KSC und Stadt feiern nach „schlaflosen“ Nächten und „dramatischen“ Tagen

KSC Stadion StadtKarlsruhe (mia). „Es ist ein historischer Tag“ für den Karlsruher SC und die Stadt Karlsruhe. Da waren sich KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Verkündung der Vertragsunterschrift zum Neubau des Stadions einig.

Allerdings haben die Verhandlungen sowohl dem KSC-Präsidenten als auch dem Stadtoberhaupt „schlaflose Nächte“ beschert.

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„Am Donnerstag waren wir an einem Punkt, wenn eine Seite nicht nachgegeben hätte, wäre das Projekt gescheitert“, erklärt Mentrup, der „manchmal emotional große Lust hatte, es hinzuschmeißen“. „Inhaltlich gab es vorgestern Vormittag noch einen Punkt, wo wir gemerkt haben, da haben wir völlig andere Vorstellungen von dem was in der Mediation als Ergebnis rausgekommen ist. Da muss eine Seite komplett ihre Forderungen zurückziehen und da hätte es vorgestern Nachmittag um 15 Uhr zu Ende sein können., Nur dass man sich die Dramatik verdeutlicht“, so der Oberbürgermeister.

„Es fühlt sich super an“

Umso schöner sei nun, dass man sich geeinigt habe. „Es fühlt sich total super an. Es ist eine super Klippe, die wir genommen haben, aber die nächsten drei vier Jahre werden nicht weniger anstrengend. Da dürfen wir uns nichts vormachen.“

Zum Feiern zumute war auch dem KSC und seinem Präsidium. „Die Erleichterung ist riesengroß. Ich bin elf Jahre nonstop dabei. 2005 war mein ,man muss über den Stadionneubau nochmals überdenken, nachdem das Thema sieben Jahre lang tot war. Damals wurde ich beschimpft, heute ist deswegen ein Freudentag“, so Wellenreuther, der nach dem Erfolg in Sachen Stadionneubau auf den sportlichen Erfolg hofft.

Zukunft im Profifussball

Es seien deshalb so schwere Verhandlungen gewesen, „weil ganz viele Verträge gemacht werden mussten“. „Es war eine unglaubliche Detailarbeit zu leisten. Insgesamt sind wir sehr sehr glücklich, dass mit dem heutigen Tag Sportgeschichte für den KSC und die Stadt Karlsruhe geschrieben werden konnte, 61 Jahre nach der Eröffnung des alten Wildparkstadions. Deswegen hat der KSC eine Zukunft im Profifußball.“

Das sei die Grundvoraussetzung dafür gewesen und er glaube, so der KSC-Präsident, dass mit dem neuen Stadion auch ein „Magnet“ geschaffen werde, der Menschen nach Karlsruhe ziehe, die hier „ins Hotel gehen, Steuern da lassen, in Gaststätten gehen“ – ein Gewinn für die Stadt, so Wellenreuther.

Ob der KSC die Pacht stemmen könne? „Wenn das Stadion so entstehen wird, wie die funktionale Notwendigkeiten und wirtschaftliche Verdienstmöglichkeiten es vorgeben, stemmen wir das, dann ist die Pacht gut ausgerechnet und leistbar.“

Der KSC muss Geld verdienen können

Die Rollenverteilungen sind klar. Die Stadt Karlsruhe ist Bauherr und Projektsteuerer und der KSC stehe mit „Rat und Tat zur Verfügung“. „Wir hoffen, dass dieser Sachverstand gehört wird“, so der KSC-Präsident.

„Es ging immer um die Frage, ob Regelungen getroffen werden, die den KSC wirtschaftlich in Schwierigkeiten bringen oder nicht. Der wichtigste Satz von Herrn Grenke als Mediator war: ‚Die Stadt muss alles tun, damit der KSC Geld verdienen kann mit dem neuen Stadion. Wenn das erreicht ist, können wir auch gut die Pacht zahlen. Wir sind sehr glücklich, dass Grenke Mediator war. Jetzt hoffen wir das ein tolles Stadion realisiert wird.“

Mentrup legt auch die Planung der kommenden Jahre dar. „Wir werden mit Abriss Haupttribüne nicht im Herbst 2017 beginnen können, wohl auch nicht Februar 2018. Das ist die Vegetationsphase, die wir erreichen müssen. Sollte das so kommen, werden wir trotzdem 2018 loslegen und werden versuchen andere Bau-Abschnitte vorzuziehen und März 2018  beginnen.“