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Zitterpartie im ersten Auswärtsspiel – LIONS siegreich in Paderborn

Karlsruhe (psk). Vierter Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA: Die PS Karlsruhe LIONS waren am 21. Oktober nach zuvor drei Heimspielen erstmals auswärts gefordert. Die Reise ging nach Ostwestfalen, zu den Gartenzaun24 Baskets Paderborn. Beide Teams waren mit je einem Sieg und zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Das Duell vor etwas mehr als 1.700 Zuschauern in der „Maspernhölle“ war zwar nicht unbedingt hochklassig, dafür jedoch hochspannend. Die Führung wechselte im Spielverlauf mehrfach. Nachdem dann zu Beginn des Schlussviertels vieles auf einen Erfolg der LIONS hingedeutet hatte, wurde es doch noch eng. Nach 40 hart umkämpften Minuten triumphierte das Karlsrudel (Endstand: 70:72). Angesichts der Vielzahl an verpassten Gelegenheiten, insbesondere in entscheidenden Phasen, machte sich das Team zwar glücklich, aber auch demütig auf die 400 Kilometer lange Heimreise.

Die LIONS traten wie zuletzt stark ersatzgeschwächt an. Zwar kam O´Showen Williams zu seinem ersten Einsatz für die Badener. Der Point Guard war in der Sommerpause von den Würzburg Baskets gekommen, hatte sich dann aber in der Saisonvorbereitung schwer verletzt. Point Guard Adam Seiko und Center Dennis Tunstall sind jedoch weiterhin nicht einsatzfähig. Es entwickelte sich schnell ein munteres Spiel, in dem die Gäste aggressiv verteidigten. Aber auch die Baskets zeigten sich gut sortiert – zumindest in der Defense. Offensiv leisteten sich beide Mannschaften in der Anfangsphase viele Fehlwürfe. Das Spiel war eng und weitgehend ausgeglichen. Paderborn legte meist vor, lag nach fünf Minuten mit 9:7 in Front. Doch kurz darauf gewannen die LIONS spielerisch etwas an Übergewicht und führten nach dem ersten Abschnitt. Mit 17:22 ging es ins zweite Viertel, in dem es keine Minute dauerte, bis Paderborn auf einen Punkt herangerückt war. Karlsruhe hatte zwar einen guten Zug zum Korb, haderte jedoch mit den Abschlüssen. Dennoch – LIONS-Headcoach Aleksandar Scepanovic setzte seine klein gewachsene Achter-Rotation gut in Szene und sein Team hielt zunächst die Führung. Nach etwas mehr als 13 Minuten stand es 23:28. Doch dann herrschte mehrere Minuten lang Korbflaute aufseiten der Gäste und das Momentum kippte. Die LIONS hatten in dieser Phase keinen richtigen Zugriff mehr auf die Partie und Paderborn startete einen 10:2-Run. Glück für die Raubkatzen: Für die Baskets wäre noch deutlich mehr drin gewesen, wenn sie ihre Chancen konsequenter genutzt hätten. So gaben sie dem Gegner Gelegenheit, wieder Selbstvertrauen zu schöpfen und sich sogar kurzzeitig wieder die Führung zu erkämpfen. Den insgesamt entschlosseneren Eindruck machten im zweiten Viertel aber die Gastgeber, die erneut in Front gingen und einen knappen 37:35-Vorsprung mit in die Kabine nahmen. In Abschnitt drei zeigte das Karlsrudel wieder ein gänzlich anderes Gesicht. Es war das mit Abstand stärkste und letztlich für den Sieg ausschlaggebende Viertel der Badener an diesem Abend. Nachdem im vorhergehenden Spielabschnitt auf beiden Seiten keinerlei Distanztreffer gefallen waren, drückten die LIONS nun konsequent und präzise ab. Vor allem Garai Zeeb hatte großen Anteil daran, dass seine Mannschaft zuerst in Front ging und sich dann – ausgehend von einem 42:44 – binnen drei Minuten auf 42:55 absetzen konnte. Es war die höchste Führung der Partie. Die Gastgeber investierten in der Folge nochmals viel. Karlsruhe lebte von vereinzelten feinen Aktionen. Highlight war der weite Dreier von Zeeb, der als Buzzerbeater den Score vor den abschließenden zehn Minuten auf 53:62 stellte. Umso unverständlicher war die Tatsache, dass den LIONS im Schlussviertel plötzlich jegliche Durchschlagskraft abhandenkam. Zwischenzeitlich blieben die Badener sechs Minuten lang ohne Korberfolg. Die Baskets waren nun auf dem gesamten Court überlegen und wussten insbesondere in der Reboundstatistik zu überzeugen, versäumten es jedoch, ihr Übergewicht in Zählbares umzumünzen. Zu Beginn der Crunchtime war der Vorsprung Karlsruhes zwar auf vier Punkte zusammengeschmolzen. Doch nun trafen Scepanovics Schützlinge wieder – wenn auch nur vereinzelt. So wurde es unnötig spannend. Denn den LIONS, die in der Schlussphase von ihren Kontrahenten ein ums andere Mal an die Freiwurflinie geschickt wurden, versagten nun in diesen vermeintlich einfachen Situationen die Nerven. Die indiskutable Freiwurfquote von 47 % wäre fast noch zum Stolperstein geworden. Vielleicht lag es aber auch an der Kraft, denn bei acht einsatzfähigen Spielern ist die individuelle Belastung hoch. So war der Sieg am Ende knapp, aber verdient.

Topscorer für Karlsruhe war Garai Zeeb mit 22 Punkten, davon 17 im dritten Viertel. Bakary Dibba erzielte 21 Punkte, gefolgt von Lachlan Dent (11) und Julian Albus (10). Nach nun vier Partien blicken die LIONS auf eine ausgeglichene Bilanz und belegen in der Tabelle Rang neun. Das kommende Wochenende bringt einen Doppelspieltag in der ProA. Am Freitag geht es für Karlsruhe an die Mosel, zu den RÖMERSTROM Gladiators Trier, bevor das Team am Sonntag in der heimischen Lina-Radke-Halle die stark in die Saison gestarteten FRAPORT SKYLINERS empfängt.