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Sport aus Karlsruhe und der Umgebung

Rheinbrüder bereiten sich auf die WM-Qualifikationen vor

©GES | Rheinbrüder

Sevilla (MaT). Im Winter Sonne tanken und sich gleichzeitig auf die wichtigen Qualifikationswettkämpfe vorbreiten, das klingt für alle gut. Die Kanuten der Rheinbrüder Karlsruhe haben nach Konditionstrainingslagern in der Höhe und im kalten Deutschland nun ihr erstes großes Trainingslager in der Sonne von Sevilla/Spanien verbracht. 26 Athleten legten zwei Wochen lang auf dem „Guadalquivir“ von Sevilla den Grundstein für die neue Saison. Im Fokus standen in erster Linie viele Stunden Ausdauertraining auf dem Wasser.

„An einem Tag bin ich zusammen mit einer internationalen Traningsgruppe sogar erst 25 Kilometer und danach nochmals 15 Kilometer gefahren.“, so Saeid Fazloula der schmunzelnd hinzufügt: „mit in der Gruppe war der dreifache Weltmeister René Holten Poulsen aus Dänemark, mit diesen Sportlern möchte ich mich messen!“ Doch spurlos gingen diese Trainingseinheiten auch an Fazloula nicht vorbei. Blasen an den Händen machten die Tage darauf die Trainingseinheiten ein wenig ungemütlicher. Davon können auch seine Trainingspartner aus den eigenen Reihen, der Junioren Vize-Weltmeister Paul Grosser, sowie Jan Bechtold ein Lied singen. Gemeinsam mit ihrem Trainer Yannik Hofmann arbeiten sie an ihrer Form, um bei den nationalen Qualifikationen in diesem Jahr den ein oder anderen im Kajak-Herrenbereich zu ärgern. „Für beide wird die Qualifikation schwer. Paul ist in seinem ersten Jahr in der Leistungsklasse, das ist immer ein großer Schritt und parallel schreibt er noch sein Abitur. Studentenweltemeister Jan Bechtold will es sich in erster Linie nochmals selbst beweisen und leistungsmäßig einen Schritt nach vorn machen!“, so Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann der sich vor Ort ebenfalls über die Leistungen seiner Schützlinge ein Bild machte.

Bei den Kajak-Damen waren die Junioren-Vize-Weltmeisterinnen Gesine Ragwitz und Jette Brucker, sowie Junioren WM-Achte Pia Zocher mit in der andalusischen Metropole. In der Regel standen Trainingsumfänge mit insgesamt vier bis fünf Stunden auf dem Trainingsplan. Nebenbei bereitete sich Gesine Ragwitz, KIT-Studentin der chemischen Biologie, auch noch auf eine Klausur vor, für die sie einen Tag vor dem Team die Rückreise nach Deutschland antreten musste. Die Doppelbelastung als Leistungssportlerin und Studentin sieht sie eher als guten Ausgleich: „Gerade im Trainingslager hat man ja sehr viel Zeit und sehr wenig Ablenkung, da konnte ich mich jetzt schon ganz gut auf die Prüfung vorbereiten.“

Im Canadierbereich setzte U23-Nationalfahrer Tim Bechtold unzählige Paddelschläge, um im Jahr der Heim-WM so weit wie möglich in die deutsche Spitze zu fahren. Bei den Junior/innen knieten sich die Schützlinge von Trainer David Reeck, Bennet Haselhorst, Vince sowie seine Schwester Viola Varalyai mächtig rein, um für die Junioren-Qualifikationen zur WM im italienischen Auronzo bzw. zur EM im portugiesischen Montemor o´Velho bestens gerüstet zu sein.

In sechs Wochen findet die erste nationalen Qualifikationsregatten in Duisburg auf der Wedau statt. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, um nicht nur an den Ausdauerwerten, sondern auch an der Schnelligkeit zu arbeiten. Sehr oft wird man deshalb die Junioren- und Leistungsklassefahrer/innen der Rheinbrüder dabei nicht im heimischen Rheinhafenbecken antreffen. Bereits zwei Wochen nach der Rückkehr aus Sevilla geht es wieder los, diesmal nach Mina de São Domingos in Protugal, um sich den letzten Schliff im Süden zu holen.

Für die Trainingsgruppe von Maren Knebel – die sich um den Jugendbereich der Rheinbrüder Karlsruhe kümmert, waren die Tage in Sevilla eine schöne Abwechslung. Für sie finden jedoch die nächsten Lehrgänge wieder in Deutschland statt. „Meine Truppe hat ihren Saisonhöhepunkt Ende August bei den Deutschen Meisterschaften in Köln, bis dahin bleibt noch reichlich Zeit, deshalb ist es für sie nicht ganz so entscheidend wie warm oder kalt es beim Training gerade ist.“ Die Freude auf Zuhause ist trotz der deutlichen Temperaturunterschiede groß, auch weil die Trainingsgruppe dann für kurze Zeit wieder komplett vereint ist. Sarah Brüßler und Katinka Hofmann weilten die letzten Wochen gemeinsam mit dem Karlsruher Damen-Bundestrainer Ralf Straub und dem kompletten deutschen Damen A-Team in Florida/USA. U23-Nationalfahrer Jochen Wiehn war wiederum im türkischen Belek mit einem Nachwuchs-Auswahlteam des Deutschen Kanu-Verbands auf der Mission Formgewinnung unterwegs.