BG steckt in „massiver Liquiditätskrise“ – Droht die Insolvenz?

Karlsruhe (mia). Torsten Daume, Trainer und Geschäftsführer des aus der Pro A sportlich abgestiegenen Basketball-Vereins BG Karlsruhe hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass die BG „jetzt sehr kurzfristig enorme Liquidität benötigt, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können“. Der Insolvenzantrag steht im Raum, Daume braucht ein Signal der Gesellschafter bis Freitag.

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Am 16. April gab es eine außerordentliche Gesellschafterversammlung, sie wurde vertagt auf kommenden Montag. Bei dieser wurden „leider“ keine Beschlüsse gefasst, so Daume, der über die aktuelle wirtschaftliche Situation sprach.

Als er zum 1.7.2013 begonnen hatte, habe die BG einen ausgewiesenen Verlust (im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr) von 389.000 Euro (operativ von 440.000 Euro, da einige Gesellschafter auf Darlehen verzichtet hatten) gehabt. So wurden Sponsorengelder aus der Saison 2013/14 in die Saison davor gezogen, um Kosten zu decken. „Daher stecken wir jetzt in einer massiven Liquiditätskrise“, so Daume.

Nun Ende Februar 2014 habe man nun einen Verlust von 82.700 Euro aus. Erlöse wurden gesteigert, trotz des sportlichen Misserfolgs, habe man das Ergebnis verbessert und den Verlust zu verringern. An der Liquidität mangelt es dennoch.

Liquiditätsengpass

Nur durch eine Kapitalerhöhung von 550.000 Euro konnte die Liquidität in 2012/2013 aufrechterhalten werden. Daraus war ein neues Stimmrechtsverhältnis entstanden. Dr. Greschner von Init und EfA Tankstellen hatten mit knapp über 50 Prozent die Mehrheit. Allerdings sind 75 Prozent des Kapitals für Entscheidungen in der Gesellschaft notwendig. Genau daran hakt es. Denn in der Sitzung am 16. April habe man keine Mehrheit gefunden.

„Wir stehen jetzt in einem deutlichen Liquiditätsengpass“, erklärt Daume. Den Verpflichtungen könne die BG nur nachkommen, wenn das Kapital erhöht würde oder einer Darlehenszusage, die Daume habe, von den Gesellschaftern zugestimmt würde. Diesen Vorschlag einer Kapitalmaßnahme – Erhöhung oder Darlehensannahme – habe er den Gesellschaftern auch gemacht. „Die BG ist sehr sehr deutlich in der Hand der Gesellschafter.“

Signal der Gesellschafter

„Wir haben eine Darlehenszusage, die die Situation kurzfristig beheben könnte. Aber auch dafür ist eine qualifizierte Mehrheit der Gesellschafter notwendig.“ Der Darlehensgeber stehe noch heute und am morgigen Donnerstag zur Verfügung. Daume will über ein „Umlaufverfahren, an dem alle beteiligt sein müssen“, ein „Signal der Gesellschafter bis Freitag“.

„Wir warten auch noch auf Forderungen, die einfach nicht kommen. Das sind alle Forderungen die an die gesellschaftende Sponsoren gehen.“ Diese liegen, so Daume im sechsstelligen Bereich. Der kaufmännische Leiter der BG Peter Mayer ergänzt: „Das sind Forderungen für die Gesellschafter gerade stehen müssen.“

Gang zum Amtsgericht?

Die BG müsse dringend Geld bekommen, wenn sie ihre Verpflichtungen, darunter Spielergehälter der noch laufenden Verträge, Sozialversicherungen, Umsatzsteuer beim Finanzamt, die Kosten für die Internatskinder sowie offene Posten aus dem Spielbetrieb, erfüllen will. Kurzfristig müsste jetzt, so Daume, ein Betrag im fünfstelligen Bereich her.

Eine Deadline besteht für die Einigung der Gesellschafter. „Das Geld muss sehr kurzfristig da sein, sonst werden wir unseren Verpflichtungen nicht nachkommen können.“ Dann werde Daume den Gang zum Amtsgericht antreten müssen, um den Insolvenzantrag zu stellen.

„Ich werde alles dafür tun, damit ich nicht in persönliche Haftung gerate.“ Drei Wochen Zeit hat Daume höchstens für den Insolvenzantrag seit dem 16. April. Daher wolle er noch diese Woche ein Signal der Gesellschafter. Am Montag müsse die Entscheidung der Gesellschafter spätestens kommen. „Ich brauche aber vorher schon deutliche Signale“, so Daume.