Neuer KSC-U19-Coach Ralf Kettemann – Ex-Spieler von Euro-Eddy, Hasenhüttl und Scharinger

Karlsruhe (mia). Der neue U19-Trainer des Karlsruher SC Ralf Kettemann steht an der Seitenlinie, bespricht sich mit seinem Co-Trainer Julian Schwarz und gibt kurze und klare Anweisungen aufs Feld. Er ist kein lauter Zampano, der sein Team dauerbeschallt, aber er weiß genau wie er seine KSC-A-Junioren anleiten muss: Leidenschaft für den Fußball und Authentizität sind dem 34-Jährigen dabei wichtig.

Seine Hauptaufgabe ist es, die A-Junioren auf den Herrenfußball vorzubereiten. „Ich gehe es so an, dass ich sage, ich will, dass jeder von den Jungs ein Profi wird. Das kollidiert natürlich dann mit der Realität“, erklärt Kettemann, dass man dann ehrlich mit den Spielern umgehen muss.
Den Erwartungsdruck einer Bundesliga-Karriere sieht Kettemann auch als Gefahr. „Da gilt es grundsätzlich im Fußball eine Balance zu finden. Das ist schon eine Über-Identifikation als Fußballer. Der Traum platzt bei 95 Prozent und das ist gefährlich.“ Er weiß, wovon er spricht.

Ziel: Profikarriere

Auch Kettemann selbst hatte das Ziel Fußball-Profi zu werden. Aus der U19 vom SSV Ulm kam der Mittelfeldspieler über Crailsheim zur Spvgg Greuther-Fürth II, wo er ab und an auch unter Bruno Labbadia in der Ersten Mannschaft mittrainierte. Nach dessen Weggang, gab es für Kettemann keine Aussicht mehr auf die erste Mannschaft. Er ging zu den Stuttgarter Kickers in die Dritte Liga, wo er unter anderem von KSC-Legende Edgar Schmidt trainiert wurde.

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Später stieg er mit Rainer Scharinger beim VfR Aalen in die Dritte Liga auf und spielte hier später unter Ralph Hasenhüttl. Aufgrund mehrerer Verletzungen musste Kettemann jedoch seine Profikarriere mit nur 24 Jahren an den Nagel hängen.

Dem Fußball blieb er erhalten. Über acht Jahre lang führte er als Spielertrainer den TSV Ilshofen von der Bezirksliga bis in die Oberliga. Im Anschluss war der Inhaber der DFB-Elite-Jugend- sowie der A-Lizenz Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim II und ist nun U19-Cheftrainer beim KSC sowie auch Bereichsleiter für den Leistungsbereich der U16 bis zur U19.

Jugendfußball – eine neue Herausforderung

Vor dem KSC hatte Kettemann ausschließlich im Herrenbereich gearbeitet. Aber auch wenn er mit U19-Spielern arbeitet, behandelt er sie wie Männer. „Das ist wichtig für sie. Viele kommen nächstes Jahr in den Männer-Bereich und da gelten andere Regeln.“
Natürlich müsse man aufpassen, dass die Ansprache zum Alter passe. Aber auf die Diskrepanz zwischen Jugend- und Männerfußball müssen die Spieler vorbereitet werden, erklärt Kettemann.

KSC-Vorbereitung mit Hochs und Tiefs

Seit Juli arbeitet er mit dem KSC-Team, hat einige Testspiele absolviert. „Es war wie so oft mit ups und downs. Am Sonntag gegen Walldorf war es jetzt nicht so zufriedenstellend, weil wir viel Potenzial haben. Aber es ist jetzt nicht so schlecht für die Woche, dass wir da noch mal eine gewisse Intensität haben und das Bewusstsein bei den Jungs schaffen, dass es echt wichtig ist, dass wir konzentriert sind in dem was wir machen und bewusst bei der Sache sind.“

Klares Ziel: Klassenverbleib

Denn bereits am Sonntag, 15. August startet für den KSC beim FSV Mainz die Bundesligasaison. „Das ist gleich mal ein Brett“, warnt KSC-Coach Kettemann. Denn die Gastgeber hatten eine Oberliga-Herrenmannschaft mit 7:1 geschlagen. „Das ist eine krasse Ansage.“

Krass ist sicherlich auch die Liga: 21 Mannschaften stark, dank Corona nur Hinrundenspiele und mit sieben Absteigern. Dazu will der KSC auf keinen Fall gehören. Ziel des KSC ist der Klassenverbleib.

„Da gilt es konzentriert zu sein und von Beginn an aufzupassen . Es sind letztendlich 20 Finals.“