Rheinbrüder Brucker und Grosser erneut Vize-Weltmeister

Wie bereits 2021 strahlen Großer und Brucker über die Silbermedaillen bei den Junioren Weltmeisterschaften Foto: Rheinbrüder/Tirolf

Karlsruhe (MaT). In Szegend/Ungarn fanden am heutigen Freitag bei den Junioren und U23 Weltmeisterschaften die ersten Finale statt. Von den Rheinbrüder Karlsruhe standen Jette Brucker, Gesine Ragwitz, Paul Grosser und Jochen Wiehn an der Startlinie. Die 17-Jährige Jette Brucker und der 18-Jährigen Paul Grosser konnten ihre Erfolge aus dem letzten Jahr wiederholen und erkämpften sich mit ihren Viererkajaks die Silbermedaille jeweils hinter den Lokalmatador-Booten aus Ungarn.

Den Finaltag aus Karlsruher Sicht eröffnete der OHG-Schüler Paul Grosser mit dem Viererkajak über 500 Meter.

Zusammen mit seiner Crew Maximilian Goetzl (Cottbus), Max Kopaczewski (Berlin) und Leon Reckzeh (Potsdam) erwischte er einen Blitzstart. „Wir sind sehr gut rausgekommen aber die Ungarn nebendran sind danach regelrecht vorbeigeschossen. Aber wir sind einfach weitergefahren und haben uns nicht verunsichern lassen.“, berichtet Grosser nach dem Wettkampf und fügt überglücklich hinzu: „Wir sind ein super Rennen gefahren!“ Damit hat sich das Training nach der Junioren EM Ende Juni bezahlt gemacht, denn damals schob sich die deutsche Bootsspitze erst als drittes über die Ziellinie. Für Paul Grosser ist es nach der Vize-Weltmeisterschaft des vergangenen Jahres im Zweierkajak über 1.000 Meter nun eine Art Titelverteidigung.

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Vereinskameradin Jette Brucker hatte in Szeged im Ziel nur eine Gewissheit – es ist Silber. „Zum Rennen selbst kann ich gar nichts sagen“, meinte Brucker nach der Siegerehrung. Die Anstrengung und das fokussiert sein auf das Rennen haben der Rheinschwester beinahe jegliche Erinnerung an den Wettkampf gelöscht. „Ich weiß nur, dass ich wahrgenommen habe, dass die anderen deutlich hinter uns waren und die Ungarn leider deutlich davor.“ Trotzdem strahlte sie gemeinsam mit ihren Viererkolleginnen Chelsea Lynn Roussiekan (Düsseldorf), Caroline Heuser (Oberhausen) und Luca-Marie Westphal (Berlin) auf dem Siegertreppchen um die Wette und stellte auch danach heraus: „Wir haben auf jeden Fall Silber gewonnen und nicht Gold verloren.“ Brucker ist die Einzige aus dem Vierer die bereits im letzten Jahr bei der WM die Silbermedaille im Flaggschiff über 500 Meter gewonnen hatte.

Keine Medaille gewonnen aber ein richtig starkes Rennen ist Jochen Wiehn gemeinsam mit seinem Zweierpartner Noah Kothlow (Berlin) gefahren. Im Zweierkajak U23-Finale über 1.000 Meter gaben die beiden sprichwörtlich alles. In der Mitte des Feldes unmittelbar neben dem Boot aus Ungarn, welches die Weltmeisterschaft für sich entschied, nutzen sie die Chance und klemmten sich während dem Rennverlauf an die Bugwelle der Magyaren. „Das Rennen hat sich über die Strecke nicht ganz so gut angefühlt wie der Vorlauf, aber wir haben einen ordentlichen Endspurt geschafft und dadurch noch einige Boote eingeholt!“, resümierte der 22-Jährige. Im Ziel waren die beiden erst ein wenig enttäuscht, weil es sich für sie angefühlt hatte, als wäre heute vielleicht sogar noch mehr gegangen aber mit ein wenig Abstand zum Rennen stellte Wiehn heraus: „Wenn man meinen Saisonverlauf anschaut, auch wie oft es knapp war, überhaupt dabei sein zu dürfen, dann können wir schon sehr zufrieden sein.“

Im Vorfeld mehr erhofft, hatte sich der U23 Damen-Viererkajak mit der Karlsruherin Gesine Ragwitz, Josefine Landt (Magdeburg), Wiebke Glamm (Neubrandenburg) und Estella Damm (Dresden). Der Frauen-Vierer war in den letzten Jahren ein erfolgsverwöhntes Boot des Deutschen Kanu-Verbands (DKV). Doch bereits der Vorlauf und die Zeiten der anderen Vierer ließen erahnen, dass es in diesem Jahr nicht für einen Medaillenrang reichen wird, und so wurde es letztendlich Rang acht im Finale.

Eine weitere Chance auf eine bessere Platzierung weiter vorne hat Gesine Ragwitz im morgigen Zweierkajak- Finale mit ihrer Vereinskollegin Katinka Hofmann über die 500 Meter. Die Rheinschwestern haben es unter anderem mit den U23 EM Medaillengewinnerinnen aus Polen, Italien und Ungarn sowie den starken Mexikanerinnen zu tun. Die beiden Karlsruherinnen sind auf jeden Fall gut drauf und freuen sich auf das Finale.
Weitere Finalrennen werden morgen Tim Bechtold und David Bauschke über die 1.000 Meter im Zweiercana- dier der U23, sowie Pia Zocher und Julius Geißen im Junioren mixed Zweier über 500 Meter, bestreiten.