KSC-Interimscoach Bajramovic nimmt „die Mannschaft in die Verantwortung“

Karlsruhe (mia). Das Namensschild von Ex-KSC-Coach Marc-Patrick Meister prangte noch hinter Interimscoach Zlatan Bajramovic auf dem Podium des Karlsruher SC als er sich in seiner ersten Presserunde den Journallistenfragen stellte.

Was der Interims-Nachfolger von Meister aber zunächst loswerden wollte: „Im Fußball werden Trainer viel zu schnell entlassen. Ein Trainer muss immer vor die Mannschaft treten. Er ist verantwortlich dafür, ob es läuft oder nicht. Aber man sollte der Mannschaft nicht sehr oft das Alibi Trainer geben. Auf dem Platz sind sie dafür verantwortlich, die Sachen umzusetzen und da verlangt man keine physikalischen Formeln, sondern auch viele einfache Sachen. Und das haben die Jungs, da muss ich sie in die Verantwortung nehmen, nicht gut gemacht in der letzten Zeit“, erklärt der KSC-Trainer.

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Mit der Freistellung von KSC-Trainer Meister habe er nicht gerechnet, einen Anruf hatte er aber auch nicht bekommen. Vielmehr hatte Bajramovic KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer wegen einer anderen Angelegenheit von sich aus angerufen und der nutzte die Gelegenheit und informierte den Interimscoach über seine neue Aufgabe.

„Damit habe ich nicht gerechnet. Aber ich bin Fußballer durch und durch, helfe wo ich kann und will Spiele gewinnen.“ Nun fordere er die Mannschaft aber auf, „dass sie das zurückzahlt, sie kann nicht immer nur fordern“.

 

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Schluss mit Feigheit – Ab in die Zweikämpfe!

Was ihm in der nächsten Zeit besonders wichtig sei, das sind die Zweikämpfe. „Wenn ich mir die Spiele anschaue, sehe ich immer noch ein Verhältnis von 11 gegen 11, wir sind nicht in Unterzahl. Aber wenn Mannschaften zu unserem Tor kommen, ohne dass wir sie berührt haben, dann hat das nichts mit Taktik zu tun, dann hat das eher mit Feigheit zu tun, dass ich keine Zweikämpfe suche.“ In der Dritten Liga könne man Zweikämpfen nicht ausweichen. Er erwarte vom KSC-Team, dass es in diese hineingehe wie Männer.

Bei den letzten KSC-Spielen sei man diesen jedoch aus dem Weg gegangen. Der Spieler sei mit sich „selbst beschäftigt, hat kein Coaching von hinten, dem einen ist es egal“, dann komme man nicht in die Zweikämpfe.  Auch ihm selbst sei das als Spieler passiert, aber dann hatte es Spieler gegeben die ihn wachgerüttelt hatten.

Spaß mit Mannschaften zu arbeiten

„Es kann immer ein, zwei treffen, aber wenn man elf gegen neun spielt sieht man schlecht aus. Wir haben viele Spiele elf gegen sechs gespielt, weil wir nicht da waren. Man muss hellwach sein. Wenn der eine pennt, muss man ihn wachrütteln, aber wir mussten zu viele wachrütteln.“ Zwölf Gegentore in fünf Spielen seien definitiv zu viel und haben nichts mit Taktik zu tun so Bajramovic.

Aber wenn es gegen Leverkusen funktioniert habe, müsse es auch gegen alle Drittligisten klappen, fordert er ein. „Da hat man sich in das Glück herein gekämpft. Das schenkt einem keiner.“

Bajramovic, der weiter auch die zweite Mannschaft coacht, stellt klar: „Ich will gewinnen und am Mittwoch auch mit der zweiten Mannschaft. Ich habe Spaß dabei, mit Mannschaften zu arbeiten, man muss sie nur hinkriegen, dass sie laufen. Im Moment laufen unsere zu wenig.“