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Sport aus Karlsruhe und der Umgebung

„DANKE SCHIRI.“-Ehrungen wichtiger Bestandteil des „Jahr der Schiris“

Fotos: Kreisehrungen DANKE SCHIRI. in Karlsruhe,(Quelle: bfv)

TBB/Sinsheim/Karlsruhe (bfv). Mit dem Wettbewerb „DANKE SCHIRI.“ würdigt der bfv besonders engagierte Schiedsrichter*innen, die nicht nur durch ihre Leistung auf dem Platz überzeugen, sondern auch darüber hinaus Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Im aktuellen „Jahr der Schiris“ zeichnen der bfv und der bundesweite Partner „Das Örtliche“ 23 Unparteiische aus. In den Fußballkreisen Tauberbischofsheim, Sinsheim und Karlsruhe fanden die Ehrungen bereits statt.

Im Jahr der Schiris liegt der Fokus vor allem auf der Wertschätzung unserer Schiedsrichter*innen. Mit dem Wettbewerb DANKE SCHIRI., den Das Örtliche bereits im dritten Jahr unterstützt, trägt der bfv einen weiteren Teil dazu bei, seinen Unparteiischen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen. In den Kategorien Schiedsrichterin, Schiedsrichter U50 und Schiedsrichter Ü50 wählen zunächst die Schiedsrichtervereinigungen auf Kreisebene ihre Preisträger*innen aus und ehrt diese in einem würdigen Rahmen. Eine unabhängige Jury sucht aus diesen Kandidat*innen pro Kategorie eine bfv-Siegerin bzw. einen bfv-Sieger aus. Alle Kreissieger*innen dürfen sich auf die Ehrungsveranstaltung auf Verbandsebene freuen, die am 9. März 2024 im Röser Verlagshaus in Karlsruhe stattfindet. Dort werden dann die Verbandssieger*innen verkündet.

Die Preisträger*innen 2023/24:

Kreis                          U50                                        Ü50                             Weiblich

Tauberbischofsheim  Tobias Albrecht                      Bernd Hildenbrand     Ramona Haberkorn

Buchen                       Albrecht Morast                     Rudi Strachon                        Patricia Jakob

Mosbach                    Simon Krause                         Bernhard Grünewald 

Sinsheim                    Roy Röttgen                           Ralf Röttgen               Tala Mia Winter

Heidelberg                  Dennis Eling                           Armin Kheil                 Kimberly Heger

Mannheim                  Soner Dinler                           Horst Wiesner             Annika Karim

Bruchsal                     Steffen Rudolph                     Helmut Zwickwolf     

Karlsruhe                    Boris Dugandzic                     Alfons Lutz                

Pforzheim                   Niklas Diehm                          Jürgen Gutbub

Fotos: Kreisehrungen DANKE SCHIRI. in Tauberbischofsheim (Quelle: bfv)

Tauberbischofsheim

Die SRVgg Tauberbischofsheim wählte Tobias Albrecht vom FC Grünsfeld in der Kategorie „U50“ als Kreissieger 2023/24 aus. Der 27-Jährige entdeckte früh seine Liebe zur Schiedsrichterei und ist schon seit über 13 Jahren als Unparteiischer auf den badischen Amateursportplätzen unterwegs. In dieser Zeit hat er fast 400 Spiele geleitet und war knapp 300 Mal an der Seitenlinie aktiv. Kein Wunder also, dass der Nachwuchs in ihm ein Vorbild sieht – sei es, wenn er junge Neulinge im Gespann begleitet oder ihnen als Pate mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihm selbst brachte sein Hobby vor allem in seiner Teenagerzeit einige Vorteile. „Als Jugendlicher hat mir die Schiedsrichterei sehr viel in der Persönlichkeitsentwicklung gegeben, sei es, um schnell Entscheidungen zu treffen oder auch ein selbstbewusstes Auftreten zu erlangen.“ Sein besonderes Talent stellt Albrecht bei Futsal-Spielleitungen unter Beweis. Jahrelang war er auch Futsal-Beauftragter der SRVgg Tauberbischofsheim. Darüber hinaus beteiligt sich der junge Mann stark an der Neulingsgewinnung und ist auch in seinem Heimatverein bestens integriert, wo er gerne bei Fußballfreizeiten oder ähnlichen Aktionen mitanpackt. Die Ehrung bedeutet ihm im „Jahr der Schiris“ besonders viel. „Diese Aktion ist eine gute Möglichkeit, das teils für manche verrufene Ehrenamt der Schiedsrichterei für Außenstehende transparenter zu machen und so doch den ein oder anderen für das tolle Hobby begeistern zu können“, befindet Albrecht. Neben der Persönlichkeitsentwicklung, vor allem in jungen Jahren, animiert er auch Ältere, sich zu einem Neulingskurs anzumelden: „Die Schiedsrichterei ist eine super Möglichkeit, auch nach der aktiven Karriere seine Liebe zum Fußballsport weiter aufrechtzuerhalten.“

Genauso machte es beispielsweise Bernd Hildenbrand, der Ü50-Sieger der SRVgg Tauberbischofsheim. 2008 wagte Bernd im Alter von 45 Jahren gemeinsam mit seinem Sohn Mario den Schritt, Schiedsrichter zu werden. Mittlerweile ist Mario Hildenbrand einer der besten badischen Unparteiischen und im Profibereich angekommen. „Wer weiß, ob Mario je seine Karriere als Schiedsrichter gestartet hätte, wenn Bernd nicht mit ihm zusammen zum Neulingslehrgang gegangen wäre“, schmunzelt Peter Weingärtner, Vorsitzender der SRVgg. Das „Jahr der Schiris“ steht für Hildenbrand unter genau dem richtigen Motto: „Ich liebe den Sport und leite das Spiel! Leider gibt es immer weniger Unparteiische und das ist schade.“ Schließlich könne man durch seinen eigenen Einsatz dazu beitragen, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. „Das ist für mich Motivation genug, Schiedsrichter zu sein.“ In den letzten 15 Jahren absolvierte Bernd Hildenbrand gut 1.000 Einsätze als Unparteiischer sowie als SR-Assistent, besucht so gut wie jeden Schulungsabend und ist ein „absolutes Vorbild für Zuverlässigkeit“. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, ältere Kameraden zu unterstützen, die Schwierigkeiten im Umgang mit PC und Handy haben. „Ob als Schiedsrichter oder als Assistent, Bernd lässt sich nicht aufhalten – nicht mal von gesundheitlichen Problemen. Respekt vor diesem Einsatz und Engagement“, lobt Weingärtner den 60-Jährigen. Dieser zeigt sich sichtlich gerührt: „Die Ehrung DANKE SCHIRI. bedeutet mir sehr viel! Sie zeigt mir die Wertschätzung meiner SR-Kollegen und ist ein Zeichen für mich, dass ich vieles richtig gemacht habe.“

Ramona Haberkorn erhielt die Auszeichnung DANKE SCHIRI. in der Kategorie Schiedsrichterin bereits zum zweiten Mal. Dabei ist die junge Frau erst seit knapp drei Jahren als Unparteiische aktiv. In dieser Zeit pfiff sie 50 Spiele und stand weitere 25 Mal an der Seitenlinie. „In allererster Linie macht es mich unfassbar stolz, meinen kleinen Heimverein sowohl in den verschiedenen Ligen als auch auf den verschiedenen Sportplätzen als Schiedsrichterin präsentieren zu dürfen“, befindet die engagierte Königheimerin. Doch damit nicht genug: Zusätzlich zu ihrem Schiedsrichterdasein engagiert sich die 26-Jährige beim Roten Kreuz, bei der Feuerwehr und spielt selbst auch aktiv Fußball in der Frauenmannschaft des SV Pülfingen, wo sie als Torschützenkönigin glänzt. Ihr Engagement beim DRK sorgte auch dafür, dass sie in einer Notsituation beherzt einschritt und dafür im vergangenen Jahr mit dem Sonderpreis DANKE SCHIRI. auf Verbandsebene ausgezeichnet wurde. Über die neuerliche Auszeichnung der SRVgg Tauberbischofsheim freut sich Haberkorn enorm: „Ich bin unfassbar stolz, diese Urkunde erneut zu erhalten! Es motiviert mich zugleich, das Hobby weiter auszuüben, auch wenn dies zeitlich mit meinem Job nicht immer einfach zu vereinbaren ist.“

Fotos: Kreisehrungen DANKE SCHIRI. in Sinsheim (Quelle: bfv)

Sinsheim

Ein Vater-Sohn-Gespann steht auch in Sinsheim im Fokus der DANKE SCHIRI.-Ehrung 2023/24. Ralf und Roy Röttgen erhalten die Auszeichnung in den Kategorien Ü50 und U50. Vater Ralf legte bereits im Jahre 1998 seine Schiedsrichterprüfung ab, sieben Jahre später war es auch für seinen Sohn soweit. Als Manager der Sinsheimer SR-Fußballmannschaft, Kassier des Fördervereins der SRVgg Sinsheim und Organisator von Fitnessevents z.B. Spinnning-Kursen oder Stretching-Einheiten ist Ralf ein unverzichtbarer Bestandteil der Sinsheimer Schiedsrichterfamilie. Seit 2016 engagiert er sich darüber hinaus als „Chef-SR-Kartenausgeber“ und ist als Chaperon bei der TSG Hoffenheim aktiv. Bereits viele Jahre begleitet Ralf junge Nachwuchsschiris als Pate und steht ihnen dabei oft länger als über die eigentliche Anfangszeit hinaus zur Seite. Zu Beginn der Saison stellt der 57-Jährige gerne die neuesten Regeländerungen bei den Vereinen vor und betreibt dabei natürlich immer fleißig Werbung für die Schiedsrichterei. „Leider ist es sehr schwierig, neue Schiris zu gewinnen, aber mit gezielter Werbung und ein wenig Umdenken ist es machbar und natürlich auch wichtig, denn ohne Schiris geht es nicht! Einer muss auf dem Platz schließlich auch die Entscheidungen treffen.“ Ralf ist froh, dass es doch „auch heute noch“, Vereine und Spieler*innen gibt, die das Schiedsrichterwesen wirklich schätzen. Ralfs Sohn Roy vertritt seinen Vater bei so gut wie allen seinen Aufgaben, steht Neulingen mit Rat und Tat zur Seite und sorgt dafür, dass diese sich beim Start in die Schiedsrichterei gut aufgehoben fühlen. Der 34-Jährige managt die Öffentlichkeitsarbeit der SRVgg, insbesondere auf Social Media, und engagiert sich neben der Schiedsrichterei auch noch beim Deutschen Roten Kreuz. „Ich fühle mich durch die Auszeichnung sehr geehrt und wertgeschätzt. Als Schiedsrichter wird man ja doch öfters eher negativ erwähnt“, befindet Roy. Doch Ralf hat auch schon gegenteilige Erfahrungen gemacht: „Die Ehrung ist natürlich etwas Besonderes für mich. Auch das erste positive Feedback dazu hat mich sehr gefreut und macht mich natürlich auch ein wenig stolz.“

Tala Mia Winter, dieser Name ist nicht nur in Schiedsrichterkreisen bekannt, denn die 16-Jährige lebt für den Fußball. Als Bundesligaspielerin bei den B-Juniorinnen der TSG Hoffenheim machte die Stürmerin bereits in jungen Jahren von sich reden. Auch eine Hand voll Einsätze in der Hoffenheimer U23 in Liga 2 stehen schon in ihrer Vita. Dass sie „nebenbei“ auch noch Zeit für die Schiedsrichterei findet, ist aller Ehren wert. Daher wählte die SRVgg Sinsheim Tala Mia im vierten Jahr ihrer SRinnen-Karriere als Kreissiegerin der Aktion DANKE SCHIRI. Was ihr die Ehrung bedeutet? „Es ist für mich eine Belohnung, dass ich den Spagat zwischen meinem Leistungssport als Fußballerin, Schule und der Schiedsrichterei irgendwie hinbekomme. Es ist anstrengend, aber es macht Spaß und ich freue mich langfristig auf weitere Einsätze als Schiedsrichterin!“, erklärt die 16-Jährige und wirbt im gleichen Atemzug um weibliche Nachahmerinnen: „Ich sehe mich auch als Vorbild für den Nachwuchs, gerade auch bei den Mädchen, sich wirklich etwas zuzutrauen. Man entwickelt ein neues natürliches Selbstbewusstsein, welches einen auch durch schwierige Phasen des Lebens tragen kann. Also werdet Schiedsrichterin!“

Karlsruhe

Die SRVgg Karlsruhe entschied sich für Boris Dugandzic als Preisträger der Kategorie U50. Der 37-Jährige pfeift für den ATSV Mutschelbach und ist schon seit 23 Jahren Schiedsrichter. In dieser Zeit sammelte er über 1.500 Einsätze an der Pfeife und der Fahne. Sein Hobby hat für ihn viele Vorteile: „Man stärkt gerade in jungen Jahren seine Persönlichkeitsentwicklung. Man lernt Verantwortung zu übernehmen. Man entwickelt ebenso früh Führungsqualitäten, weil man sich Woche für Woche auf die verschiedensten Persönlichkeiten einlassen darf.“  Als Spieleinteiler, SR-Beobachter, Pate und Ansprechpartner für die Vereine gibt es kaum eine Tätigkeit, die Dugandzic in der SRVgg Karlsruhe noch nicht ausgeführt hat. An Lehrabenden gibt er gerne Einblicke in seine Arbeit als Spieleinteiler, um die administrativen Aufgaben der Schiedsrichterei zu verdeutlichen. „Für mich persönlich hat diese Auszeichnung einen enorm hohen Stellenwert“, erklärt der Geehrte. „Sie ist eine Wertschätzung meiner Arbeit.“

Alfons Lutz von der SG Stupferich ist seit sage und schreibe 54 Jahren Schiedsrichter mit Leib und Seele. Grund genug, ihn in der Kategorie Ü50 mit der DANKE SCHIRI.-Ehrung auszuzeichnen. Doch es gibt noch viele weitere Gründe, die diese Wertschätzung rechtfertigen. Lutz begann noch in seiner aktiven Zeit als Fußballer mit der Schiedsrichterei und beendete 1977 seine Spieler-Laufbahn in der Landesliga, um sich voll auf seine Schiedsrichterkarriere zu konzentrieren. Das zahlte sich aus: Im Jahr 1986 gab er seine Bundesliga-Premiere als SR-Assistent und war zwei Jahre lang im deutschen Oberhaus unterwegs. Als „bekanntes Gesicht“ im Fußballkreis erfreut er sich auf allen Sportplätzen im Umkreis größter Beliebtheit. So gut wie jedes Amt bekleidete Lutz in den vergangenen 50 Jahren in „seiner“ SRVgg Karlsruhe bereits. Mittlerweile ist er noch als Beobachter, Pate, Verantwortlicher für passive Schiedsrichter sowie als Beauftragter für Geburtstage und Ehrungen unterwegs. Als Bindeglied zwischen jungen und älteren Kamerad*innen versteht er es wie kein Zweiter für Zusammenhalt in der SRVgg zu sorgen. „Andere Menschen sollten auch Schiedsrichter werden, um manche Entscheidung besser zu verstehen und zu akzeptieren. Vielleicht wird dadurch dann auch weniger Kritik an den Unparteiischen geübt“, hofft Lutz.