KSC-Fußballfibel: Valencia, Größenwahn, Relegationstrauma

Karlsruhe (mia). Auch wenn Peter Dittmann mittlerweile in Berlin lebt, gehört sein Herz noch seinem Verein, dem Karlsruher SC. Was lag näher, als im Rahmen der Buchreihe „Bibliothek des Deutschen Fußballs“ eine sogenannte Fußballfibel über den KSC zu schreiben.

Aus der Perspektive von Fans geschrieben berichtet er von beeindruckenden Siegen, schmerzhaften Abstiegen und vielem mehr.

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Warum der KSC? Was macht für Sie den Karlsruher Sport-Club besonders?

Peter Dittmann:
„Der KSC ist einfach ein Phänomen. Bevor er uns ein Mal glücklich macht, muss er uns zuvor mindestens fünf Mal enttäuschen. Man kann es schwer rational erklären, warum man sich das antut. Wir versagen so oft, wenn es wirklich darauf ankommt. Ich denke da ans Pokalfinale 1996, das DFB-Pokalhalbfinale in Cottbus 1997, den Abstieg 1998 in Rostock, die Relegationen 2012, 2015 und 2018. Selbst der größte Moment unserer Vereinsgeschichte, das sensationelle 7:0 gegen Valencia wurde nur errungen, um später im Halbfinale gegen Casino Salzburg auszuscheiden. Man muss schon eine leicht masochistische Veranlagung haben, um KSC-Fan zu sein. Und trotzdem hat der Verein solch eine treue und engagierte Fanszene. Während die Spieler kommen und gehen, sind sie es, die weiter in den Wildpark gehen und dem Verein letztlich seine Seele geben. „

Was war ihr beeindruckendstes Erlebnis in Sachen KSC?

Peter Dittmann:
„Beim 7:0 gegen Valencia war ich leider nicht im Stadion. Ich war damals acht Jahre alt und meine Eltern konnten mit Fußball nichts anfangen. Ehrlich gesagt haben sie Fußball sogar verachtet. Es bestand also keine Chance irgendwie in den Wildpark zu kommen. Wenn ich ein KSC-Spiel herauspicken müsste, würde ich daher den 1:0 Heimsieg gegen den VfB Stuttgart im Jahr 2007 nennen. Wie sich dieses Tor von Hajnal damals angebahnt hat, man hat es wirklich kommen sehen, dann dieser Torjubel. Ein Urschrei aus zehntausenden Mündern. Das Innerste hat sich da nach außen gekehrt. Da wurden wir für all die bitteren Jahre nach dem Abstieg 1998 entlohnt. Ein Spiel, für das man dem KSC alles, wirklich alles verzeihen konnte. „

Warum sollten Leser ihr Buch kaufen – auch Nicht-KSC-Fans?

Peter Dittmann:

„Es ist ein Buch von Fans für Fans. Es ist aus meiner persönlichen Perspektive geschrieben und soll sich von trockenen Jahrbüchern und Vereinschroniken absetzen. Die Fußballfibel Karlsruher SC ist dabei vollkommen parteiisch, also zu 100% mit der KSC-Fan-Brille geschrieben. Ich habe gar nicht erst versucht, irgendwie neutral zu sein. Zugleich wohne ich seit elf Jahren in Berlin, habe also eine gewisse räumliche Distanz zum Verein und zur Stadt. Das hat mir geholfen, darüber nachzudenken, was es ausmacht, KSC-Fan zu sein und es anderen – auch Nicht-KSC-Fans – auf unterhaltsame Art und Weise zu erklären.“ 

Wer die Fußballfibel nun erwerben möchte, kann sie hier bestellen: www.culturcon.de/shop-buecher-fussballfibel.html