abseits-ka

Sport aus Karlsruhe und der Umgebung

INDOOR MEETING Karlsruhe 2023: Weltklasse-Leichtathletik zum Auftakt der World Indoor Tour Gold

INDOOR MEETING Karlsruhe 2023: Weltklasse-Leichtathletik zum Auftakt der World Indoor Tour Gold Foto: Andreas Arndt

Karlsruhe (kme). Ein besseres Ende hätte das INIT INDOOR MEETING Karlsruhe 2023 nicht nehmen können.

Denn die letzte Entscheidung beim Auftakt der World Indoor Tour Gold hat für den Höhepunkt der 39. Auflage des Karlsruher Meetings vor 3.000 Besucherinnen und Besuchern in einer restlos ausverkauften Leichtathletik-Arena in der Messehalle 3 gesorgt. Damit lieferte Karlsruhe als Leichtathletik-Standort wieder einmal eine Steilvorlage für weitere spannende Wettkämpfe im Rahmen der World Indoor Tour Gold, die noch in Boston (USA), Torun (Polen), New York (USA), Liévin (Frankreich), Madrid (Spanien) und Birmingham (Großbritannien) Station macht.
 
Es war der Höhepunkt des Abends und dieser war der Britin Dina Asher-Smithvorbehalten. „Ich bin nach Karlsruhe gekommen, um schnell zu laufen und irgendwie hatte ich gehofft, dass es am Ende britischer Rekord ist“, sagte die Britin im Anschluss an ihr Rennen über die 60 Meter. Dieser sollte es am Ende dann auch für die Sprint-Queen aus Großbritannien werden. Mit einer rasanten Zeit von 7,04 Sekunden lief sie aber nicht nur zu britischem Rekord, sondern egalisierte auch den 27 Jahre alten Meeting-Rekord von Irina Privalova und schrieb damit Karlsruher Geschichte. Damit verwies sie die Polin Ewa Swoboda (7,09 Sekunden) und die Schweizerin Mujinga Kambundji (7,11 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei. „Ich liebe es nach Karlsruhe zu kommen. Ich liebe es in Deutschland zu laufen und Karlsruhe ist eines meiner Lieblingsmeetings“, schwärmte die Britin bereits im Vorfeld bei der Pressekonferenz. Bei ihrem insgesamt fünften Start in Karlsruhe siegte Asher-Smith nach 2015 und 2021 nun bereits zum dritten Mal beim INIT INDOOR MEETING Karlsruhe.
Beim Stabhochsprung der Männer war bei 5,88 Meter noch ein Trio dabei. Aber weder der US-Amerikaner KC Lightfoot, Kurtis Marschall aus Australien noch Emmanouil Karalis aus Griechenland schafften die 5,88 Meter. Dank keines Fehlversuchs bis 5,88 Meter ging der Tagessieg am Ende an den US-Amerikaner KC Lightfoot. Spannend ging es über die 60 Meter Hürdendistanz der Männer zu. Im spanischen Duell sicherte sich Enrique Llopis in 7,57 (.561) Sekunden und damit nur zwei Tausendstelsekunden schneller als sein Landsmann und Europameister Asier Martínez den Sieg. Genauso eng war die Entscheidung bei den 800 Meter der Frauen. Fast exakt zeitgleich überquerten die Slowenin Anita Horvat und Freweyni Hailu aus Äthiopien die Ziellinie. In persönlicher Bestleistung entschied Anita Horvat am Ende das Duell in einer Zeit von 2:00,44 Minuten und war damit nur zwei Hundertstelsekunden schneller als die Äthiopierin Hailu, die ebenfalls zu persönlicher Bestleistung lief. Über die halbe Distanz und damit 400 Meter ging es in diesem Jahr bei den Männern um Punkte bei der World Indoor Tour. In 46,45 Sekunden lief der Däne Benjamin Lobo Vedel über die Ziellinie und siegte damit über die zwei Arenarunden. Der Dreisprung der Frauen beim INIT INDOOR MEETING 2023 avancierte zur kubanischen Angelegenheit. Um ganze zehn Zentimeter auf 14,64 Meter steigerte Liadagmis Povea ihre persönliche Bestleistung und verwies damit ihre Landsfrau Leyanis Perez-Hernandez mit einer Weite von 14,41 Meter auf Platz zwei und feierte damit bereits
ihren zweiten Meeting-Sieg. Fast schon erwartungsgemäß entschied den Weitsprung der Frauen Ivana Vuleta, besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Španović, für sich. Bei ihrem Saisoneinstieg in Karlsruhe reichten der Serbin am Ende 6,76 Meter für den Sieg. „Es war mein erster Start dieses Jahr und das aus verkürztem Anlauf“, sagte Vuleta im Anschluss an ihren Wettkampf. „Ich bin sehr glücklich nach vier Jahren wieder in Karlsruhe zurück zu sein und danke allen für die hervorragende Stimmung“, so Vuleta weiter.
Wie auch in den Vorjahren standen die 3.000 Meter der Frauen ganz im Zeichen der äthiopischen Athletinnen. Die erst 21-jährige amtierende Halleneuropameisterin Hailu Lemlem sicherte sich in 8:37,55 Minuten in einem Schlusssprint den Sieg vor Werkuha Getachew (8:37,98 Minuten) – ebenfalls aus Äthiopien. Auch bei den Männern standen die 3.000 Meter auf dem Programm. Und auch bei den Männern war es ein äthiopischer Athlet, der sich den Tagessieg sicherte. Der erst 17-jährige Abdisa Fayisastürmte dank eines starken Endspurts auf der Zielgeraden in 7:40,35 Minuten und nur 18 Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Belgier Robin Hendrix (7:40,53 Minuten) zum Sieg. Der beste Deutsche im Feld war U23-Europameister Mohamed Abdilaahi. Über die 1.500 Meter der Männer lief George Mills nicht nur zum Tagessieg, sondern verbesserte mit seiner Zeit von 3:35,88 Minuten seine persönliche Bestleistung in der Halle. Beim Kugelstoßen der Frauen ist die alte Meeting-Siegerin aus dem Jahr 2021 auch die Neue. 18,90 Meter standen am Ende für die EM-Zweite von München und amtierende Hallenweltmeisterin Auriol Dongmo aus Portugal auf der Anzeigentafel. Auf Rang zwei landete Sarah Mitton aus Canada (18,88 Meter).
 
Die Organisatoren des INIT INDOOR MEETINGs Karlsruhe blickten nach Wettkampfende auf einen erfolgreichen Auftakt der World Indoor Tour Gold zurück. „Wir sind nach zwei schwierigen Jahren mit Corona wieder zurück“, sagte Sportdirektor Alain Blondel. „Eine noch nie so früh ausverkaufte Halle, hochmotivierte Athletinnen und Athleten, was will man mehr“, so Blondel weiter. Und auch Martin Wacker, Meetingdirektor und Geschäftsführer der ausrichtenden Karlsruhe Marketing und Event GmbH, zeigte sich sehr zufrieden. „Karlsruhe hat ein Fest der Leichtathletik gefeiert. Wir haben eine super Stimmung mit vielen Emotionen in der Halle erlebt und das haben uns die Athletinnen und Athleten mit Weltklasse-Leistungen zurückgezahlt.“
 
Weiter geht die Reise der World Indoor Tour Gold am kommenden Wochenende über den großen Teich. Dann gehen die Athletinnen und Athleten beim New Balance Indoor Grand Prix in Boston an den Start, bevor nach den weiteren Stationen in Torun, New York, Liévin und Madrid in Birmingham die Gesamtsieger der Tour gekürt werden.