Nachwuchs altersgerecht trainieren: erfolgreicher Start des Kindertrainer-Zertifikats

Nachwuchs altersgerecht trainieren: erfolgreicher Start des Kindertrainer-Zertifikats Foto: bfv
Nachwuchs altersgerecht trainieren: erfolgreicher Start des Kindertrainer-Zertifikats Foto: bfv

Karlsruhe (bfv). Bislang nicht-qualifizierte Eltern, Trainer*innen und Betreuer*innen erhielten im Lehrgang „Kindertrainer-Zertifikat“ praxisnahe Inhalte, Tipps und Tricks für ein kindgerechtes Fußballtraining. Das neue Lehrgangsformat ist Teil der bundesweiten Kinderfußball-Offensive, die Jungen und Mädchen bei ihren ersten Fußballerfahrungen nicht nur optimal fördern, sondern in ihnen vor allem nachhaltige Begeisterung entfachen soll.

Dabei spielen die betreuenden Personen im Training der Nachwuchskicker*innen eine ganz entscheidende Rolle. Dabei geht es nicht um die perfekte Taktik und Technik, sondern um spielerisches Lernen. Dass der Lehrgang bewusst als niederschwelliges Angebot für bisher nicht-qualifizierte Trainer*innen, Betreuer*innen und Eltern vorgesehen ist, kam bei den Teilnehmenden gut an. „Ich habe selbst nie Fußball gespielt und bin als Papa von der Seitenlinie immer mehr in Richtung Trainerbank gewandert“, berichtet Raymond Fatokun, Trainer der E-Jugend der SpVgg Wallstadt. „Dieser Lehrgang ist eine sehr gute Grundlage, um die speziellen Anforderungen an ein Kindertraining herauszuarbeiten, zu verinnerlichen und so Fußball kindgerecht und nachhaltig vermitteln zu können.“ Ähnlich begeistert zeigte sich auch Christian Wacker, Bambini-Trainer des FC West Karlsruhe: „Ich konnte wirklich viel aus dem Lehrgang mitnehmen und habe Antworten auf alle meine Fragen erhalten. Für mich war vor allem die Erkenntnis spannend, dass wir im Kinder- und Jugendbereich von einer Kultur des Erwachsenenfußballs wegkommen müssen. In diesem Alter brauchen Kinder andere, altersgerechte Ansprachen, Übungs- und Spielformen.“ Was Wacker explizit mitnimmt: „Viele Elemente des Lehrgangs lassen sich unmittelbar in der Arbeit als Kindertrainer*in umsetzen. Dies betrifft sowohl Elemente der Organisation wie die Elternarbeit als auch den Trainingsaufbau und die Berücksichtigung des Spielkompetenzmodells. Daher kann ich diesen Lehrgang allen angehenden, aber auch erfahrenen Trainer*innen zur Weiterentwicklung des Fußballs nur empfehlen!“

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Insgesamt 21 Teilnehmende aus 18 Vereinen begrüßten die Referent*innen Chiara Feldhaus und Thomas Potschka zum Lehrgang, der als Pilotveranstaltung im Blended Learning Format  durchgeführt wurde. Der Startschuss fiel bereits Ende September. In der ersten E-Learning-Phase standen neben dem Trainer-Selbstverständnis vor allem die Charakteristika der Kinder und die damit einhergehenden Anforderungen an Kindertrainer im Fokus. Die zweite Online-Phase widmete sich dem Training und dem Spieltag sowie dem wesentlichen Punkt Kinderschutz. An zwei zusätzlichen Präsenztagen Anfang und Ende Oktober erhielten die Teilnehmenden Einblick in neue Wettbewerbsformen, die Elternarbeit und durften schließlich auch selbst eine Trainingseinheit in der Praxis durchführen, die es anschließend noch zu reflektieren galt.

Nach der erfolgreichen Pilotveranstaltung geht es nun an die Planung für eine verbandsweite Umsetzung ab kommendem Jahr. Ziel ist es, ab Sommer 2022 mindestens einen dezentralen Lehrgang pro Fußballkreis anzubieten.