Quotenplätze statt Medaillen sind das Ziel der Kanu-Weltmeisterschaften

Damen WM-Team v.l. Sabine Volz, Cathrin Dürr und Verena Hantl Foto: privat
Damen WM-Team v.l. Sabine Volz, Cathrin Dürr und Verena Hantl
Foto: privat

Karlsruhe (ps). Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro versucht der Deutschen Kanu-Verband (DKV) alle Kräfte zu bündeln, um die Quotenplätze für Olympia zu sichern. Die Kanu-Weltmeisterschaften in Mailand vom 19. bis 23. August haben aus diesem Grund für alle Teilnehmer eine noch größere Bedeutung.

Die Rheinbrüder Karlsruhe werden bei den diesjährigen Welttitelkämpfen mit drei Starterinnen vertreten sein. Dabei geht es bei den Kajakspezialistinnen Verena Hantl und Sabine Volz um die beschriebene Absicherung der Olympia-Qualifikationsplätze. Im Viererkajak reicht Platz Eins bis Sechs, im Sprinteiner qualifizieren sich die ersten acht für Rio. Deutschlands schnellste Canadierfahrerin, Cathrin Dürr, möchte sich in der derzeit noch nicht-olympischen Canadier-Damen Disziplin auf der Weltbühne gut präsentieren.

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Viererkajak mit Medaillenchancen

Verena Hantl kämpft schon im dritten Jahr in Folge im DKV-Damenflaggschiff um Medaillen. Als Silbermedaillengewinnerinnen von Baku darf sich das Boot mit der Karlsruherin sowie Schlagfrau Franziska Weber (Potsdam), Tina Dietze (Leipzig) und Conny Waßmuth (Potsdam) sogar Hoffnungen auf einen Podiumsplatz machen. Ein weiterer Einsatz bleibt der Ausdauerspezialistin allerdings verwehrt. „Etwas schade finde ich es schon, dass ich den Einerkajak über 500 Meter nicht noch fahren darf. Aber wenn ich im Einerkajak den Quotenplatz holen würde, wäre er ohne Wert, da ich ihn ja hoffentlich im Viererkajak schon hole“, erläutert Hantl die sehr komplizierte Quotenplatzregelung, die zwar nicht als persönliche Qualifikation für den Athleten gilt, aber jeder Kanute trotzdem nur in einer Bootsklasse einen Quotenplatz sichern kann.

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Ein Trostpflaster dürfte für die 26-jährige Sportsoldatin aber sein, dass sie den olympischen Einerkajak über 500 Meter dafür im September bei der Vorolympischen-Testregatta in Rio de Janeiro bestreiten darf. „Ich möchte den Quotenplatz sichern!“
Sabine Volz wird die schwierige Aufgabe zuteil, bei der WM in Mailand den Quotenplatz im Einerkajak über 200 Meter zu erkämpfen. Dafür muss die Studentin der Fitnessökonomie im Finale mindestens den achten Platz erreichen. „Mein Ziel ist es, den Platz zu sichern, aber vor allem möchte ich ins WM-Finale und dort mein bestes Rennen abliefern!“ Im Vorjahr belegte sie im WM-Finale den neunten Platz und zeigte, dass sie zu den besten Sprinterinnen der Welt gehört. In diesem Jahr hat Sabine Volz bei den Europaspielen in Baku mit 39,736 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Dies stimmt auch Heimtrainer Detlef Hofmann sehr zuversichtlich: „Wenn es ihr gelingt, erneut so ein Rennen wie in Baku abzurufen, dann wird sie sich in Mailand unter den ersten acht behaupten. Da bin ich mir sicher, denn Sabine hat sich dieses Jahr nochmals eindeutig steigern können!“

Zweite WM-Teilnahme für Cathrin Dürr

Das Olympische Komitee (IOC) hat sich wie geplant entschieden die Damen-Canadier bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 als neue Disziplin einzuführen. Daher werden bereits im „letzten“ Rennen als nichtolympische Klasse alle Augen auf den Canadierbereich der Damen gerichtet sein. Cathrin Dürrs Ziel ist in Mailand aus diesem Grund eindeutig: „Ich möchte ins A-Finale über 200 Meter. Das wäre für mich ein riesen Erfolg!“ Eine einfache Aufgabe hat sich die sympathische Diplom Bioingenieurin hier nicht ausgesucht, zumal ihr die längere Distanz über 500 Meter, die jedoch nicht ins WM-Programm aufgenommen wurde, mehr liegt. Derzeit bereitet sich das deutsche Team noch in München/Oberschleißheim auf der Olympiaregattastrecke von 1972 vor. Am Dienstag steht dann die Anreise nach Italien auf dem Plan.