Kann erlöst den TV Knielingen

Karlsruhe-Knielingen (ps). Knapp behielt der TV Knielingen im Nachholspiel der Badenliga-Männer gegen die SG Pforzheim/Eutingen die Oberhand. Das 23:22 (15:11) bedeutete den ersten Heimsieg der Karlsruher seit Mitte November letzten Jahres. Die Mannschaft von Trainer Tobias Job schob sich mit dem Erfolg weiter an Tabellenführer Bretten heran, der nun nur noch einen Punkt Vorsprung vor dem Verfolger aus der Fächerstadt hat.

Das „After-Work-Game“ am ungewöhnlichen Mittwoch-Termin zwischen dem TV Knielingen und der Reserve des Oberligisten SG Pforzheim/Eutingen sollte sich nicht unbedingt als reiner Handball-Leckerbissen erweisen. Zu viele technische Unzulänglichkeiten und eine keineswegs optimale Torausbeute bei den zahlreichen Versuchen konnten die in die Reinhold-Crocoll-Halle gepilgerten Handballinteressierten nicht unbedingt erwärmen. Immerhin spannend war es bis zum Schluss. Bereits am Anfang der Partie konnte sich keine Mannschaft entscheidende Vorteile verschaffen. Immerhin die Torhüter auf beiden Seiten, für Knielingen Florin Panazan und für die Pforzheimer Denni Handtmann, zeigten gute Form und ließen die Angreifer zeitweise schlecht aussehen. Die Pforzheimer suchten ihr Heil in einer sehr aggressive offensiven Deckungsvariante, während Tobias Job seine Mannen auf die 6:0-Positionen in der Defensive zurück zog. Dadurch hatte es gerade der Knielinger Rückraum sehr schwer sich zu entfalten. Insbesondere TVK-Shooter Daniel Schunk „erfreute“ sich einer besonderen Aufmerksamkeit der gegnerischen Abwehr. Für Entlastung konnte an diesem Abend auf der anderen Seite Benny Borrmann nicht sorgen, den eine noch nicht ganz auskurierte Erkrankung schwächte und zu eher geringen Spielanteilen zwang. Bis zur 18. Spielminute verteidigten die Gäste so einen kleinen Vorsprung. Dann schafften es die Knielinger sich eine eigene Führung heraus zu werfen (9:8). Diese bauten sie bis zur Pause auf 15:11 aus. Hierbei ließen sie allerdings noch einige freie Möglichkeiten liegen, was sich im folgenden Spielverlauf rächen sollte. Der Vorsprung hätte also noch leicht höher ausfallen können.

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Die Gäste aus der Goldstadt dachen nicht daran sich kampflos in der zweiten Halbzeit zu ergeben. Nachdem die Knielinger wieder beste Möglichkeiten in Serie nicht im Gehäuse unterbringen konnten, lagen diese ausgehend von einem 15:19-Rückstand mit einem 7:1-Lauf mit 22:20 vorn. Tobias Job setzte nun den “Siebten Feldspieler“ ein, um da Blatt in den letzten Minuten noch einmal zu wenden. Tatsächlich trafen die Knielinger durch Jochen Werling und Felix Kracht nun zweimal zum Remis, wobei sich die Gäste durch Zeitspielentscheidungen der Unparteiischen benachteiligt fühlten. In den restlichen zwei Spielminuten mussten sie auf Spielertrainer Tobias Müller verzichten, der sich die dritte Zeitstrafe eingehandelt hatte. Aber auch auf Knielinger Seite war man dezimiert. Hier traf es Jochen Werling. Sekunden vor dem Ende nahm Lennart Kann eine Anspiel auf und traf aus der Rechtsaußenposition und erlöste seine Mannschaft mit dem Siegtreffen, da die Gäste im Gegenzug TVK-Keeper Panazan nicht mehr überwinden konnten. Nach dem Spiel kündigten die Verantwortlichen der SG Pforzheim an, gegen die Spielwertung Protest einzulegen. Gründe hierfür sahen sie in einigen Schiedsrichterentscheidungen.

TVK-Trainer Tobias Job stand noch unter dem Eindruck der letzten schwachen 15 Minuten seiner Mannschaft als er sagte: „Da haben wir nicht gut agiert. Wir hatten mehrmals Möglichkeiten den Sack zu zu machen – haben es aber nicht getan. Stattdessen bauten wir den Gegner wieder selbst auf. Zum Schluss hätten wir auch über einen Punkt froh sein müssen, dass es zwei geworden sind, darüber bin ich schon glücklich.“

TV Knielingen: Florin Panazan (Tor), Gerrit Kirsch (2), Lennart Kann (2), Benny Borrmann, Mike Sauer, Hannes Abt (3), Jochen Werling (3), Felix Kiefer, Nicolai Weis, Daniel Schunk (6/1), Felix Kracht (4), Frederik Spoden (1), Fabian Meinzer (2).

Am kommenden Wochenende beendet der TV Knielingen seine „Englische Woche“ mit dem Heimspiel gegen die TSG Wiesloch. Dabei möchten die Knielinger mit einem weiteren doppelten Punktgewinn in die 14tägige Faschingspause gehen.