, klug eingestellt von ihrem Trainer Francesco Porcu, ließen sich zunächst bei Angriffen des ASV komplett in die eigene Hälfte zurückfallen, um mit Pässen in die Tiefe zum schnellen Yousuf Adam Freeman die Durlacher Defensive zu überlisten.
Das gelang zwar das eine oder andere mal in der Anfangsphase, aber mit der Zeit hatten sich die Durlacher darauf eingestellt und kamen ihrerseits zu gefährlichen Entlastungsangriffen. Nachdem Valentino Vujinovic und Anice Razafindraibe noch gute Gelegenheiten ausgelassen hatten und ein Freistoß von Kelvin Evis nur Zentimeter am Tordreieck vorbeigeflogen war, gelang dem aufgerückten Mike Eberhart nach Zuspiel von Paulo Ursino Koffler kurz vor der Pause die nach den Chancen nicht unverdiente Führung für den ASV (44.).
Paulo Ursino Koffler war es auch, der die Führung in der 47. Minute nach einem abgewehrten Eckball mit einem herrlichen Schuss ins Tordreieck ausbauen konnte. Die Gastgeber steckten nie auf und waren feldüberlegen, kamen aber aus dem Spiel heraus kaum zu Torchancen. Vielmehr war es Kennedy Paranagua Marques, der in der 71. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ATSV-Torhüter Rico Weber mit dem 3:0 überraschte. Der ASV hätte eine ruhige Schlussphase verleben können, hätte nicht zwei Minuten später Yousuf Adam Freeman, mittlerweile auf den Flügel ausgewichen, Anice Razafindraibe ausgespielt und per Rückpass dem zuvor eingewechselten Marius Kronenwett zum 1:3 aufgelegt (73.). In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse: Zunächst traf Leon Osmanovic per Freistoß mittig von der Strafraumgrenze zum 2:3 (84.).
Praktisch im direkten Gegenzug stellte Valentino Vujinovic aus halblinker Position mit einem satten Schuss ins rechte Eck den alten Abstand wieder her (2:4, 85.). Nur drei Minuten später verschaffte Schiedsrichter Benjamin Bilek (Muggensturm) den Mutschelbachern die nächste Freistoßgelegenheit, wieder in zentraler Position an der Strafraumgrenze. Diesmal traf Mutschelbachs Torjäger Michel Muselewski mit seinem 13. Saisontor. Danach stürmten die Mutschelbacher, die zu keiner Zeit der intensiv geführten Begegnung den Eindruck machten, als würden sie auf dem Abstiegsrelegationsplatz stehen, drauflos und wollten den Ausgleich.
Im Gegenzug verhinderte ATSV-Torhüter Rico Weber mit einer Glanzparade gegen Majid Mohammadi das 3:5. Machtlos war er aber, als er in der Nachspielzeit einen hohen Ball nicht festhalten konnte und dem eingewechselten Ahmad Hammudi ein Kopfballtor ermöglichte, doch Schiedsrichter Bilek erkannte auf Foulspiel. Damit aber noch nicht genug: Durlachs eingewechselter Abwehrspieler Dominik Haramustek, noch keine zehn Minuten auf dem Feld, sah nach einem Zweikampf mit Mutschelbachs oberligaerfahrenem Martin Kramer glatt rot, obwohl er den Ball spielen wollte.
Insgesamt musste der ASV eine knapp neunminütige, sehr üppig bemessene Nachspielzeit überstehen – und es gelang. Aus dem Spiel heraus hatte der ASV den Gegner weitgehend im Griff, nur gegen die beiden Freistöße war nichts auszurichten. Der ASV ist nun mit fünf Siegen und zwei Niederlagen aus der Winterpause gekommen und erwartet am nächsten Wochenende den Tabellendritten FC Östringen.
