abseits-ka

Sport aus Karlsruhe und der Umgebung

Tischtennis und Tennis

Das Dutzend wird vollgemacht

Grünwettersbach (asc). Mit Zuversicht, aber auch einer ordentlichen Portion Demut startet der ASC in seine 12. Erstligasaison. Gerade die letzte Spielzeit hat gezeigt, wie durch eine Verkettung unglücklicher Umstände schnell eine Abwärtsspirale entstehen kann, aus der dann sehr schwer wieder herauszukommen ist. Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, hat das Management um Sandra und Martin Werner im Vorfeld versucht, den Grundstein zu legen.

Dabei setzt man beim ASC in erster Linie auf Kontinuität. Der zu Beginn der letzten Spielzeit neu verpflichtete Trainer Kilian Ort wird den ASC zumindest eine weitere Saison betreuen und kann dabei seine in der Vorsaison gesammelten Erfahrungen mit einfließen lassen.

Auch der Spielerkader bleibt weitgehend erhalten. So werden der unverwüstliche Tiago Apolónia, der hoffentlich wieder fitte Ricardo Walther und der bei der Weltmeisterschaft in London stark auftrumpfende Tom Jarvis erneut für den ASC ins Rennen gehen. Hinzu sollte mit Tao-Yu Chang ein junger, dynamischer Penholder-Spieler kommen, der versuchen wird, die durch den Abgang von Hiroto Shinozuka entstandene Lücke zu füllen. Das Potential dazu hat der 22-jährige Chinese, der in der zurückliegenden Saison durch Siege über Anton Källberg und Yongyin Li aufhorchen ließ. Allerdings hatte der Chinese noch eine Woche vor Ligastart noch keine Freigabe von seinem Verband erhalten, so dass sich der ASC erst einmal in Geduld üben muss. Ergänzt wird dieses Quartett durch Tobias Hippler und Abwehrstratege Florian Bluhm, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

So ist der ASC zumindest in der Breite deutlich besser aufgestellt und hofft, nicht erneut in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Allerdings dürfte das Erreichen dieses Ziels kein Selbstläufer werden, denn die Konkurrenz konnte sich teils erheblich verstärken.

Wie sind nun die einzelnen Teams einzuschätzen?
An der Spitze deutet vieles auf einen Zweikampf zwischen Triple-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT und Borussia Düsseldorf hin, wobei sich die Rheinländer durch die Verpflichtung von Fan Zhendong die Rolle des Topfavoriten gesichert haben. Ob die Saarländer den Weggang des Olympiasiegers sowie Darko Jorgics durch Neuzugang Hugo Calderano ganz kompensieren können, bleibt abzuwarten.

Hinter diesen beiden Spitzenmannschaften dürfen sich gleich eine Handvoll Teams berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Playoffs machen. Neben den beiden diesjährigen Playoff-Teilnehmern Bremen und Bergneustadt, die weitgehend auf das gleiche Personal vertrauen – Bergneustadt ersetzt Leo de Nodrest durch Cedric Meissner, während Bremen unverändert bleibt – greifen Fulda-Maberzell, Borussia Dortmund und vielleicht auch Grenzau mit Verstärkungen die vier Spitzenplätze an. Fulda konnte sich mit dem jungen Rumänen Andrej Istrate, Dortmund mit dem Ex-ASVler Joao Geraldo sowie Tim Verdonschot und Grenzau mit dem erfahrenen Liam Pitchford und Liang Yanning erheblich verstärken.
Post SV Mühlhausen und Ochsenhausen, bei denen es keine gravierenden Veränderungen gab, dürften am Ende wohl im gesicherten Mittelfeld der Tabelle landen.

So werden wohl der ASC, Kilian Orts Heimatverein TSV Bad Königshofen sowie Bad Homburg, das die Abgänge von Trainerlegende Helmut Hampl – der durch Slobodan Grujic ersetzt wird – sowie Spitzenspieler Jo Yokotani kompensieren muss, um den Klassenerhalt kämpfen.

Allerdings muss betont werden, dass Prognosen zunehmend schwierig werden. Gerade die Topspieler werden ihren Vereinen sicher nicht durchgehend zur Verfügung stehen und Verletzungen von Schlüsselspielern können nur die wenigsten Teams kompensieren.

So darf man dem ASC für seine 12. Saison in der TTBL wünschen, dass ihn das Verletzungspech diesmal nicht heimsucht. Zudem ist es wichtig, dass Kilian Ort aus seinem Kader ein erfolgreiches Doppel zusammenstellen kann, damit auch die engen Partien siegreich beendet werden können. Sicherlich kein leichtes Unterfangen.

Wichtig wird auf jeden Fall auch sein, dass der ASC gut in die neue Saison startet, damit sich möglichst wenig Druck aufbaut, wobei gleich die beiden ersten Partien in Bad Königshofen und zu Hause gegen Ochsenhausen richtungsweisend sein werden.