KSC mit „Runner of the day“ an der Leistungsgrenze

Fußball Symbolbild
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Karlsruhe (mia). Nicht geschont wurden die Profis des Karlsruher SC am Dienstag. Schnellkraft/Sprungkraft und die Ausdauer auf dem Laufband verlangten den KSC-Fußballern Einiges ab. Immer zu zweit waren die Zweitligaprofis am Dienstag zu den Leistungsdiagnostiktests in den beiden Räumen am Sportinstitut des KIT angetreten.

„Es ist ein Ausbelastungstest, jeder läuft bis er nicht mehr kann“, erklärte ein Mitarbeiter des KIT. Bis auf die KSC-Spieler, die mit ihren Nationalteams unterwegs sind, waren alle Profis beim KIT zu den Tests angetreten.

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„Wir testen heute Sprungkraft und Ausdauerleistungsfähigkeit über die Laktatbestimmungen“, erklärte Marc Lorius, Athletiktrainer des KSC am Dienstag. Am heutigen Mittwochvormittag stehen Sprint- und Sprintwiederholungsfähigkeit-Tests an mit 5 mal 30 Meter-Sprints.

Auf dem Laufband wurde am Dienstag indes ordentlich geschwitzt. Bei 6 km/h ging es los. Drei Minuten laufen sie bei dem Tempo, dann wird Blut am Ohr abgenommen und die Laktatwerte bestimmt und Puls überprüft. Das Ganze wird alle drei Minuten um zwei km/h gesteigert bis der Spieler sagt, er kann nicht mehr, erklärte Dr. Sascha Härtel, Leiter der Leistungsdiagnostik.

Wichtig sei, „zu welchem Zeitpunkt Laktat entsteht“, so Härtel. „Wie schnell es sich anhäuft, wie lange sie es tolerieren können, verschiedene Schwellen werden gemessen“, so auch Lorius.

„Runner of the day“

Als Sascha Traut vom Laufband stieg, ging er zu seinem Lauf-„Kollegen“ Dimitris Diamantakos, der immer noch auf dem Band rannte und warf einen Blick auf dessen Leistung. Schließlich wollte er schauen, wie gut KSC-Neuzugang „Diama“ war. „You are the runner oft the day“ hatte einer der KIT-Mitarbeiter zum griechischen KSC-Spieler kurz zuvor gesagt. Bis zwölf Uhr waren immerhin acht Profifußballer der Karlsruher auf dem Laufband gestanden. „Es war schwer“, erklärte Diamantakos anschließend.

„Wir hatten die gleiche Geschwindigkeit“, so Traut, der die 18 km/h erreicht hatte. Natürlich würde in der Kabine schon darüber gesprochen, wie weit man gekommen sei.

„Das ist gut, es entsteht ein bisschen Konkurrenzdenken. Bei anderen Teams sind die Tests als Last angesehen. Bei uns sind sie wissbegierig, wie die Verläufe sind zum letzten Mal. Da muss man sie eher bremsen“, so Lorius.  „Die Spieler wissen, dass es einen Mehrwert hat und keine Strafe ist“ ergänzt Härtel vom KIT.

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 Traut freut sich auf Spiele

„Der Laktatest war das Anstrengendste. Mir fehlt das richtige Mannschaftsstraining, da holst du dir immer die letzte Fitness und Spritzigkeit für die Spiele. Von daher ist es schwierig für mich einzuschätzen, wo ich jetzt stehe. Für mich ist es wichtig, dass ich auf den Platz komme und da trainieren kann“, erklärte Traut, der schmerzfrei sei. „Ich bin fit und gebe Vollgas.“

Gibt es eine Art Konkurrenzkampf mit dem Spieler auf dem zweiten Laufband? „Das ist schwierig, weil man unterschiedlich anfängt. Außerdem ist man mehr auf sich fokussiert, dass man nicht vom Laufband fällt, ab einer gewissen Geschwindigkeit“, lacht Traut. 18 km/h sei das Ziel von jedem. „Manche laufen sie an, manche durch, manche brechen die ab.“

Trainingserfolge oder Defizite

„Zum Trainingsauftakt machen wir die Tests immer, und dann wenn die Saison zwei drei vier Spieltage alt ist, um zu schauen, ob alles so funktioniert in der Vorbereitung oder ob man noch nacharbeiten muss. Die Vorbereitung läuft individuell, aber wir schauen wie das Training gewirkt hat“, so der Leiter der Leistungsdiagnostik am KIT, der am Donnerstag oder Freitag die Ergebnisse hat und dann mit Lorius bespricht.

Dann gibt es individuelles Training oder Hausaufgaben. Hat jemand Defizite in der Schnelligkeit oder in der Ausdauer, kann Lorius gezielt Schwerpunkte setzen. Aber er wird auch den Trainern sagen, legt das Training ein bisschen mehr darauf. Wenn zum bsp Spielformen trainiert wurden und die Grundlagenausdauer gelitten hat, sollte man jetzt dann eher länger trainieren und weniger intensiv.

Für die KSC-Profis dagegen geht es heute Mittag ruhiger zu. Dann schauen sie in Iffezheim beim Pferderennen zu. „Das ist mal eine nette Abwechslung zwischendurch. Dann am Donnerstag ein Spiel (Benefizspiel für Dietmar Roth), wo ich endlich mal wieder auf dem Platz stehen kann. Auch wenn es nicht gerade der größte Gegner ist, wieder auf dem Platz zu stehen und ein Spiel zu machen“, sei das Wichtigste für Traut.