Spannung bis zum Schluss – LIONS halten dem Druck des Favoriten stand

Nach zuletzt drei Niederlagen, bei denen die PS Karlsruhe LIONS auch spielerisch nicht wirklich überzeugen konnten, meldete sich das Team aus der Fächerstadt in der letzten Begegnung des Jahres am 27. Dezember in der heimischen Europahalle mit einer positiven Überraschung zurück. Gegen die Eisbären Bremerhaven, die mit lediglich einer Saisonniederlage im Gepäck nach Karlsruhe gereist waren, setzte sich das Löwenrudel am 13. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA nach 40 intensiv geführten Minuten mit 89:88 durch.

Im Vergleich zu den vorherigen Duellen waren die LIONS von Beginn an sichtbar präsenter und wacher in ihren Aktionen. Die Aufstellung der Gäste von der Nordsee war auch an diesem Abend hochklassig besetzt und ließ immer wieder ihre Gefährlichkeit aufblitzen. Doch Karlsruhe spielte effektiv, wenngleich insbesondere Distanzwürfe erneut ein großes Problem in der Löwenrudel-Offense darstellten. Das intensiv geführte erste Viertel wurde selten unterbrochen und endete mit einer knappen LIONS-Führung von 20:19. Die Hausherren nahmen ihre Frische aus der Anfangsphase in den zweiten Spielabschnitt mit und hielten die Begegnung ausgeglichen, obwohl die Eisbären nun weiter Fahrt aufnahmen. Die Folge war ein enges Duell, das viele Führungswechsel sah. Gregory Fosters Buzzerbeater zum 42:40 brachte die knappe Halbzeitführung der Gastgeber. Das dritte Viertel, in der Vergangenheit häufig die in negativer Hinsicht entscheidende Phase des Karlsruher Spiels, begann zunächst positiv mit dem zweiten erfolgreichen Dreier des Abends für die LIONS. Die Mannschaft versäumte es allerdings, echte Vorteile aus den ungewohnten Schwächen Bremerhavens zu ziehen, bis ein wirkungsvoller 13:1-Run zur Mitte des Spielabschnitts die Hausherren zweistellig in Front brachte. Mit 67:57 hatten sich die LIONS somit in eine gute Ausgangsposition zu Beginn der abschließenden zehn Minuten gebracht. Die Frage war nun, ob die Eisbären noch genug von ihrer vorhandenen Spielklasse abrufen würden, um den Underdog zu verunsichern und der Favoritenrolle doch noch gerecht zu werden. Zunächst hielten die Gastgeber mehrere Minuten stand – bis der erste richtige Bremerhavener Run des Abends den Spielstand von 80:65 auf 80:80 stellte. Bei noch knapp zwei verbleibenden Spielminuten erzielte Daniel Norl den wohl wichtigsten Dreier des Abends zum 83:80, denn das Momentum war nun auf LIONS-Seite und die Partie beim Stand von 87:80 20 Sekunden vor Ende quasi entschieden. Zwei Dreier der Eisbären binnen vier Sekunden sorgten jedoch noch einmal für Spannung, bevor beim Endstand von 89:88 die Schlusssirene ertönte.

Karlsruhe darf sich über einen verdienten Sieg freuen. Begünstigt wurde der Erfolg dadurch, dass die Gäste in der abschließenden Begegnung des Jahres nicht ihre sonst übliche Klasse ausspielen konnten. Dennoch bleibt als letzter Eindruck aus 2020 eine sehr solide Mannschaftsleistung mit einem recht gleichmäßig verteilten Trefferbild aufseiten des Löwenrudels. Topscorer waren die LIONS-Center Maurice Pluskota (20 Punkte) und Adam Pechacek (17). Daniel Norl (14), Gregory Foster (13) und Kavin Gilder-Tilbury (12) punkteten ebenfalls zweistellig.