Wildparkstadion – Freie Wähler warnen vor Fehlern der Vergangenheit

 

Dunkle Wolken über dem KSC-Stadionneubau

Karlsruhe (mia/ps). Die Meldung, dass sich der Neubau des Wildparkstadions, in dem der Karlsruher SC spielt, verzögert und die Angebote teurer werden, ruft die Gemeinderatsfraktionen auf den Plan.  „Wir Freien Wähler stehen hinter dem KSC und einem notwendigen neuen Stadion, erst recht wenn die sportliche Entwicklung der letzten Jahre für das bemühte Team schmerzhaft war. Der KSC ist nach wie vor ein nicht zu unterschätzender Werbeträger für unsere Stadt“, erklären der Vorsitzende der Freien Wähler Lars Dragmanli und FW-Stadtrat Jürgen Wenzel in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Für die Freien Wähler war das Kostenergebnis der Ausschreibung für das neue KSC-Stadion zu erwarten, da ein „Komplex in solchem Umfang unter kostenintensiver Zerstörung einer erhaltenswerten (Haupt-)Tribüne und in dieser Lage inmitten der Stadt mit allen damit zusammenhängenden Bau-logistischen Erschwernissen und Sicherheitsbedenken der Polizei wegen der Waldnähe, leider eine ökonomisch-funktionale Fehlentscheidung ist“.

 

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Statt Standortwechsel jetzt Verkehrschaos

Im Gegensatz zu einem von den Freien Wählern vorgeschlagenen Standortwechsels für das KSC-Stadion ins „Im Brühl“ nördlich von Durlach, muss im Wildpark „für enorme Summen der kontaminierte Wall unter den Tribünen abgetragen und ökologisch unbedenklich entsorgt, die voll funktionsfähige Tribüne nicht integriert sondern teuer zerstört, die Erschließung und Parkierung unter Opferung wertvollen städtischen Grund und Bodens für noch nicht greifbare weitere Millionenbeträge hergestellt werden“, geben die freien Wähler zu Bedenken.

Die Folge seien ein Verkehrschaos in der Stadt statt eines direkten Autobahnanschlusses über Karlsruhe-Nord, Bahn- und Straßenbahnanschlusses am Gebäude mit „logistischen Herstellungs-Kostenvorteilen und als weithin sichtbarer Werbeträger“, geben sie ihr Bedauern bekannt.

Haupttribüne erhalten

„Die Einsparungsabsicht der Stadt erscheint den Unterzeichnern als eine weitere Fehlentscheidung. Ein Abspecken der ausgeschriebenen Version um ein Drittel ist eine Utopie und kann kein bespielbares Ergebnis nach DFB-Norm bringen“, so die Pressemeldung. „Sollte die Einsparung aus Gesichtswahrung durchgeführt werden“, werde die Baurealität ihren Preis einfordern, warnen Dragmanli und Wenzel.

„Wir Freien Wähler fordern die Stadt auf, im Interesse des KSC Realitätssinn zu adoptieren und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Der KSC braucht aus rechtlichen Gründen eine neue Spielstätte, die trotz des Kostendiktats des beschlossenen Standorts, im Wildpark entstehen muss.“

Differenzen zurückstellen

Beide sind nach eigenen Recherchen überzeugt, dass die einzige gangbare bauliche Lösung die Erhaltung der heutigen Haupttribüne als künftige Gegentribüne mit einer Einsparung von ca. 25 Millionen Euro wäre. Die weiteren Tribünen sollten sich in einer leichten Bauweise entwickeln, die nicht den Abtrag der gesamten kontaminierten Wälle sondern nur einen Abschnitt unter Teilen der neuen Haupttribüne vorsieht. Das Beispiel Stuttgart mit kostengünstiger textiler Überdachung „würde eine beträchtliche Bauzeitverkürzung bedeuten“.

Sie fordern auf, die „persönlichen Differenzen“ deutlich zurückzustellen, um diese „unendliche Geschichte“ mit einem neuen „fortgeschriebenen Konzept der Erhaltung der Haupttribüne und des Komplettierens mit einer Leichtkonstruktion neu auszuschreiben“.