Gewalt gegen Schiedsrichter: bfv wendet sich an Vereine und Schiris

Schiedsrichter badfv Quelle: Badischer Fußballverband

Karlsruhe (bfv). Die Schlagzeilen sind leider einmal mehr voll von Meldungen über Angriffe auf Schiedsrichter im Amateurfußball. In Berlin und dem Saarland führten vermehrte Übergriffe bereits zu Streiks der Unparteiischen. „Aus diesem Grund wendete sich der Badische Fußballverband gestern an alle Amateurclubs in Baden mit dem Appell: Lasst es bei uns nicht soweit kommen!“ , heißt es in der Pressemeldung des badischen Fußballverbandes.

Auch die rund 1.300 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter erhielten Post. Darin bedanken sich bfv und DFB für das Engagement der Schiris und sichern Unterstützung zu: „Unsere Wertschätzung für das, was Sie unserem Sport geben, könnte nicht größer sein. Wir sind stolz auf unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter! Es wäre fatal, wenn die schlimmen Vorfälle der vergangenen Wochen dazu führen würden, dass Sie die Begeisterung für die Schiedsrichterei verlieren.“ Weiter heißt es: „Wir wollen nichts dramatisieren, aber eben auch nichts beschönigen. Die Zunahme an Gewalt und an Gewaltintensität – insbesondere gegenüber Ordnungsinstanzen – ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Das heißt aber nicht, dass wir uns wegducken und die Verantwortung an die Politik weiterreichen wollen. Wir als Fußball sind gefragt.“

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Wie mehr Schutz der Schiedsrichter gewährleistet werden kann, konkretisierte der bfv in dem Schreiben an die Vereine: „Dafür ist jede und jeder Einzelne gefordert. Liebe Vorstände, liebe JugendleiterInnnen, reden Sie Klartext mit ihren TrainerInnen und SpielerInnen. Machen Sie deutlich, dass SchiedsrichterInnen – wie jede andere Personen – respektiert werden müssen, dass jegliche Form von Gewalt absolut inakzeptabel ist und nicht geduldet wird. Bitte handeln sie, bevor etwas passiert. Unterstützung erhalten Sie und die SchiedsrichterInnen insbesondere von Ihrem Platzordnerobmann (POB)“, betonen bfv-Präsident Ronny Zimmerman und Vizepräsident Spielbetrieb Rüdiger Heiß in dem Brief.

Prävention vor Bestrafung

Jeder Verein ist verpflichtet einen POB zu stellen, der  allein mit seiner Anwesenheit für mehr Sicherheit sorgt. Sobald sich Unruhen anbahnen, schreitet er beruhigend und falls nötig deeskalierend ein. Die nötigen Kompetenzen sowie das Wissen zu den Rechten und Pflichten eines POB schult der bfv in kostenlosen Veranstaltungen. Die nächste Schulung findet am 22. November 2019 beim FV Ettlingenweier statt, Anmeldungen sind noch möglich (https://bit.ly/34nmoZX). „Rufe nach harter Bestrafung werden immer lauter. Natürlich müssen Vergehen geahndet werden, doch noch wichtiger ist es, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Mit den POBs setzen wir ganz klar auf Prävention. Im besten Fall muss der POB nie in Aktion treten, doch im Ernstfall kann er dafür sorgen, dass Konflikte schon im Keim erstickt werden“, erläutert Heiß. „Es ist für uns unverständlich, dass Schulungen bereits mangels Teilnehmern ausfallen mussten. Bitte nehmen Sie diese Chance wahr.“

Weitere Unterstützungsleistungen, die jedem Verein offen stehen, sind Konfliktbewältigungs-Seminare oder Beratung für Mannschaften. Bei wiederholt auffälligen Mannschaften kann der bfv Spielaufsichten stellen. Das Wichtigste betont Heiß: „Informieren Sie uns bei Vorfällen oder wenn Sie welche befürchten, nur dann können wir helfen!“ Dafür stehen Vereinen die Lob- und Tadelbox: lobundtadelbox@badfv.de und Ansprechpartner in der Geschäftsstelle (Stefan Moritz 0721/4090452 oder stefan.moritz@badfv.de) jederzeit gerne zur Verfügung.

Der Brief an die Clubs schließt mit den Worten: „Wir alle haben das gleiche Ziel: Fußball genießen ohne Störungen! Lassen Sie uns das gemeinsam wahr machen!“