Fünf Rheinbrüder starten auf der Junioren- und U23 Europameisterschaft

v.l. Trainer: Ralf Straub, Xenia Jost, Katinka Hofmann, Gesine Ragwitz, Jette Brucker und Jan Bechtold  (©Rheinbrüder)
v.l. Trainer: Ralf Straub, Xenia Jost, Katinka Hofmann, Gesine Ragwitz, Jette Brucker und Jan Bechtold (©Rheinbrüder)

Karlsruhe (MaT). Am Donnerstag beginnen im polnischen Posen die Junioren und U23 Europameisterschaften im Kanurennsport. Knapp zwei Jahre konnten die Nachwuchskräfte im Kanurennsport nicht international gegeneinander antreten. Nun wird der erste richtige Vergleich direkt die kontinentale Meisterschaft sein. Von den Rheinbrüder Karlsruhe sind für das U23 Team Katinka Hofmann, Xenia Jost und Jan Bechtold nominiert worden. In der Junioren-Auswahl stehen mit Jette Brucker und Gesine Ragwitz zwei weitere Nachwuchshoffnungen am Start.

Für Jan Bechtold und Xenia Jost wird es das letzte Jahr in der U23 Auswahl sein, da sie 2021 die Altersgrenze erreicht haben. Jans Freude war groß als er erfuhr, dass er als eigentlicher 1.000-Meterfahrer eine Chance im Flaggschiff des Deutschen Kanu-Verband (DKV), den Viererkajak über 500 Meter, bekommt. Gemeinsam mit Elias Kurth (Potsdam), Nico Paufler (Essen) und Jonas Draeger (Dresden), wurde er zum ersten Mal in diesem Boot nominiert. „Ich bin mir sicher, dass ich in dem Boot meine Ausdauerstärke voll einbringen kann“, kommentiert der 23-jährige Lehramtsstudent seinen Einsatz. Ebenfalls im Viererkajak aber bei den Damen wird Xenia Jost vertreten sein.  Die BA-Studentin der Stadtwerke Karlsruhe wird nach 2018 und 2019 bereits zum dritten Mal in Folge im Großboot an einer internationalen Meisterschaft teilnehmen. Gemeinsam mit Josefine Landt (Magdeburg), Wiebke Glamm (Neubrandenburg) und Katharina Diederichs (Potsdam) wird sie sich im Deutschlandvierer der starken internationalen Konkurrenz stellen. „Da es im letzten Jahr keine internationalen Wettkämpfe gab, wissen wir überhaupt nicht, wo wir stehen. Aber das Boot läuft schon ganz gut, ich hoffe, dass wir vorne mitfahren können.“

Gleich zwei Einsätze wird Katinka Hofmann in der Damenklasse haben. Die 22-Jährige bekommt als beste Nachwuchssprinterin der nationalen Qualifikationen im Einerkajak über die 200 Meter die Möglichkeit ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Außerdem wird sie gemeinsam mit der Magdeburgerin Julia Hergert den Zweierkajak über 500 Meter bestreiten. „Julia ist 2019 auf der U23-WM-Fünfte im Einerkajak über 500 Meter geworden. Es ist schon enorm, wie sie im Zweier von hinten schiebt. Ich freue mich sehr auf den Wettkampf.“

Für die 18-jährige OHG Schülerin Gesine Ragwitz die im letzten Jahr in der Juniorenklasse startberechtigt ist, gibt es wie bei Katinka Hofmann,  zwei Starts!“ Nach ihrem Sieg bei der Junioren-Qualifikation wird auch Gesine im Einerkajak über die 200 Meter die deutschen Farben vertreten. Der Zweierkajak über 500 Meter wird sie zudem mit der Siegerin der nationalen Qualifikation, Paulina Jagsch aus Berlin, fahren. „Die zwei stärksten Juniorinnen in einem Boot, wenn die Besetzung passt, könnte es eine gute Platzierung werden.“, bilanziert der Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann. Die Nominierungsliste vervollständigt dann noch das Küken des Junioren-Teams, Jette Brucker. Sie gehört mit ihren 15 Jahren eigentlich noch in eine Altersklasse unter den Junioren, hat sich jedoch bei den nationalen Qualifikationen mit Rang drei souverän in die deutsche Spitze gefahren. Sie wird mit Estella Damm (Dresden), Vanessa Stramke (Neubrandenburg) und Marie Allendorf (Hamm) das Juniorinnen-Quartett im Damenvierer über die 500 Meter bilden.

„Gleich mit fünf Sportlern/innen aus einem Verein bei einer EM vertreten zu sein ist in erster Linie auch ein Verdienst der verantwortlichen Trainer Maren Knebel, Ralf Straub und Yannik Hofmann. Es ist ihnen gelungen in der Pandemie mit großem Einsatz und Ideenreichtum den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Somit haben sie die Grundlage für dieses große Rheinbrüder-Team in der Nachwuchsnationalmannschaft geschaffen“, findet Detlef Hofmann lobende Worte für seinen Trainerstab.

„Wir hatten mit nur einer Woche Trainingslager nur sehr wenig Vorbereitungszeit, das ist gerade bei den Großbooten nicht ganz so einfach, dann direkt zueinander zu finden. Das Feld bei der U23 wird in Posen sehr stark besetzt sein, von daher sind im Moment nicht Platzierungen in meinem Fokus sondern, dass alle einfach am Wettkampftag ihre beste Leistung abrufen, alles andere hat man dann eh nicht in der Hand“, gibt Rheinbrüder Trainer Ralf Straub einen Einblick in die Vorbereitung der deutschen U23 Damen Mannschaft.“

Rheinbrüder Bundestrainer Ralf Straub muss dieses Jahr den Spagat zwischen der Betreuung des U23-Damen Nationalteam und der Vorbereitung seines Schützlings Saeid Fazloula, den er als Trainer zu den Olympischen Spielen begleiten wird, absolvieren. Jetzt legt er natürlich den kompletten Fokus auf die Europameisterschaften, bevor er Mitte Juli nach Tokio fliegen wird. Direkt nach den Spielen stehen dann die Deutschen Meisterschaften in Hamburg und die Vorbereitung auf die U23-Weltmeisterschaften im portugiesischen Montemor o´velho auf dem Programm.

Für die Junioren Weltmeisterschaften hat sich auch, der im ersten Jahr in der Juniorenklasse startberechtigte, 17-jährige Karlsruher Paul Grosser qualifiziert und wird mit dem deutschen team nach Portugal fliegen. Berechtigte Hoffnungen auf ein U23 WM-Ticket, darf sich zudem noch Canadierfahrer Tim Bechtold machen. Er wird Anfang Juli auf der internationalen Regatta in Auronzo/Italien starten und kann sich dort mit einer guten Leistung für einen WM-Start empfehlen.