KSC II und Karlsruher FV schreiben legendäre Stadtderby-Geschichte fort 

KSC II siegt

Karlsruhe (ksc). Wenn am kommenden Donnerstag, den 8. September um 19:30 Uhr, im GRENKE Stadion auf dem Areal des BBBank Wildpark die zweite Mannschaft des Karlsruher SC gegen den Karlsruher Fußballverein um Punkte spielt, wird die Geschichte des wohl meistgespielten Stadtderbys des Landes fortgesetzt. Möglich macht das der letztjährige Aufstieg der KSC-Fanmannschaft, so dass beide Teams nun in der Kreisklasse B2 aufeinander treffen.

Mindestens stolze 237-mal spielte der Karlsruher FV (gegr. 1891) gegen den Karlsruher SC (gegr. 1894 als KFC Phönix) und seine Vorgängervereine (1952 zum Karlsruher SC fusioniert).

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Deutsche Fußballmeister im Duell
Besonders umkämpft galten die allein 130 verbürgten Aufeinandertreffen des KFV gegen den FC Phönix, da beide Vereine zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den führenden Mannschaften Deutschlands gehörten (1909 wurde Phönix deutscher Fußballmeister, der KFV ein Jahr später – keiner anderen Stadt gelang es mit zwei verschiedenen Vereinen hintereinander deutscher Fußballmeister zu werden). 1910 war die Partie sogar das Halbfinalspiel der Deutschen Meisterschaftsendrunde, die damals noch im K.-O.-System ausgetragen wurde und mit 6.000 bis 8.000 Zuschauern einen damaligen deutschen Zuschauerrekord aufstellte (siegreich war der spätere deutsche Meister KFV).

„Karlsruhe ist die Wiege des deutschen Fußballsports“
Historisch sind auch die Filmaufnahmen, die einige Spielszenen dieser Partie zeigen. Es sind die ältesten bewegten Bilder zu einem Fußballspiel in Deutschland. Die „Illustrierte Sportzeitung“ aus München berichtete dazu: „Einige Tausend Einwohner der badischen Residenz verbringen den Sonntag-Nachmittag regelmäßig bei den Fußball-Wettkämpfen. Die Ligameisterschaftsspiele sind zu Ereignissen geworden, welche im öffentlichen Leben der Stadt viel bemerkt werden. Karlsruhe ist die Wiege des deutschen Fußballsports.“ Auch in den folgenden Jahrzehnten war der Zuschauerzuspruch beim Derby ungebrochen und im Vergleich zu anderen Pflichtspielen groß.

Nach der Fusion, aus welcher der KSC 1952 hervorging, kam es nur noch zu vereinzelten Aufeinandertreffen in Pokal- oder Freundschaftsspielen mit der Profi-Mannschaft des KSC.  Die KSC Amateure wurden allerdings in der damaligen 3. und 4. klassigen 1. Amateurliga Nordbaden in den 1960er und 1970er Jahren zu einem festen Rivalen. Noch 1968 zog diese Partie immerhin 1.200 Zuschauer an. Am 23. Mai 1989 schlug der KFV die KSC-Profimannschaft unter Winfried Schäfer mit 3:2, trotz zweier Tore von Rainer Schütterle.

Damals und heute: KSC & KFV sind eng verzahnt
Personell eng verzahnt waren und sind die beiden Verein nicht nur durch zahlreiche Spieler, die bei beiden Vereinen aktiv gewesen sind, wie zum Beispiel dem ersten türkischen Auslandsfußballer und Nationalspieler Bekir Refet, sondern auch durch Ex-KSC-Präsident und Oberbürgermeister Prof. Gerhard Seiler, der gleichzeitig Ehrenspielführer der Handballabteilung des KFV ist, Roland Schmider – Ex-KSC-Präsident und KFV-Ehrenmitglied sowie Michael Obert, Stellvertretender KSC-Aufsichtsratsvorsitzender und KFV-Vorsitzender. Zusammen mit dem Fanprojekt Karlsruhe, den Supporters Karlsruhe 1986 e.V. – dem Dachverband der KSC-Fans – hält der KFV die Erinnerung an seine verfolgten, jüdischen Fußballpioniere wie Walther Bensemann, Julius Hirsch und Gottfried Fuchs wach und engagiert sich in zahlreichen fußballkulturellen Themen.

Infos zum Vorverkauf
Dem Anlass entsprechend findet die Partie am Donnerstag (19.30 Uhr) im GRENKE Stadion statt. Die im traditionellen Design gehaltenen Eintrittskarten mit Sammlerwert sind im Vorverkauf ab dem morgigen Dienstag um 11 Uhr im Fanshop am Rondellplatz erhältlich. Auch eine Tageskasse gibt es am Donnerstag. Außerdem bleibt der KSC-Fanshop am BBBank Wildpark zu diesem Anlass bis zum Anpfiff um 19.30 Uhr geöffnet.