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Sepp-Herberger-Award für den VfR Mannheim

Foto: VfR Mannheim (Quelle: Carsten Kobow) v.l. Ralph-Uwe Schaffert, Andreas Brameier, Tim Kreß, Philipp Lahm

Berlin (bfv). Zu den diesjährigen Preisträgern des Sepp-Herberger-Awards gehört der VfR Mannheim aus dem Badischen Fußballverband. Mit einer feierlichen Gala in Berlin wurden am Montagabend die Auszeichnungen der DFB-Stiftung Sepp Herberger verliehen.

Ausgezeichnet wurden herausragende ehrenamtliche Aktivitäten aus dem Handicap-Fußball, der Resozialisierung von Strafgefangenen sowie in der Kooperation zwischen Schulen und Vereinen. Gemeinsam mit dem Softwarekonzern SAP wurden außerdem Fußballorganisationen im Bereich „Fußball Digital“ prämiert, in der Kategorie „Sozialwerk“ wurde zusammen mit der Horst-Eckel-Stiftung der „Horst-Eckel-Preis“ verliehen. Zusätzlich wurde zum zweiten Mal ein Sonderpreis an eine Fußball-Stiftung vergeben.

Die Stimme von Sepp Herberger aus dem Off eröffnete die Gala: „Es gibt kein größeres Glück, als ein Leben lang jungen, strebsamen Menschen dabei zu helfen, ihre Wünsche zu erfüllen und sie zum Ziel zu bringen.“ Ein weiterer Wahlspruch Herbergers war: „Wer oben ist, darf die unten nicht vergessen.“ Und DFB-Präsident Bernd Neuendorf fand mit Blick auf die Preisträger: „Dieser Gedanke findet sich in vielen großartigen Projekten. Wenn man sich die Arbeit an der Basis anschaut, dann sieht man, welche Kraft der Fußball hat.“

Gewinner des Sepp-Herberger-Awards 2023 in der Kategorie Schule und Verein wurde der VfR Mannheim. Der Verein, in dem Sepp Herberger als Spieler aktiv war. Seit 2018 ist der VfR als offizielle Freiwilligendiensteinsatzstelle registriert und als eigenständige Abteilung ein fester Teil der Jugendarbeit des Vereins. Über die Jahre entwickelte sich die Abteilung stetig weiter und umfasst mittlerweile ein zwölfköpfiges Team freiwillig Engagierter. Der Verein betreut Schulen und Kindergärten in ganz Mannheim und ist in insgesamt 15 Kooperations-Schulen und -Kindergärten aktiv. Innerhalb dieser Sportstunden werden die Kinder in fußballerischen Grundlagen geschult und gefördert. Für die Kleinsten gibt es außerdem noch ein Ballschule-Angebot, welches aus der Kooperation des VfR Mannheims und der Heidelberger Ballschule hervorgeht. Neben dieser regelmäßigen Zusammenarbeit unterstützt der Verein seine Kooperationsschulen weitergehend noch mit der Organisation von Schulturnieren auf dem Gelände des VfR. „Unsere Zielsetzung liegt besonders in der Integration und sportlichen Förderung der Kinder, wobei wir uns die Attribute des Fußballs als Teamsport zunutze machen. Denn im Fußball kann man nur als Team gewinnen, egal welche Sprache man spricht oder welcher Nationalität man angehört, im Fußball sprechen alle die gleiche Sprache“, betont Abteilungsleiter Tim Kreß. Um dieses Ziel möglichst wirkungsvoll umsetzen zu können, engagiere sich der Verein daher besonders in den sozial schwächeren Stadtteilen Mannheims, wie beispielsweise Hochstätt, Jungbusch oder Neckarstadt. „Als anerkannter Stützpunktverein von Integration durch Sport, einer Initiative des Badischen Sportbundes, nehmen wir uns dieses Ziel sehr zu Herzen und sind fest entschlossen, diesen Weg auch zukünftig zu gehen“, so Kreß, der gemeinsam mit Geschäftsführer Andreas Brameier den Preis in Berlin entgegennahm. „Wir haben uns extrem gefreut, überhaupt dabei zu sein. Der 1. Platz ist natürlich die Krönung. Der ganze Verein ist voller Stolz und wir freuen uns sehr über die Anerkennung.“

Einer der ersten Gratulanten war bfv-Präsident Ronny Zimmermann: „Auch dieses Jahr waren wieder unfassbar tolle Leistungen dabei. Die Auszeichnungen sind in jedem einzelnen Fall sowas von verdient.“ Über den Preis für den bfv-Verein freute er sich besonders: „Überragendes Engagement, fantastisch!“

In der Kategorie Handicap-Fußball wurden die Sportfreunde Hügelheim geehrt. In der Kategorie Resozialisierung siegten die JVA Schwalmstadt und der Hessische Fußball-Verband, Gewinner in der Kategorie Fußball Digital ist der Greifswalder FC. Den Horst-Eckel-Preis in der Kategorie Sozialwerk erhielt der SV Melverode-Heidberg, den Sonderpreis erhielt die Manuel Neuer Kids Foundation.

Die Vertreter der Preisträger und alle Gäste erlebten eine Gala, die von Christina Rann und Norbert König moderiert wurde und in der Auftritte von Comedian Matze Knop sowie der Musiker LOI, ODBLU und Kelvin Jones zum Programm zählten. Und in der vor allem im Sinne von Sepp Herberger die Kraft des Fußballs, der Wert des Miteinanders und die Stärke von Gemeinschaft gefeiert wurde.

Zu Gast in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom waren prominente Persönlichkeiten aus Fußball, Politik und Gesellschaft. Vor Ort war auch eine große Delegation des DFB, angeführt von Präsident Bernd Neuendorf, Vizepräsident Ronny Zimmermann, Generalsekretärin Heike Ullrich, Schatzmeister Stephan Grunwald, Vizepräsidentin Prof. Dr. Silke Sinning und Vizepräsident Ralph-Uwe Schaffert, dem Vorsitzenden der Stiftung. Auch die Kuratoriumsmitglieder Philipp Lahm, Otto Rehhagel, Reinhold Beckmann, Christine Lambrecht, Markus Hörwick und der Karlsruher Michael Herberger, Urgroßneffe von Sepp Herberger, waren in Berlin. Genauso wie Felix Kroos, die ehemaligen Nationalspielerinnen Navina Omilade und Ariane Hingst sowie Theresa Merk, Cheftrainerin Frauenmannschaft SC Freiburg.

Foto: VfR Mannheim (Quelle: Carsten Kobow) v.l. Ralph-Uwe Schaffert, Andreas Brameier, Tim Kreß, Philipp Lahm